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Die Brille wegtrainieren, von Dino Warner, 335 Seiten, Euro 16,-, Verlag Grundlagen und Praxis, ISBN 3-937268-11-1

Nachtrag zum Trainingstagebuch: 2015 bis ...


229. Monat (Januar 2015)
Ruhiger Jahresanfang, aber ich habe nichts davon. Schwaches Sehen, Folgetag Kopfschmerzen und leichter Schüttelfrost. Kleine Erkältung also. Hätte ich früher vermutlich kaum bemerkt sondern mit einigen Tabletten weggespült. Aber seitdem ich mein Sehvermögen genau beobachte registriere ich so etwas. Immer wieder erstaunlich, dass der Rückgang beim Sehen Stunden bis 2 Tage früher auftaucht als die sonstigen Beschwerden. Nach einer knappen Woche ist die Erkältung weitgehend vorbei. Habe aber leider einige Tage viel Stress und komme deshalb erst an 2. Wochenende des Monats zu etwas Sehtraining. Experimentiere dabei mit der +2-Gegenbrille. Scheint noch wirksamer als die +3-Gegenbrille zu sein. Vermindert die Maximalschärfe nur wenig, reduziert die Schwankungen aber stark. Leider habe ich zu wenig Zeit und Ruhe und außerdem noch Schnupfen ohne Erkältung, um mehr als gut mittelmäßiges Sehen zu erreichen.

Ab Montag sofort wieder viel Börsenstress. Der Markt wird immer extremer: Es geht mal für Minuten bis Stunden steil rauf und dann wieder steil runter. Alles wirr und ohne wirklichen Trend. Dann schießen einige europäische Börsen tatsächlich nach oben. Allerdings fällt das mehr in die Kategorie optische Täuschung, denn die steigenden Aktienkurse gleichen nur den gleichzeitig fallenden Euro aus (wer sein Geld auf einem Dollarkonto parkt hat ohne Stress etwa das gleiche Ergebnis). Trotzdem herrscht ungefähr 3 Tage lang Partylaune an den Börsen. Ich bin da zwar nur mit einigen kleinen Spielpositionen dabei, kann mich dem Spektakel aber nicht entziehen. Kurz danach gibt es Gerüchte zu einer Aktie, bei der ich schon lange auf einen Absturz warte. Ich bin Tag und Nacht im Netz unterwegs um Informationen zu sammeln. Also praktisch die ganze zweite Monatshälfte Börsenstress. Viele Tage mit 18 h Bildschirmarbeit. Arbeit zu 50-75% mit Brille. Sehen auch mit Brille meist schlecht. Unscharfe Flecken im Bild. Wie Fettflecke auf Scheibe. Ohne Brille deutlicher als mit Brille. Rechts viel stärker als links. Zeitweise Kopfschmerzen. Oft Verkrampfungsgefühl im Augen-Stirn-Bereich. Übungen mit der +2-Gegenbrille bringen leichte Besserung. Es reichen aber nicht mehr 3-5 Minuten, sondern jetzt brauche ich 15-30 Minuten. Zudem strengt es an und hält nicht lange an.
Unbefriedigende Monatsende. Solche Gewalttouren sollte ich vermeiden. Einziger Trost ist, dass ich dabei wenigstens etwas verdient habe.

Nebenwirkungen:
Etwas Fremdkörpergefühl. Wurde vermutlich aber häufig überlagert von Erkältungsbeschwerden, Kopfschmerzen und diversen Stressbeschwerden.


230. Monat (Februar 2015)
Erste Monatshälfte bei unserem Pflegefall. Stress steigert sich nochmals. Sehen natürlich bescheiden. Einerseits frustrierend. Andererseits sehe ich für die extreme Dauerstresssituation doch erstaunlich gut. 3 bis 6 Stunden ernsthafte Bildschirmarbeit ohne Brille sind täglich möglich. Rest natürlich mit Brille.
Ab Monatsmitte ab und zu etwas ruhiger. Sehen bessert sich aber nur leicht. Da der Monat bisher so bescheiden ablief nehme ich mir an den 3 letzten Monatstagen etwas Zeit für Sehübungen und leichte Arbeit mit Gegenbrille (insgesamt 1-2 h täglich leichte Gegenbrille). Sehen bessert sich deutlich. Vorübergehend bis nahe ausgezeichnet (aber leichter Grauschleier und gelegentlich leichte Kopfschmerzen). War also keine echte Verschlechterung sondern nur stress- und überlastungsbedingt. Das beruhigt.

Hauptproblem in diesem Monat war einerseits geringe allgemeine Schärfe (zudem schwankend, beste Phasen nur einige Sekunden haltbar) und fast störender Doppelkonturen. Bisher habe ich dieses Doppelkonturproblem einfach mehr oder weniger dem Astigmatismus zugeordnet. Vermutlich war das zu einfach gedacht. Man muss offenbar feiner unterscheiden:

Ich habe oft unregelmäßige Verzerrungen im Bild. Unregelmäßig bedeutet, es ist nicht das ganze Bild gleichmäßig und gleichartig betroffen, sondern die Störungen sind unterschiedlich und sie sind fleckig über das Bild verteilt. Das kann man mit Unregelmäßigkeiten in der Hornhaut oder einer anderen Schicht im Auge erklären. In guten Sehphasen sind diese Störungen verschwunden. Ich habe keine wirkliche Ahnung, wie der Sehapparat das schafft. Mir fallen nur zwei Erklärungen ein: Entweder wird die Hornhaut dann durch eine geheimnisvolle, präzise Steuerung punktgenau gestrafft oder entlastet, so dass diese optischen Fehlstellen "ausgebügelt" werden. Oder die optischen Fehler bleiben, werden aber irgendwie im Hirn korrigiert.

Neben diesen fleckigen Verzerrungen sehe ich oft Doppelkonturen/Doppelbilder an senkrechten Kanten. Masten z.B. sehe ich dann vielleicht 1,1fach bis 2fach nebeneinander obwohl es da nur einen Mast gibt. Wenn dieser Bildfehler auftritt, dann tritt er relativ gleichmäßig im gesamten Bild auf. Oft kann ich mit etwas Konzentration und Anstrengung die Doppelbilder irgendwie übereinander schieben.und habe dann ein einwandfreies Bild. Möglicherweise mit etwas allgemeiner Unschärfe oder anderen Problemen, aber das Problem der seitlichen Doppelkonturen ist weg. Manchmal für lange.
Bisher habe ich diese seitlichen Doppelkonturen einfach auch als Astigmatismus eingeordnet. Jetzt ist mir aber der Gedanke gekommen, dass es sich um so etwas wie eine Fehlschaltung beim Stereosehen handeln könnte. Dabei liegen ja zwei leicht seitlich versetzte Einzelbilder vor, die vom Hirn so verarbeitet (übereinander geschoben) werden, dass wir sie als ein scharfes Einzelbild wahrnehmen. Könnte es sein, dass meine seitlichen Doppelkonturen dadurch entstehen, dass mein Sehapparat manchmal Probleme beim Vereinigen der beiden Einzelbilder hat?
Und gerade, als ich darüber nachdenke, erlebe ich einen Augenblick mit senkrechten und waagrechten Doppelkonturen gleichzeitig. Da wären die Einzelbilder dann seitlich und in der Höhe versetzt?. Die Angelegenheit bleibt damit weiterhin rätselhaft.

Nebenwirkungen:
Erste Monatshälfte keinerlei Fremdkörpergefühl. Dann rund eine Woche lang gelegentlich Fremdkörpergefühl. Danach wieder nichts.

Nachtrag:
Erst ein paar Tage später wird mir bewusst, dass sich die Frage, ob die Doppelkonturen mit fehlerhaften Übereinanderschieben der beiden Einzelbilder zusammenhängen, eigentlich einfach durch Abdecken eines Auges klären lassen müsste. Wenn nur ein Einzelbild da ist, dann dürften auch keine Doppelkonturen da sein. Das Ergebnis meiner Tests ist dann aber doch nicht ganz eindeutig.
Bei meinem besseren linken Auge treten Doppelkonturen relativ selten auf. Etwa gleich oft horizontal wie vertikal. Und sie lassen sich meist einfach wegdrücken.
Mit dem schwächeren rechten Auge dagegen erlebe ich öfter und stärker vertikale Doppelkonturen. Und diese lassen sich schwer wegdrücken. Dieser Bildfehler scheint also ganz überwiegend auf einem Problem meines rechten Auges zu beruhen und hat nichts oder wenig mit Fehlschaltungen beim Stereosehen zu tun.


231. Monat (März 2015)
Monat beginnt etwas ruhiger. Am ersten Tag wenig Stress und einiges entspanntes Sehen. Folgetag auch erträglich. Sehen gut aber nicht sehr gut. Folgetage einige kurze, extrem gute Phasen (ca. 100-150%). Einerseits erfreulich. Andererseits vergrößert das den Schwankungsspielraum und das wird auf Dauer nicht als besonders angenehm empfunden.

Am 5. Kopfschmerzen, zeitweise starkes Fremdkörpergefühl rechts, Verkrampfungsgefühl im Kopf und extrem schwer einstellbares Sehen. Sehen so schlecht wie schon lange nicht mehr (aber trotzdem weit besser als vor Beginn des Sehtrainings). Rechts ganz besonders schlecht. Dort praktisch nur verschieden unscharfe Flecken. Nachdem sich gegen Abend meine körperlichen Beschwerden gelegt haben erreiche ich nach einigen Minuten mit der +2-Gegebrille auch wieder deutlich besseres Sehen.
Folgetage überwiegend viel Arbeit, wenig Entspannung, kaum Sehübungen. Sehen schwach. Ab dem 12. trotz weiterhin hoher Arbeitsbelastung plötzlich überwiegend gutes, zeitweise sogar sehr gutes Sehen. Grund vermutlich positive Grundstimmung da ich bei meinen Börsengeschäften wieder mal für einige Tage einen Schwachpunkt einer Bank ausnutzen kann. Das bringt nicht nur Geld sondern jedes Mal auch eine besondere Befriedigung, einen der großen Mitspieler mit ihren eigenen Waffen schlagen zu können. Kehrseite ist, dass ich tausende öde Stunden lang Kurse beobachten, notieren, analysieren muss, um herauszufinden in welchen Situationen die Software eines Emittenten (Bank die bestimmte Wertpapiere herausgibt und ständig an- und verkauft) nach meiner Meinung zu hohe oder zu tiefe Kurse errechnet. Das kann man völlig legal ausnutzen. Schließlich beruht das ganze Börsenwesen darauf, dass verschiedene Marktteilnehmer verschiedene Meinungen über den gerade richtigen Kurs haben. Aber dieses Beobachten macht inzwischen wohl mindestens die Hälfte meiner täglichen Bildschirmarbeit aus und ist insofern sicherlich eine wesentliche Ursache meiner Sehprobleme. Das Spiel ist auch nie wirklich zu Ende, denn alle Seiten lernen ständig und passen ihre Software immer wieder neu an.

Nach knapp 3 guten Tagen folgt wieder gut eine Woche schwaches bis sehr schwaches Sehen. Bin erschöpft. Oft Fremdkörpergefühl, zeitweise beidseitig. Rest des Monats dann wieder mindestens mittelprächtig, zeitweise gut. Bis auf einen Block von knapp 2 Stunden (extreme Börsensituation) komme ich mit etwas Bemühen ohne Brille aus. Letzter Monatstag dann wieder Verschlechterung, vermutlich wegen allgemeiner Erschöpfung.

Nebenwirkungen:
Häufig störendes Fremdkörpergefühl


232. Monat (April 2015)
Monatsanfang sehr schwach. Gut 50% der Arbeit mit Brille. Auch die +2-Gegenbrille bringt nur minimale Besserung. Osterwochenende etwas mehr Zeit und Ruhe. Trotzdem nur geringe Besserung. Arbeit immer noch zu 10-20% mit Brille. Kleine Radtour hilft auch nicht, ist sogar eher schädlich weil es für mich der erste Tag des Jahres mit intensiver Sonnenstrahlung ist und ich auch das erste Insekt des Jahres ins Auge bekomme. Das irritiert mich immer bis ich mich wieder an diese sommerhalbjahrtypischen Zustände gewöhnt habe.

Am 7. nachmittags beginnen wieder diese angenehmen automatische Scharfsehphasen. Bevor sie sich richtig entwickeln können leider wieder eine extrem stressige Nacht durch unseren Pflegefall. Wer es nie selbst erlebt hat kann sich vermutlich nicht vorstellen, welche Folgen der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses haben kann. Die Betroffenen können nichts mehr lernen und wiederholen deshalb oft stundenlang stur den gleichen Fehler ohne es zu bemerken. Sie stoßen z.B. alle paar Sekunden gegen das gleiche Hindernis, wundern sich warum sie bluten, und stoßen wieder dagegen, usw. usw. Für den Zuschauer ist das vermutlich grausamer als für sie selbst. Meine schönen automatischen Schafsehphasen sind jedenfalls schnell abgewürgt und kommen vorerst nicht wieder.
Es folgen 8 knapp mittelmäßige Tage. Arbeit zu 10-20% mit Brille. Also immerhin 8-10 Stunden Bildschirmarbeit täglich ohne Brille Trotzdem irgendwie unbefriedigend. Dann zwei extrem stressige Tage. Täglich gut 20 h Bildschirmarbeit. Mittlere bis starke Kopfschmerzen. Arbeite zu etwa 75% mit Brille. und erkenne Schriften zeitweise trotzdem erst aus 30 cm Abstand.

Dann Tage mit mittlere Belastung und vielen unterschiedlichen Tätigkeiten, mithin gute Mischung der Sehentfernungen. Ich erlebe zwar immer wieder minutenlange Phasen mit Sehen so gut wie früher mit Brille, aber seltsamerweise treten auch in entspannten Situationen ohne erkennbaren Grund lange Phasen auf in denen ich meine Augen kaum verstellen kann. Das bemerkt man erstaunlicherweise nicht einmal sofort. Denn wenn man gerade zufällig die Sehentfernung nutzt, auf die die Augen scharf gestellt sind, dann ist alles bestens. Man bemerkt das Problem erst, wenn man auf eine andere Entfernung scharf stellen will. In dem Moment ist dann meist alles verstellt und auch beim Zurückgehen auf die alte, bisher scharfe Entfernung bleibt es unscharf. Unschöne Angelegenheit. Unwillkürlich versucht man jede Verstellung der Sehentfernung zu vermeiden.

Letztes Wochenende des Monats bewusst etwas Zeit genommen und möglichst entspannt geübt. Viel mit +2-Gegebrille und bewegtes Sehen (ich glaube ich habe das ständige leichte Wandern des Blicks in letzter Zeit vernachlässigt). Leider keine Besserung festzustellen. Die Phasen mit kaum einstellbarer Schärfe werden eher noch länger.
Dienstag morgens gleich nach dem Aufstehen plötzlich gut eine Stunde mit nahezu perfektem Sehen über alle Entfernungen. Aber kaum beginne ich mit der Bildschirmarbeit ist es schon wieder weg und das Problem der nicht einstellbaren Schärfe zurück. Oft kann ich Schärfe weder bewusst einstellen noch stellt sie sich automatisch ein. Ich übe einige Tage länger und sorgfältiger als zuletzt. Auch wieder mit Aquarien- und Eisenbahnfahrtfilmen am Fernbildschirm (hatte ich einige Wochen nicht mehr gemacht). Langsame Besserung von Tag zu Tag. Ich wundere mich immer wieder, warum diese Bahnfahrtfilme meinem Sehen so gut tun? Die Tiefe der Landschaft ist am Bildschirm ja eigentlich nicht echt. Trotzdem wirken diese Filme als würde ich meinen Blick tatsächlich über weite Entfernungen schweifen lassen. Placebo? Entkrampfung durch Entspannung?
Am letzten Monatstag jedenfalls wieder recht gutes Sehen über alle Entfernungen. Phasen von bis zu einer Stunde mindestens so gut wie früher mit Brille (aber ganz leichter Grauschleier).

Offenbar hatte ich wieder einmal das alte Problem, dass ich, wenn ich einmal ein vernünftiges Sehniveau erreicht habe, die täglichen Übungen und richtigen Sehgewohnheiten schnell vernachlässige. Dann noch ein paar Wochen viel Bildschirmarbeit, und ich muss 1 oder gar 2 Stufen tiefer wieder mit ernsthaftem Sehtraining anfangen. Teils durch Stress und Zwänge des Alltags verursacht, teils aber auch ein simples Disziplinproblem.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Im Freien für das an sich schon recht warme Wetter relativ viel Tränerei.


233. Monat (Mai 2015)
Monatsanfang überwiegend durchschnittliches bis besseres Sehen, aber immer wieder störende starke Schwankungen. Kleine Radtour gemacht. Anfangs sehr bescheidenes Sehen wegen starker Tränerei. Nach einer knappen Stunde plötzlich keinerlei Tränen mehr, Sehen gut, teilweise so gut wie früher mit Brille. Aber wieder ganz leicht vernebelt, also die ganze Natur mehr in Richtung Pastellfarben statt saftig leuchtender Farben.
Trotz relativ viel Bildschirmarbeit komme ich mehrere Tage ganz ohne Brille aus. Dann ein extrem stressiger Tage: gleich morgens ein Problem mit der Elektrik im Haus und ich brauche bis spätnachmittags um den Fehler zu finden und zu beheben. Meine Sehleistung fällt und fällt und ich greife schnell zur Brille (sicherlich auch klüger bei der Arbeit an elektrischen Leitungen). Danach geht es nur geringfügig aufwärts. Auch am Folgetag noch einiger Stress da ich die am Vortag notgedrungen versäumten Angelegenheiten zusätzlich erledigen muss. Nur knapp mittelmäßiges Sehen.

Nächster Tag dann ruhig. Vormittags ganz bewusst nur wenig Bildschirmarbeit (alles zusammen ca. 1 h bis 14:00) und dafür entspanntes Arbeiten, Nichtstun und Sehüben im Garten (vieles dabei mit der +2-Gegenrille). Sehen gut bis sehr gut. Zwar Schwankungen, aber nur etwa zwischen 50% und 100% und damit weniger störend. Ganz leichter Grauschleier. Zeitweise etwas Fremdkörpergefühl links. Insgesamt also mindestens so gut wie früher mit Brille. Nachmittags dann unvermeidlich mehr Bildschirmarbeit. Sehen etwas schwächer aber immer noch recht gut. Erstaunlicherweise kann ich meine Sehtafeln an der Wand (gedruckte Schriften in verschiedenen Größen) wesentlich schlechter erkennen als Schriften und andere Inhalte am Bildschirm aus etwa gleicher Entfernung. Vermutlich weil ich kaum noch an den Schrifttafeln aber häufig am Bildschirm übe.
Folgetag anders herum: gleich morgens viel Bildschirmarbeit. Sehen schwächer aber doch noch recht gut. Arbeit komplett ohne Brille. Nachmittags ruhiger und Sehen noch besser. An diesem Tag keinerlei Fremdkörpergefühl.
Nach diesem Schema geht es rund eine Woche weiter. Sehen an sich gut bis sehr gut, aber Schwankungen und Einbrüche die praktisch immer eindeutig auf Stresssituationen bzw. zu viel intensive Bildschirmarbeit am Stück zurückzuführen sind. Gäbe es die nicht und wäre meine körperliche Allgemeinform sehr gut statt nur mittelmäßig, dann wäre dies gerade vermutlich eine meiner besten Phasen. Aber auch so reicht es für mehr als eine Woche Arbeit völlig ohne Brille (außer Autofahrten natürlich).

Dann deutliche Abschwächung innerhalb weniger Stunden. 2 Tage mit recht starken Kopfschmerzen und körperlich extrem schlapp. 2 Folgetage beschwerdefrei aber Sehen noch schwächer. Oft kann ich meine Augen kaum einstellen. Ab und zu kurze Phasen mit mittelmäßigem Sehen, aber mehr wird nicht. Nach einigen Minuten mit Korrekturbrille oder mit +2-Gegenbrille, oder wenn ich die Augen mal kurz weit aufreiße, dann bringt das maximal 1 Minute mittelmäßiges Sehen. 30% bis 50% der ernsthaften Arbeiten mit Brille.
Am nächsten Tag dann dicker, kratziger Hals und Kopfschmerzen. Einige Stunden später kommt dann noch Schnupfen dazu. Nach knapp 4 Tagen klingt es dann langsam ab. Sehen natürlich schwach, aber am gefühlten Höhepunkt dieser kleinen Infektion schon wieder deutlich besser als etwa 3 Tage vorher als ich mich noch relativ besser fühlte. Leider stecke ich auch unseren Pflegefall an (da er selbst nicht aus dem Haus kommt muss wohl ich es direkt oder indirekt gewesen sein) aber glücklicherweise kommt er da fast schneller durch als ich.

Allerdings habe ich gerade jede Menge Stress mit ihm. Da er mit seinem Rollator absolut nicht zurecht kommt habe ich eine Krücke beschafft. Aber er behält nicht, wie er sie fassen muss und lässt meist innert Sekunden wieder los. Und wenn er sie ausnahmsweise mal länger richtig hält, fuchtelt er damit vor sich in der Luft herum oder schleift sie nach, anstatt sich Schritt für Schritt abzustützen. Nach 14 Tagen nur minimaler Lernfortschritt. Wenn er es in 6 Wochen nicht kann, geben wir lieber auf. Bisher erhöht die Krücke seine Sturzgefahr statt sie zu mindern. Auch die einfachsten Dinge muss man offenbar trainieren bevor die Demenz zu weit fortgeschritten ist, sonst ist es nicht mehr erlernbar.
Beim Essen kann man den immer weiteren Rückfall ins Babyverhalten am deutlichsten sehen. Immer öfter weiß er mit seinem Löffel nichts anzufangen. Er hat Hunger, sitzt vor seinem gefüllten Schälchen, und löffelt leer in der Luft. Irgendwann beginnt er dann direkt aus dem Schälchen zu schlürfen oder mit beiden Händen darin zu wühlen und zu essen. Bald wird er immer gefüttert werden müssen.

Monatsende noch etwas Resthusterei, Sehen aber überwiegend schon gut mittelmäßig, zeitweise sogar gut.

Nebenwirkungen:
Wenig/selten Fremdkörpergefühl. Diverse andere Probleme dürften auf eine kleine Infektion zurückzuführen sein.


234. Monat (Juni 2015)
Praktisch den ganzen Monat noch Resthusten. Zwar langsam abnehmend und mit nur noch geringen Nebenbeschwerden wie Schnupfen, Kopfschmerzen, usw., aber trotzdem ziemlich lästig und lieber nur leichter Sport. Viel Arbeit (sicherlich nie unter 10 h Bildschirmarbeit täglich), aber doch nicht extrem viel. Sehen für diese Umstände anfangs erstaunlich gut. Ich kann zu ca. 90% ohne Brille arbeiten. Ab etwa dem 8. deutlich schwächeres Sehen. Wohl Erschöpfung. Kann kaum scharfstellen bzw. Schärfe nicht halten. Arbeite 4 Tage zu 30-50% mit Brille.
Danach drängen sich wieder diese angenehmen automatischen Scharfsehphasen ins Bild. Da ich viel stressige Bildschirmarbeit habe kann ich das nicht so richtig ausnutzen und würge wohl mache aufkommende gute Phase ab. Trotzdem unterm Strich überwiegend gutes Sehen.
Es folgen einige ruhigere Tage mit oft sogar sehr gutem Sehen (leichter Grauschleier, leichte Schwankungen). An sich dauert diese gute Phase wohl bis etwa 26. oder 27. Dummerweise habe ich mich wieder in eine Bastelei verbissen und bin dadurch mehrmals für je ca. 20-30 Stunden pausenlos beschäftigt (Basteln und Suche im Internet nach Teilen und Anleitungen). Deshalb kann sich das gute Sehen nicht so dauerhaft halten und muss jeweils nach einige Stunden zur Brille greifen um sinnvoll weiterarbeiten zu können.

Letzte etwa 4 Monatstage dann ruhiger und stressfreier, aber die gute Phase ist vorbei. Nun auch in Entspannungssituationen deutlich schlechteres Sehen. Arbeite zu 1/3 mit Brille.

Nebenwirkungen:
Nur am 17. zeitweise störendes Fremdkörpergefühl.


235. Monat (Juli 2015)
Erster Monatstag relativ schwaches Sehen. Aber ich habe mehrere Tage lang etwas Zeit und Ruhe und so ergibt sich bald eine Aufwärtstendenz. Wird leider ab dem 6. durch extremen Stress und viel Arbeit beendet. Mehrere Tage und Teilnächte Arbeit zu 2/3 mit Brille. Einige Tage mit extremer Hitze und auch Probleme mit unserem Pflegefall. Habe bis zum Monatsende fast nie Zeit für Entspannung oder Sehübungen. Nur selten Tage mit weniger als 50% Brille. Da ich an manchen Tagen aber sicherlich 20 Stunden stressige ernsthafte Arbeiten erledige, bedeutet das andererseits aber auch, dass ich unter diesen Umständen immerhin oft 6-8 Stunden täglich ohne Brille durchhalte.

Ausnahmen mit gebessertem Sehen gibt es. Und zwar fast immer in ähnlichen Situationen:
- kleine Radtour, nach 1-2 Stunden bessert sich mein Sehen fast unaufhaltsam automatisch,
- mindestens 10 Minuten ein Entspannungsfilm am Fernbildschirm mit leichter Gegenbrille,
- ein stressarmer Vormittag an dem ich nicht gleich die ersten Stunden am Bildschirm arbeiten muss,
- einige wenige Fälle wo sich ohne erkennbare Ursache plötzlich automatische Scharfsehphasen einstellen.
Typischerweise hält die Besserung aber kaum über die Situation hinaus an. Diese Erholungspausen sind vermutlich zu kurz und zu selten.

Am letzten Monatstag lässt der Stress nach und ich kann auf ein paar entspanntere Tage hoffen. Sehen bessert sich bis etwa mittelmäßig.

Nebenwirkungen:
Relativ gleichmäßig über den Monat verteilt ungefähr jeden 3. bis 4. Tag ziemlich unangenehmes Fremdkörpergefühl. Wobei ich nur die Tage zähle an denen insgesamt mehr als ca. 1 Stunde zusammenkommt.


236. Monat (August 2015)
Erste rund 14 Tage des Monats ziemlich uneinheitlich. Fast täglich wechselnd bessere und schlechter Tage, aber nie extrem gut oder extrem schwach. Mit Ausnahme eines Tages (ohne erkennbare Ursache starke Kopfschmerzen und schwaches Sehen) lassen sich alle schwachen Phasen eindeutig auf Stresssituation zurückführen. Etwas enttäuschend, dass an den ruhigeren Tagen nicht mehr als knapp gut raus springt und an keinem der Tagen automatische Scharfsehphasen auftreten.

In der 3. Woche trotz gelegentlicher Kopfschmerzen leichte Aufwärtstendenz. Allerdings nicht durch wirklich besseres Sehen sondern weil die schwachen Phasen weniger bzw. etwas weniger schwach werden.
Vorletztes Wochenende des Monats kleine Radtour. Sehen bessert sich langsam bis zu immer längeren guten Phasen (aber nicht extrem gut).

Etwa die letzten 10 Monatstage extremer Börsenstress. Sehen natürlich überwiegend bescheiden. Für die Situation aber erstaunlich gut. Vermutlich weil ich Erfolgserlebnisse habe. Die absurden Kursanstiege der letzten Monate waren mir schon lange suspekt und ich hatte mich überwiegend raus gehalten und mit kleinem Einsatz auf Kurseinbruch gesetzt. Und jetzt kracht es einige Tage heftig. Gibt zwar nur einen kleinen Gewinn für mich, dazu kommt aber die Befriedigung, doch einigermaßen richtig gelegen zu haben.
Obwohl ich weniger Zeit und mehr Stress habe, habe ich das Gefühl mehr bzw. entspannendere Pausen zu haben. Es kommt dabei offenbar nicht nur auf die Länge und Anzahl, sondern vor allem auf die vorherrschende Grundstimmung an.

Nebenwirkungen:
Überdurchschnittlich häufig Fremdkörpergefühl. Mehrfach beidseitig, mehrfach echt unangenehm und mit Beeinträchtigung der Sehleistung: Augen nicht scharf einstellbar bzw. Einstellung nicht haltbar. Zwar sind die Augen auch bei Fremdkörpergefühl verstellbar, aber ab einer gewissen Unangenehmheit sucht man automatisch eher nach einer weniger unangenehmen Einstellung als nach einer schärferen Einstellung. Nach all den Jahren habe ich immer noch keinen Hinweis gefunden wann das Fremdkörpergefühl hauptsächlich auftritt. Oft kommt es in sowieso schon schlechten Phasen (wäre verständlich), dann tritt es aber auch mal urplötzlich mitten in guten Sehphasen auf. Einfach rätselhaft.


237. Monat (September 2015)
Monatsanfang mit viel Börsenstress und Problemen mit unserem Pflegefall. Aber auch einige Erfolgserlebnisse an der Börse und vermutlich deshalb zeitweise gutes bis sehr gutes Sehen. An mehreren Tagen ca. 10-12 Stunden ernsthafte, konzentrierte Bildschirmarbeit mit nur kurzen Pausen und alles ohne Brille (Abstand zum Bildschirm 35-50 cm). Im Freien Autonummern aus rund 30 Metern Entfernung erkannt. Meine Zufriedenheit wird allerdings durch häufige starke Schwankungen relativiert.
Sogar mit der +2-Gegenbrille erreiche ich ca. 30-40%, - voll ausreichend für einfache Arbeiten z.B. in Küche, Garten oder mit leichter gelegentlicher Einstellarbeit auch Zeitungslesen oder Bildschirmarbeit aus bis zu 40 cm Abstand.. Mit Gegenbrille weniger Schwankungen. Und der sonst in scharfen Momenten oder bei Gegenbrille übliche Grauschleier ist nahezu verschwunden.

Ab dem 17. ohne erkennbaren Grund allgemein schwächeres Sehen. Keine direkten Beschwerden. Vermutlich Erschöpfung. Ich bin müde und könnte ständig schlafen. Zeitweise ist mir leicht schwindelig. Ich arbeite am Bildschirm zu gut 50% mit Brille. Für sonstige Arbeiten reicht es aber ganz ohne Brille.
Direkt nach dem Abnehmen der Korrekturbrille habe ich jetzt übrigens häufig noch für einige Sekunden ein scharfes Bild. Es handelt sich dabei aber nicht einfach um ein scharfes Nachbild, sondern ich sehe für einen Augenblick auch dann noch scharf, wenn ich schnell das Beobachtungsobjekt wechsle. Diesen merkwürdigen Effekt hatte ich bereits in den ersten Trainingsjahren beobachtet. In dieser Schwächephase erstmals in diesem Monat leichtes Fremdkörpergefühl.

Nach etwa 5 Tagen Schwäche wieder gutes Sehen; fast noch besser als vorher. Hält aber nur rund 3 Tage. Es folgen einige Tage schwaches Sehen. Augen einfach kaum einstellbar und wenn doch dann verschwindet die Schärfe nach wenigen Sekunden. Zudem sehe ich zeitweise Flecken verschiedener Schärfe.

Letztes Wochenende etwas ruhiger und gutes bis sehr gutes Sehen. Es folgen 3 überwiegend stressige Tage mit wechselhaftem Sehen. Längere gute bis sehr gute, aber auch längere schwache Phasen. Besser als ständig schwankend, aber trotzdem unbefriedigend.

In diesem Monat ging eine Meldung durch die Presse, dass Kurzsichtigkeit in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Der Zusammenhang mit Bildschirmarbeit und insbesondere Kleingeräten wie Smartphones etc. ist jetzt kaum noch bestrittener Stand der Erkenntnis. Allerdings geht man weiterhin von einem Zusammenhang mit dem Augenlängenwachstum aus (zu lange Augäpfel = Kurzsichtigkeit). Man unterstellt jetzt aber, dass die Augenlänge nicht nur im Kindesalter wie bisher angenommen sondern bis weit über das 20. Lebensjahr (Ausbildungs- und Studienjahre) hinaus wachsen kann.
Ich glaube zwar weiterhin nicht, dass die Augenlänge die alleinige Ursache ist. Meine Augen sollten altersbedingt seit langem ausgewachsen sein und trotzdem schwankt mein Sehen beträchtlich. Zeitweise habe ich sogar Flecken unterschiedlicher Schärfe in einem Bild. Und ich kann trotz offensichtlich fixer Augenlänge mit Brillen zwischen +3 bis -9 Dioptrien manchmal 40% Sehleistung oder besser erreichen. Es muss also noch mindestens einen weiteren Faktor geben.
Aber egal. Man hat inzwischen das Problem erkannt und ist bereit, sich langsam vom Dogma der nur erblich bedingten Kurzsichtigkeit zu lösen. Die zunehmende Verbreitung von kleinen Bildschirmen wird noch manche neuen Erkenntnisse bringen und alte Vorstellungen widerlegen.
Und da man inzwischen einräumt, dass sich die Augen bzw. allgemeiner "der Sehapparat" nicht nur im Kindesalter sondern auch später ändern können, wird man auch nicht mehr ernsthaft behaupten können, Sehtraining wäre sinnlos weil sich das Sehvermögen nach dem Kindesalter nicht mehr beeinflussen lasse.

Nebenwirkungen:
Lediglich einige eher seltene Male geringes Fremdkörpergefühl.


238. Monat (Oktober 2015)
Monatsanfang uneinheitlich, Tendenz eher überdurchschnittlich. Immer wieder relativ lange, gute und bessere Phasen, aber dazwischen ohne erkennbares System schwache Phasen mit kaum einstellbaren Augen (dann Bildschirmarbeit aus mehr als 30 cm nur mit Brille möglich). Viel Bildschirmarbeit, kaum Entspannung oder Zeit für Sehübungen. Die schlechten Phasen nehmen in Länge und Häufigkeit zu. Nach rund einer Woche generell schwaches Sehen (Augen kaum einstellbar bzw. Schärfe nicht zu halten). Zeitweise Kopfschmerzen, Fremdkörpergefühl (einige Male auf beiden Augen gleichzeitig).
Am zweiten Sonntag kleine Radtour; dabei auch nach 2 h ruhiger Fahrt nahezu keine Besserung.

Ab dem 3. Wochenende allmähliche Besserung. Dummerweise habe ich mich wieder einmal in eine intensive Bastelei verbissen die mich mehrere Tage und Nächte beschäftigt. Weniger das eigentliche Basteln als mehr das Suchen nach Infos und Teilen im Internet. Dadurch würge ich immer wieder die aufkommende Besserung ab. Erst ab dem 4 Wochenende habe ich dann wieder etwas Ruhe und die Besserung kann sich doch noch teilweise durchsetzen. Viel gutes Sehen, aber nicht extrem gut und auch einige längere schwache Phasen darunter. Zudem oft Fremdkörpergefühl. Dann wieder viel Börsenstress und an einem Tag muss ich ein paar Kilo Zwiebeln zum Einfrieren schneiden (verschlechtert die Sehleistung für einige Stunden obwohl ich es direkt am offenem Fenster mache). Alles ziemlich suboptimal und insgesamt kann ich diese Tage nur knapp als gute Sehphase bezeichnen. Immerhin sind die Ursachen klar, warum es nicht besser wird.
Die letzten 2 Monatstage dann aber doch noch etwas Zeit und Ruhe für entspanntes Sehen. Sehen über alle Entfernungen bessert sich auf zeitweise fast sehr gut. Dabei kaum Grauschleier.

Nebenwirkungen:
Relativ häufig Fremdkörpergefühl.

Es gehört zwar nicht direkt zum Thema Sehtraining sondern mehr zum Thema Bildschirmarbeit, aber ich habe eine kurze Anleitung erstellt, wie man mit mehreren Betriebssystemen gleichzeitig an einem Bildschirm arbeiten kann und dazu auch eine kleine Einführung in Linux. Der Link dazu findet sich ganz unten auf der Hauptseite sehtraining.de


239. Monat (November 2015)
Probleme und Sorgen mit unseren Pflegefall. Er will immer weniger Essen und Trinken. Ich weiß aus Erfahrung, dass die letzten Wochen und Tage oft an zunehmender Nahrungsverweigerung erkennbar sind. Allerdings nicht auf derart rabiate Art und Weise. Manchmal wedelt er heftig abwehrend mit den Händen vor dem Mund herum, kneift die Lippen fest zusammen und, falls man doch etwas hinein bekommt, spuckt er es wieder aus. Manchmal ist er zwar erschöpft und entsprechend passiv, aber das hilft auch nicht weiter, denn dann macht er den Mund gar nicht mehr zu und alles was man hinein gefüttert hat läuft wieder raus. Alle paar Tage ist er auch wieder mal gut beisammen und isst aus eigenem Antrieb kräftig. Aber die Gesamttendenz ist eindeutig und er wird immer schwächer und nimmt ab. Leider kann man aufgrund seiner Demenz nicht herausfragen, woran es liegt, ob und wo er Schmerzen hat, usw. Vermutlich sterben manche Demenzkranke infolge an sich beherrschbarer Probleme. Aber sie sind nicht in der Lage, ihr Problem mitzuteilen, und so unterbleibt die notwendige Hilfe.

Alles sehr nervenaufreibend und allein für die Fütterei und damit verbundene Putzerei gehen pro Tag mehrere Stunden drauf. Nebenbei noch jede Menge Börsenstress. Ich habe eine sehr komplexe Handelsposition laufen bei der ständig in Abhängigkeit von der Kursbewegung neue Aufträge eingegeben werden müssen. Man kann zwar einiges auf Vorrat eingeben und dann automatisch ausführen lassen. Aber bei heftigen Kursbewegungen reicht das nur für wenige Minuten und dann muss man wieder manuell eingreifen: Deshalb kann man da nicht einfach mal für ein paar Stunden wegschauen weil gerade etwas anderes wichtig ist. Also muss ich Börse und Pflegefall ständig im Auge behalten. Das ist auf Dauer nicht nur stressig sondern sorgt auch für ein schlechtes Gewissen und verstärkt dadurch vermutlich den Stress.

Sehen an diesen Tagen natürlich ganz überwiegend schlecht. Häufig Fremdkörpergefühl, auch beidseitig. Phasen mit extremen Kopfschmerzen. Verkrampfungsgefühl in Stirngegend, mit und ohne Brille, dabei mit Brille aber besseres Sehen da verstellbar. Ohne Brille kaum verstellbar, d.h. es kann sein, dass ich auf eine bestimmte zufällige Entfernung nahezu perfekt sehe, etwas weiter oder näher ist aber nicht einstellbar. 500 mg ASS bringen kaum Linderung und mehr möchte ich nicht nehmen. Trotz allem ist mein Sehen ohne Brille klar besser als früher vor dem Sehtraining und es gibt sogar gute Phasen. Letzteres insbesondere am Wochenende (geringerer Stress da Börsen geschlossen).

Mitte des Monats ist unser Pflegefall für einige Tage im Krankenhaus Neben einer leichten Lungenentzündung findet sich auch ein Tumor im fortgeschrittenem Stadium. Wegen seines Alters und Schwächlichkeit erscheint eine Operation kaum sinnvoll. Die Wahrscheinlichkeit bereits an der Operation zu sterben ist hoch und aufgrund seiner Demenz ist keine konstruktive Mitarbeit durch ihn zu erwarten. Er verweigert schon jetzt oft die Medikamenteneinnahme, spuckt Tabletten wieder aus, reißt sich Verbände ab, kratzt Wunden auf, usw. Also wieder nach Hause, ein paar zusätzliche Medikamente, beobachten und hoffen, dass er noch etwas Zeit hat und es schmerzfrei abläuft.
Die ersten Tage wieder zu Hause sind extrem anstrengend. Er wehrt sich gegen fast alles und die Instruktionen des Krankenhauses erscheinen als Hohn. Z.B. darf er wegen Schluckbeschwerden nur dünnen Brei einnehmen. Gleichzeitig soll aber aber extrem dicke Tabletten nehmen die laut Anleitung nicht zerkleinert werden dürfen. Wie soll er die denn schlucken? Geht natürlich doch nur pulverisiert. Die Infos des Krankenhauses sind derart widersprüchlich und unvollständig, dass wir ohne stundenlange Recherchen in Internet völlig hilflos gewesen wären und womöglich verhängnisvolle Fehler gemacht hätten.

Erstaunlicherweise sehe ich in diesen Tagen mehrfach lange Zeit ungewöhnlich gut und vor allem schwankungsfrei. Sogar das rechte Teilbild ist besser und stabiler als gewöhnlich. Ich habe ähnliches schon einige Male erlebt in Momenten, in denen mir eine unausweichlich Niederlage klar wurde. Z.B. wenn mir bei einem Börsengeschäft plötzlich dämmert, dass ich falsch liege und die Position definitiv nicht mehr zu reparieren ist. Plötzliche totale Ernüchterung, Entspannung und eine irgendwie merkwürdige, fast angenehme Ruhe im Kopf. In solchen Momenten sehe ich dann manchmal für viele Minuten bis mehrere Stunden am Stück nicht nur gut (nicht unbedingt extrem gut aber doch etwa so wie früher mit Brille) sondern auch ohne jegliche Schwankung oder Flecken (aber etwas kontrastärmer, also mit ganz leichtem Grauschleier).

Bis auf die letzten 3 Tage bin ich den ganzen Monat bei unserem Pflegefall. Gegen Monatsende bekomme ich zunehmend Rückenprobleme. Das stundenlanges Füttern in oft weit vorgebeugter Haltung (weil er dauernd den Kopf wegdreht) fordert Tribut den ich auch durch häufige Rückenübungen immer weniger ausgleichen kann.
An meinem letzten Tag isst und trinkt er plötzlich wieder deutlich besser als vorher. Vermutlicher Grund: Er hat jetzt ständig ein Schmerzpflaster. Das Ess- und Trinkproblem war offensichtlich schmerzbedingt, aber wir haben seine Signale nicht richtig verstehen können.

Nebenwirkungen:
In der ersten Monatshälfte zeitweise starkes Fremdkörpergefühl und/oder extremen Kopfschmerzen. Vermutlich stressbedingt. Zweite Monatshälfte kaum Probleme.


240. Monat (Dezember 2015)
Erste Woche des Monats bei mir zu Hause. Viel Arbeit nachzuholen bzw. vorzuarbeiten, aber kein extremer Stress da ich mir die Arbeit selbst einteilen kann und nicht dauernd auf irgendwelche unvorhersehbare Ereignisse reagieren muss. Sehen anfangs um meist mittelmäßig, dann tägliche Besserung. Sonntag vormittags mehrere Stunden diverse Arbeiten mit der +2-Gegenbrille erledigt. Sehen damit ziemlich stabil bei wohl knapp 40%. Rechner erst am Spätnachmittag angeschaltet und Sehen ohne Brille am Fernbildschirm ohne viel Einstellbemühungen mehrere Stunden lang noch etwas besser, aber mit leichten Schwankungen (ca. Bereich 40-80%). Verschlechterung sobald ich mehrere Minuten nur am Nahbildschirm arbeite.

Zweite Woche zeitweise extremer Börsenstress (Ölpreis-Chaos). Sehleistung bricht nur leicht ein. Ich könnte vermutlich ohne Brille arbeiten. Aber aus Angst, in der Hektik Fehler zu machen, arbeite ich zeitweise lieber doch mit Brille. Beruhigt irgendwie und nimmt damit einen Teil des Stresses.
Ansonsten überwiegend recht gutes aber nicht extrem gutes Sehen. Tod eines Familienmitgliedes. Sehen bleibt relativ gut.

Ab 3. Woche wieder bei unserem Betreuungsfall. Seine Schluckbeschwerden sind fast verschwunden. Wir haben das normale Füttern aufgegeben und sind zu einem flüssigen Nahrungskonzentrat übergegangen. Nur so können wir ihm den notwendigen Bedarf an Flüssigkeit und Nährwert zuführen. Er kneift anfangs zwar immer die Lippen zusammen, aber mit leichter Gewalt kann man einen Schnabelbecher einführen und dann schluckt er aktiv, manchmal sogar richtig gierig. So bekommt er etwa alle halbe Stunde 50 ml. Mehr nicht auf einmal, sonst übergibt er sich und die Mühe der letzten Stunden war vergebens. Aber er nimmt weiter ab. Arme und Beine sind schrecklich dünn. Häufig macht er mit seinen Armen weiträumige, unverständliche Bewegungen in der Luft und ist schweißnass und trotzdem kalt.
Kurz vor Weihnachten stirb er (Dezember scheint der bevorzugte Sterbemonat in unserer Familie). Ich hatte ihn gut eingepackt in seinen Lehnsessel neben der Heizung platziert und noch eine Portion Flüssignahrung verabreicht. Dann habe ich einiges in der Küche erledigt und als ich zurückkomme sitzt er mit weit aufgerissenen Augen und Mund da und gibt keinerlei Reaktion mehr von sich. Kein schöner Anblick als Abschiedserinnerung.
Obwohl es natürlich früher oder später zu erwarten war bin ich irgendwie verblüfft. Jahre lang hat er sich immer wieder von schweren Krisen und Schwächephasen erholt, war plötzlich wieder putzmunter und hat mich mit seinen Streichen auf Trab gehalten. Und jetzt soll damit plötzlich wirklich endgültig Schluss sein?
Mir ist übel. Ich kann einige Tage kaum essen, trinken, schlafen und ich friere. Sehen erstaunlicherweise mindestens mittelmäßig, oft besser.

Ich war ursprünglich als einziger gegen die Betreuung durch die Familie. Aber im Lauf der Zeit stieg mein Anteil an der Betreuung auf deutlich über 50%. Die anderen Familienmitglieder waren oft nervlich überfordert oder konnten die Aufgabe auf Dauer aus beruflichen oder familiären Gründen nicht wie zugesagt durchhalten. Mir dagegen war trotz allem Stress die Aufgabe irgendwie an Herz gewachsen. Mit zunehmender Hilflosigkeit wurde unsere Pflegefall für mich so eine Art Ersatzbaby. Und es hat wohl auch meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt: Vielleicht schaffen wir noch ein Jahr, und noch ein Jahr, ... - rund 94 ist jetzt der Endstand.
Ich glaube, es hat ihm tatsächlich geholfen, dass er zu Hause war und alles nach seinem jeweils aktuellen Tagesrhythmus gelaufen ist. Er konnte schlafen wann und wie lange er wollte, und wach sein und essen wann und wie viel er wollte. In einem Heim mit zeitlich geregeltem Tagesablauf wo er z.B. zu festen Zeiten aus dem Schlaf gerissen worden wäre obwohl sein Kreislauf gerade einen anderen Rhythmus drauf hatte, wäre es nicht so lange gut gegangen.

In den ersten Jahren habe ich noch viele Pläne gemacht, was ich alles machen will, wenn unser Pflegefall nicht mehr ist. Jetzt ist es so weit. Die Vorgängergeneration ist fast ausgestorben und mein eigenes Leben geht in seine letzte Runde. Theoretisch könnte ich jetzt vermutlich noch ein paar Jahre machen was ich will und so richtig leben. Aber ich habe im Augenblick keinerlei Ahnung oder Wünsche, was ich jetzt machen soll. Für manches bin ich nun zu alt und noch klar genug, um das zu erkennen. Und ich habe im Moment einfach auf kaum etwas Lust. Da ist nur Leere. Neues Haus, neue Wohnung? Wozu eigentlich? Herumreisen wie Millionen andere Alte und Tausende Handy-Fotos von Orten machen, die man auch jederzeit per Internet betrachten könnte? Radtouren? Vielleicht, aber im Moment reizt mich selbst das kaum.
Sicher, das ist schlechte Stimmung aufgrund der Ereignisse. Hatte ich schon mehrfach im Leben und hat sich immer wieder gelegt. Aber mit zunehmendem Alter und Erfahrungen hat man immer weniger Gründe, sich Illusionen über die Zukunft zu machen.
Ich werde wohl erst mal einige Nachlässe ordnen müssen. Aber schnell und ohne ins Detail zu gehen, sonst dauert es Jahre und wird emotional zu belastend.

Und langsam steigernd wieder regelmäßig und härterer Sport, und versuchen, körperlich noch mal optimal fit zu werden. Ich bin in den letzten Jahren offensichtlich 2-3 cm kleiner geworden. Die andere Erklärung, dass meine Hosen länger geworden wären, ist eher unwahrscheinlich. Eventuell spielt auch die verminderte Bundweite eine Rolle, denn mein Körpergewicht liegt jetzt etwa 6-8 kg tiefer (wegen Stress und Zeitmangel zu wenig gegessen und Muskelmasse verloren wegen zu wenig Training). Körperhaltung ist noch brauchbar, war aber schon besser.
Mal sehen, ob ich das noch ein letztes Mal in Ordnung bringen kann? Obwohl ich mir dazu auch die Frage stelle: Wozu eigentlich? Gewohnheit und weil ich sonst nichts anderes zu tun habe?

Das Einzige, wo ich das Gefühl habe, noch etwas Sinnvolles leisten zu können, ist meine Arbeit am Sehtraining. Nach mehreren Jahren unter teilweise extremen Stresssituationen könnte jetzt die Gelegenheit sein, wieder einmal längere Zeit Erfahrungen in hoffentlich entspannteren Situationen und mit mehr Zeit für ernsthaftes Sehtraining zu sammeln.

Rest des Monats überwiegend gutes Sehen. Meist ganz leichter Grauschleier und zeitweise scheint das Bild aus mehreren Bereichen leicht unterschiedlicher Schärfe und mit leicht unterschiedlichem Grauschleier zu bestehen. Bemerkt man aber nur wenn man den Kopf bewegt, so dass die Beobachtungsobjekte durch die verschiedenen Bereiche wandern.
Häufig kurze, extrem scharfe Phasen in denen ich aus fast 1 Meter Entfernung feinste Details am Bildschirm erkennen kann. Ermutigend, hält aber maximal 30 Sekunden und vergrößert im Ergebnis den Schwankungsbereich, was wiederum frustriert.
Dagegen schnelle Verschlechterung meines Sehens sobald ich mehr als ca. 10 Minuten Naharbeit (Nachlass durcharbeiten) am Stück betreibe. Unschön, aber nicht wirklich beunruhigend da die Ursache klar ist und ich durch wenige Minuten Sehtraining auf mittlere und große Entfernung wieder gutes Sehen erreiche.
Insgesamt betrachtet, nachdem nun ein Teil des Stresses vermutlich dauerhaft entfallen wird, dürfte es mit meinem Sehen wieder aufwärts zu gehen. Schon die Hoffnung darauf scheint zu wirken.

Nebenwirkungen:
Zeitweise Fremdkörpergefühl, insbesondere an den an sich besonders guten Tagen. Im Freien die üblichen jahreszeitlichen Störungen durch Tränerei. Aber eher geringer als früher.


Bilanz nach 20 Jahren Sehtraining:
Einerseits: Nach den schönen, schnellen Erfolgen der Anfangsjahre war ich fest davon ausgegangen, dass mein Sehtraining nach 20 Jahren längst erfolgreich beendet und kein Thema mehr sein würde. Insofern bin ich enttäuscht.

Andererseits: Obwohl sich die Anforderungen an mein Sehvermögen infolge der extrem zugenommenen Bildschirmarbeit und persönlichen Stresses (Pflegefall und immer hektischeres Börsengeschehen) enorm erhöht haben, sehe ich heute mit Brille etwas besser als früher mit Brille und ohne Brille vielfach besser als früher ohne Brille. Zeitweise sehe ich heute ohne Brille sogar deutlich besser als früher mit Brille.
Zur Erinnerung: Mit dem Sehtraining habe ich nur und erst begonnen, als mir klar wurde, dass ich trotz immer stärkerer Brille immer größere Sehprobleme bekam. Ohne Sehtraining könnte ich vermutlich mein heutiges Pensum an Bildschirmarbeit auch mit der stärksten Brille überhaupt nicht bewältigen. Mit Sehtraining kann ich dagegen einen erheblichen Teil meiner Arbeit sogar ohne Brille erledigen. Zwar mit etwas weniger Abstand zum Bildschirm als bei den meisten Mitmenschen, aber dafür liegt meine wöchentliche Bildschirmarbeitszeit sicherlich weit über dem Durchschnitt.

Es gab einige Besserungen und Erkenntnisse im abgelaufenem Jahr:
Ein Grund für Fortschritte war sicherlich mein Einsehen, dass eine schwache Gegenbrille mehr bringt als eine starke. Am besten sind die Tage, an denen ich mich morgens die ersten Stunden fern von Bildschirmarbeit halten kann und nur normale Tätigkeiten (Haushalt, Garten, Lesen) mit der +2-Ggenbrille und, falls das auf Dauer zu anstrengend ist, ganz ohne Brille ausführe. Bildschirmarbeit erst ab Nachmittag und mit vielen Pausen. Dann schaffe ich immer noch 6-8 h Bildschirmarbeit mit oft erstaunlich gutem Sehen.Und das an mindestens 6 Tagen die Woche. Bei stärkerer Fehlsichtigkeit dürften alle Methoden mit Gegenbrille aber vermutlich erst im fortgeschrittenen Trainingsstadium machbar sein.

Der Grauschleier ist in letzter Zeit deutlich seltener und schwächer geworden. Es fehlt aber weiterhin eine Erklärung, worauf der Grauschleier beruht.

Ebenfalls Besserung beim Astigmatismus. Jetzt im dunklen Halbjahr hängen heute überall LED-Lichter, Lichterketten und ähnliche zweifelhafte Beweise unseres technischen Fortschritts. Ich sehe diese Lichter zwar fast immer noch mit störendem Geflimmer drumherum, aber im Gegensatz zu früher kann ich den echten Leuchtpunkt heute meist deutlich heller und klarer ausmachen und von den Störlichtern unterscheiden.
Im übrigen sehe ich auch mit meiner alten starken Korrekturbrille mit Astigmatismuskorrektur ein gewisses Maß an Störgeflimmer. Meine Hornhaut ist offenbar zu unregelmäßig um das völlig wegzubekommen.

Mein rechtes Auge ist weiterhin seit Jahren etwa konstant deutlich schwächer als das linke (es gibt aber ausnahmsweise auch rechts kurze scharfe Phasen). Ich teste das ab und zu, insbesondere wenn ich Besonderheiten im Gesamtbild beobachte, aber ansonsten kümmere ich mich nicht darum. Wird meistens irgendwie vom besseren linken Teilbild überspielt und stört deshalb selten beim Gesamtbild.

Es gibt lange, relativ gute Sehphasen die mehrere Tage am Stück dauern können (mit gewissen Schwankungen). Aber Irgendwann sehe ich wieder zumindest vorübergehend schlechter. Diese Verschlechterungen treten manchmal sogar bei idealen Bedingungen (Entspannung, Ruhe, kein Zeitdruck) auf wo man es nicht erwarten würde. Ich kann das nur mit einer Art "Seherschöpfung" erklären, was bedeuten würde, dass mein gutes Sehen nicht nur auf optimaler natürlicher Entspannung beruhen kann, sondern doch auch von irgendeiner Bemühung/Anstrengung getragen wird.

Neben den längeren relativ guten oder schwachen Sehphasen bleiben noch die häufigen alltäglichen Schwankungen. Während relativ guter Sehphasen schwankt es zwar auf höherem Niveau als während relativ schwacher Phasen, aber es schwankt und das stört nicht nur in der Sehpraxis, sondern es verunsichert auch. Denn ich habe immer noch keine brauchbare Erklärung dafür gefunden. Ich weiß nur aus Erfahrung, dass mein Sehen ohne Brille nicht stabil ist und ich jederzeit unerklärbare Schwankungen und Einbrüche erleben kann.
Das Merkwürdige ist dabei, dass beim Sehen mit Brille, egal ob Korrekturbrille oder Gegenbrille, nur geringe und kaum störende Schwankungen auftreten. Wenn ich einmal davon ausgehe, dass meine Kurzsichtigkeit hauptsächlich auf Verkrampfungen beruht, dann muss ich als nächstes unterstellen, dass diese Verkrampfungen relativ stabil sind. Dass es also gewissermaßen immer am gleichen Punkt einrastet. Nur so wäre es zu erklären, dass eine Korrekturbrille mit fester Einstellung helfen kann. Sie überbrückt die Differenz zur richtigen Einstellung.
Wenn nun die vermutete Verkrampfung durch Sehtraining gelöst wird, dann rastet es nicht so dauerhaft an einem bestimmten Punkt ein. Man müsste die richtige Einstellung selbst halten. Das würde sowohl die Schwankungen als auch die vermutete Anstrengung erklären. So weit, so klar.
Aber warum reduziert auch eine Gegenbrille die Schwankungen?

Wie bereits unter September erwähnt, setzt sich nun endlich auch in der breiten Meinung die Erkenntnis durch, dass unsere Abhängigkeit von (oft immer kleineren) Bildschirmen einen großen Anteil an der Zunahme von Sehproblemen hat und das ganze Thema unter diesem Blickwinkel neu angegangen werden muss. Oder deutlicher gesagt: Sehtraining wird langsam hoffähig. Auch wenn teilweise unter neuen Bezeichnungen und Begründungen.


241. Monat (Januar 2016)
Monatsanfang viel zu tun, aber vieles davon ohne Zeitdruck und Stress. Sehen überwiegend gut. Ab dem 5. dann zunehmend längere schwache Phasen. Vermutlich Erschöpfung. In den Folgetagen weitere Verschlechterung. Immer seltener und kürzer gute Phasen. Auch in den relativ guten Momenten oft einzelne unscharfe, manchmal neblige Flecken. Häufig Fremdkörpergefühl. Nicht unbedingt stark, aber langanhaltend. Da ich mehrere relativ guten Wochen hinter mir, habe empfinde ich es vorerst auch kaum als Niederlage, jetzt zeitweise am Bildschirm mit Brille zu arbeiten.

An sich will ich nun wieder regelmäßiger mindestens 20-30 Minuten systematisches Sehtraining pro Tag betreiben und nicht nur gelegentlich etwas improvisiertes Training. An einigen Tagen klappt es, an anderen Tagen vergesse ich es bzw. muss wegen extremer Börsenturbulenzen gleich morgens mit Bildschirmarbeit starten statt konsequent vor dem Einschalten des Rechners die erste Portion Sehtraining durchzuziehen.
Offenbar bin ich zurzeit auch noch sehr vom Tod unseres Pflegefalls betroffen. Ich kann mich schwer konzentrieren, meine Gedanken springen ständig kreuz und quer und ich habe immer wieder Anfälle von Schüttelfrost. Wie treffend ist doch der Spruch: Einen Menschen in seinem letzten Lebensabschnitt bis zum Ende zu begleiten ist ein Kampf, den man immer verliert und sich danach auch noch lange Vorwürfe macht. Und auch ich finde diverse Details, die ich anders/besser/früher machen bzw. bemerken hätte müssen. Vermutlich hätte nichts davon den Ausgang wesentlich verändert, aber diese Gedanken sind unangenehm und störend.

Im Verlauf des Monats nimmt der Börsenstress noch zu. Obwohl es an der Börse überwiegend gut für mich läuft wird mein Sehen immer schlechter. Augen zeitweise kaum einstellbar und flaue Kontraste. Mit Brille ist es zwar besser, aber doch eindeutig schlechter als normalerweise mit Brille. Ich bekomme das Bild nur mit viel bewussten Einstellbemühungen scharf und die Schärfe bleicht schnell weg. Immerhin ist nach Abnehmen der Brille mein Sehen ohne Brille für einige Sekunden besser als vorher ohne Brille. Dann aber schon wieder Verschlechterung.

Am 26. vormittags rechts mehrere Stunden ein großer fettfleckähnlicher unscharfer Fleck und mittelstarkes Fremdkörpergefühl.

An den letzten 2 Monatstagen (Wochenende) etwas Zeit für Sehtraining mit Gegenbrille. Hilft nur wenig.
Insgesamt unbefriedigender Monatsausklang. Die Schwächephase zieht sich länger hin als üblich. Ursache unbekannt. Mir fällt dazu auf, dass ich mich beim Tippen auf der Tastatur ungewöhnlich oft vertippe. Da ich meist blind tippe kann das kein reines Sehproblem sein. Irgendwas in meinem Kopf funktioniert zur Zeit offenbar nicht so präzise wie sonst.

Nebenwirkungen:
Häufiger als sonst Fremdkörpergefühl.


242. Monat (Februar 2016)
Erste Monatswoche wenig Ruhe und Sehtraining, Sehen verschlechtert sich tendenziell weiter: Doppelkonturen, flauere Kontraste (aber nicht so flau wie zu Beginn des Trainings), allgemeine Unschärfe. Mit Brille gleiche Probleme, nur etwas weniger schlimm. Scharfe Phasen halten maximal 3 Sekunden. Viel Börsenstress, aber das dürfte nicht allein die Ursache sein. Ich habe offenbar auch irgendeine Entzündung im Hals. Dazu etwas Schnupfen und gelegentlich Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost.
Wochenende etwas Sehtraining. Besserung nur bis etwa mittelmäßig.

Folgewoche Sehen eher noch schlechter. Diverse Wehwehchen. Bin bei unserem Pflegefall am Räumen/Ordnen/Sortieren und im Keller, Dachboden und einigen lange nicht genutzten Zimmern bekomme ich immer wieder Staubwolken ab, die mein Halsproblem verschlimmern. Niesen, Husten, Taschentuch ist nach dem Schnäuzen dunkel. Meine Augen brennen zeitweise leicht.
Wochenende trotz etwas Ruhe (kein Börsenstress) Kopfschmerzen, Schüttelfrost und noch schlechteres Sehen.

Dritte Woche: Zeitweise Anzeichen von Besserung beim Sehen. Wegen der Börsensituation muss ich aber morgens sofort mit der Bildschirmarbeit beginnen und würge die Besserung dadurch immer schnell ab. Nach einigen Tagen wieder fast ständig schwaches Sehen und häufig Kopfschmerzen. Ich kann nur ein paar Minuten ohne Brille am Bildschirm arbeiten. Und auch mit Brille artet es schnell in Quälerei aus.

Rest des Monats zwar einige bessere Phasen, aber alles zusammen keine wirkliche Besserung. Sehen ganz überwiegend schwach. Hauptsächlich allgemeine Unschärfe, auch mit Brille. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Problem nicht beim Sehen liegt, sondern meine aktuell angeschlagene Gesundheit dürfte Ursache allen Übels sein.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Obwohl es nicht wirklich kalt ist im Freien meist starke Tränerei.


243. Monat (März 2016)
Trotz weiterhin viel Arbeit/Stress langsame Besserung. Sehen bessert sich offensichtlich sogar schneller als mein allgemeiner Gesundheitszustand. Ungefähr eine Woche gutes, zeitweise sogar sehr gutes Sehen. Leider taucht gleichzeitig das Fremdkörpergefühl wieder häufiger auf (meist rechts).
Folgewoche dann stark schwankend. Zwar auch einige gute Phasen, aber überwiegend längere schwache Phasen. Schärfe kaum einstellbar bzw. eingestellte Schärfe nur kurz zu halten. Ich muss anmerken, dass ich seit einigen Monaten in Öl spekuliere. Während die meisten anderen Werte nur während der 6-8 Öffnungsstunden einer bestimmten Börse ständig beobachtet werden müssen, läuft die Ölspekulation praktisch 24 Stunden lang rund um die Welt. Das macht die Angelegenheit wesentlich anstrengender und stressiger und ist deshalb auf Dauer gar nicht gut für mein Sehen.
Wochenende Radtour gemacht. Kalt, Tränerei, schlechtes Sehen. Aber nach gut 2 Stunden dann innert weniger Minuten Umschwung zu erstaunlich gutem Sehen. Ohne den Fahrtwind und die störenden Tränen wäre es vermutlich nahe sehr gut gewesen. Schön, geht also doch noch!

Folgewoche leider schon wieder überwiegend schwaches Sehen. Fühle mich insgesamt nicht wohl. Zeitweise schmerzt fast alles, mir ist kalt und ich nehme weiterhin ab. Dazu viel Arbeit. Ich frage mich, wie ich in den letzten Jahren all die Probleme mit unserem Pflegefall bewältigt habe wenn ich jetzt ohne ihn meine Arbeit kaum schaffe? Vermutlich gibt es zusätzlich Kraft und Motivation wenn man für jemand anderen sorgen muss. Zudem kann man in solch einer Situation alle weniger wichtigen Dinge mit gutem Gewissen auf irgendwann später verschieben.
Jetzt ist irgendwann später und ich muss das alles nachholen. Z.B. ganz nebenbei alle seine Musikkassetten und Schallplatten auf Computer überspielen. Beim Aufräumen finden sich kistenweise über 100 Jahre alte Dokumente zu Vorfahren, die schon lange vor meiner Geburt gestorben sind. Merkwürdige Küchengeräte aus Holz oder Gusseisen, und, und ... Ich muss mich immer wieder zum Weiterarbeiten und Wegwerfen zwingen, sonst wird es nicht weniger und ich bleibe ewig bei diesen Arbeiten hängen.

Samstag kleine Radtour. Nach knapp 2 Stunden bessert sich mein Sehen wieder ziemlich plötzlich. Es ist draußen nicht wirklich kalt, aber mir wird so kalt, dass ich die Tour verkürze. Seit unser Pflegefall gestorben ist scheint mein persönlicher "Frierpunkt" um einige Grad höher zu liegen als früher.
Sonntag bleibe ich den ganzen Tag im geheizten Haus und versuche mich zu schonen. Wenig bzw. nur leichte Arbeiten, etwas leichter Sport, etwas lockeres Sehtraining. Sehen gut, aber nicht sehr gut. Ich schaffe es, auch die Folgetage mindestens teilweise erholsam und warm zu gestalten. Sehen meistens mindestens gut. Arbeit am Bildschirm relativ problemlos aus bis zu 50 cm Entfernung ohne Brille. Für kurze Phasen sogar mit +2-Gegenbrille. Dabei Schärfe zwar etwas geringer aber stabiler (weniger Schwankungen). Leider immer wieder längere Phasen mit mittleren Fremdkörpergefühl rechts.

Rest des Monats alles etwas langsamer. Mehr Ruhe. Ich bleibe überwiegend im Haus, nur moderat Sport, etwas mehr und ruhigeres Sehtraining als in den letzten Monaten. Bildschirmarbeit wird auf insgesamt 6-10 h je Tag reduziert. Sehen zwar nur um mittelmäßig, aber ausreichend um zu 99% ohne Korrekturbrille auszukommen. Manchmal mit etwas Anstrengung, aber ich habe ja Zeit. Ab und zu kann ich sogar mit der +2-Gegenbrille arbeiten.
Körperlicher Allgemeinzustand überwiegend bescheiden. Oft Frieren, leichte Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Feuchte Luft hilft. Ich vermute, dass ich jetzt erst einmal all die Krankheiten nachhole die ich in den letzten Jahren nicht wirklich auskuriert sondern unterdrückt habe weil ich mir wegen unseres Pflegefalls keine Krankheit erlauben konnte. Deshalb auch die Friererei die zu häufigen Heizen verleitet. Folge ist trockene Luft. Dazu immer wieder Staub beim Räumen. Das führt zu Halsproblemen, usw. - mit dem Sommer wird sich das hoffentlich wieder einpendeln.

Nebenwirkungen:
Recht häufig mittelstarkes Fremdkörpergefühl. Meist nur rechts.


244. Monat (April 2016)
Soweit möglich will ich den ganzen Monat etwas ruhiger und erholsamer gestalten. Werktags maximal 10 h Bildschirmarbeit mit Pausen, Wochenende Rechner möglichst erst am Spätnachmittag anschalten, langsam wieder häufiger und längere Radtouren,
An den meisten Tagen der ersten Monatshälfte halte ich diese Vorsätze auch durch, bleibe aber trotzdem weit entfernt von dem Zeiteinsatz für Sehtraining und Entspannung der ersten Trainingsjahre. Sehen etwa mittelmäßig bis etwas darüber. Besser nicht, vermutlich weil ich körperlich nicht in bester Form bin und vor allem weil ich wegen Börsenkursen morgens gleich an den Bildschirm muss. Das ist immer Gift. Es reicht aber um fast alles immer ohne Brille oder sogar mit +2-Gegenbrille erledigen zu können, denn ich stehe nicht unter extremen Zeitdruck. Bei Radtouren kann ich feststellen, dass die starke Besserung des Sehens immer früher eintritt. Statt 2 h dauert es am Ende des Monats manchmal nur noch gut 1 h.

Mitte des Monats ca. 4 Tage schwaches Sehen. Zeitweise Kopfschmerzen und Verkrampfungsgefühl im Augen-Stirn-Bereich.
Danach eine relativ ruhige Woche. Oft schönes Wetter und Zeit im Garten, langsam abnehmende Halsprobleme, ein paar schöne Erfolge an der Börse. Mein Sehen verbessert sich Tag für Tag. Längere gute bis sehr gute Phasen (sehr gut beginnt für mich zurzeit wenn ich ohne Brille besser als früher mit Brille sehe).

Rest des Monats leider wieder deutlich schwächer. Ursache ziemlich eindeutig Stress. Mir sind einige Dinge schief gelaufen und das bedeutet mehr Arbeit und Kosten als geplant. Fühle mich auch schon wieder kränklich und friere oft. Sehen bescheiden; allgemeine Unschärfe und zeitweise seitlich versetzte verwaschene bis verdoppelte Konturen. Kaum Zeit für Entspannung und Sehübungen. Und wenn ich doch mal einigen Minuten entspannen kann dann erlebe ich zwar eine schnelle Verbesserung, aber mehr als maximal 50-60% sind auch in diesen Momenten nicht drin.
Letzte 2 Tage des Monats noch schlechter. Kopfschmerzen und Augen irgendwie verkrampft und kaum einstellbar. Mit Brille sehe ich zwar besser, aber auch da sind die gleichen Grundprobleme seh- und fühlbar.

Nebenwirkungen:
Im ganzen Monat kaum Fremdkörpergefühl.


245. Monat (Mai 2016)
Monat beginnt mit Wochenende. Kleine Radtouren. Sehen bessert sich, wird aber nicht wirklich gut. Und sobald ich wieder am Bildschirm sitze geht es schnell wieder deutlich abwärts. Mein aktuelles Problem ist die Renovierung des Hauses unseres Pflegefalls. An sich hatte ich mir in den letzten Jahren recht konkrete Pläne zurechtgelegt, was wie zu machen ist. Jetzt wo es an die Verwirklichung geht muss ich feststellen, dass es inzwischen jede Menge neue Vorschriften gibt und die alten Pläne so nicht verwirklicht werden können. Insbesondere bei der Elektrik gibt es neue Sicherheitsvorschriften mit der Folge, dass man es entweder exakt so lassen muss wie es war. Sogenannter Bestandsschutz; nur defekte Teile darf man austauschen, aber nur mit exakt gleicher Funktion am gleichen Platz. Statt einer Steckdose eine Doppelsteckdose oder eine Steckdose ein paar Zentimeter versetzen, und schon ist der Bestandsschutz verfallen und man müsste es mindestens ab dieser Stelle nach den neuen Vorschriften ganz neu machen. So wie ich die Renovierung geplant hatte müssten wir im Ergebnis alle Kabel, Rohre, usw. komplett neu verlegen. Das wollen wir aber lieber nicht. Also wieder viele Stunden Recherche im Internet um die neuesten Vorschriften, Anleitungen, Teile, usw. zu erforschen und neu planen.
Das ist natürlich gar nicht gut für mein Sehen und es demotiviert enorm, wenn ich gleich beim Aufstehen daran denken muss, dass ich vermutlich viele Wochen lang, eventuell den ganzen Sommer über, fast jede an sich bildschirmfreie Stunde doch wieder am Bildschirm hängen muss.

Höchstleistungen beim Sehen erreiche ich deshalb vorerst nicht (nur ca. 75% der Bildschirmarbeit ohne Brille und überwiegend mit geringerem Abstand als in starken Phasen). Aber doch eine gewisse Besserung im Laufe des Monats. Abseits der Bildschirmarbeit zeitweise sogar sehr gut. Bei Radtouren kann ich nach einiger Zeit manchmal den Schotter auf dem Weg oder Grashalme neben dem Weg in für mich ungewöhnlicher Schärfe erkennen. An einem Abend sogar bis weit in die Dämmerung hinein. Aber sobald ich dann wieder am Bildschirm sitze ...

Nebenwirkungen:
Recht häufig Fremdkörpergefühl und auch überdurchschnittlich häufig Kopf-, Hals- und Genickschmerzen. Aber unwahrscheinlich, dass letzteres mit dem Sehtraining in Verbindung steht.


246. Monat (Juni 2016)
Bescheidener Monatsanfang aber Tag für Tag leichte Besserung. Etwa ab der 2. Woche habe ich die grundlegenden Probleme bezüglich Renovierung geklärt (nicht erledigt, nur Planung in realisierbare Form gebracht). Den verbleibenden Rest kann man in voneinander unabhängige Einzelarbeiten aufteilen und einen nach dem anderen umsetzen. Stress sinkt, Sehen deutlich besser. Es bleibt nur noch eine merkwürdige Störung ganz links. So als ob das Bild dort in mehrere Teile unterschiedlicher Schärfe zersplittert wäre. Ich schneide die Härchen rund um beide Augen ganz kurz und auch dieses Problem ist verschwunden. Einige Stunden gutes bis sehr gutes Sehen.

Ab dem Folgetag leider fast ständig Kopfschmerzen und Verkrampfungen im Augen-Stirn-Bereich. Sehen natürlich wieder schwach, irgendwie trübes, kaum einstellbares und manchmal leicht milchiges Bild. Selbst ohne Zeitdruck und Stress und mit viel Einstellbemühen komme ich rund eine Woche lang maximal auf knapp mittelmäßiges Sehen. Bildschirmarbeit zu 50% mit Brille.

Vorletztes Wochenende kleine Radtour. In beide Augen mehrfach Insekten bekommen und mit völlig verquollenen und tränennassen Augen zurück gekommen. Ab Montag geht es erstaunlicherweise schnell aufwärts mit meinem Sehen. Ca. 90% der Bildschirmarbeit ohne Brille. Hält 3 Tage. Dann wieder extremer Börsenstress, gleichzeitig Probleme mit Handwerkern und mehrfach zum Zahnarzt weil immer wieder an der gleichen Stelle etwas abbricht. Sehen etwa 5 Tage bescheiden. zeitweise Kopfschmerzen.
Letzte Tage des Monats geht es wieder aufwärts. Längere Phasen mindestens so gut wie früher mit Brille (am Bildschirm max. 5 Minuten am Stück, Im Garten durchaus auch mal 1 Stunde).

Allerletzter Tag unerwarteter Stress. Eine Börsenwebseite, mit der ich viel arbeite, wurde geändert. War zwar angekündigt, aber das Ergebnis ist absurd: Praktisch alles wurde ohne erkennbaren Grund umgestellt. Anleitung oder individuelle Einstellmöglichkeit fehlen (vorerst jedenfalls). Fast unlesbare winzige hellgraue Schrift auf weißem Untergrund mit ganz viel Zwischenraum zwischen den Zeilen. Will man mehr als ungefähr 6 Zeilen im Fenster sehen muss man scrollen. Eingabeboxen sind nicht mehr durch Umrandung markiert. Man darf so lange am vermuteten Ort herumklicken, bis man den richtigen Platz zur Eingabe findet. Usw. usw. Dafür aber jede Menge bewegte Werbung.
Unmöglich damit auf Anhieb zu arbeiten. Ich sehe schlagartig schlecht und arbeite einige Stunden mit Brille weiter. Reicht trotzdem nicht um mich wirklich zurechtzufinden. Man fragt sich, ob sich manche Webseitengestalter jemals in den Nutzer hineinsetzen oder nur zum Nachweis der eigenen Existenzberechtigung herumändern.
Eine Seite, mit der viele Nutzer ernsthaft arbeiten, sollte man nur bei zwingenden Gründen und in ganz kleinen Schritten ändern. Diskussionen mit dem verantwortlichen "Künstler" sind erfahrungsgemäß sinnlos. Also schon mal einige Tage einkalkulieren, um eine Alternativseite zu suchen und nach meinen Bedürfnissen einzurichten.

Nebenwirkungen:
Eher wenig Fremdkörpergefühl. Aber für die warme Jahreszeit erstaunlich viel Tränerei.


247. Monat (Juli 2016)
An den ersten Monatstagen stellt sich immer wieder automatisch gutes bis sehr gutes Sehen ein. Wegen hoher Stress- und Arbeitsbelastung kann ich es aber oft nicht halten und würge es gegen meinen Willen ab. Ab etwa dem 6. kaum noch automatische Scharfsehphasen. Sehen verschlechtert sich allmählich und auch bewusstes Scharfstellen ist kaum noch möglich. Ich arbeite zeitweise zu 1/3 mit Brille (was immerhin noch 6-8 Stunden täglich Bildschirmarbeit ohne Brille bedeutet). Auch mehrere kleine Radtouren bringen keinerlei Besserung.

Erst bei einer längeren Radtour Mitte des Monats bessert sich mein Sehen Stunde für Stunde. Hält noch am Folgetag etwas an, dann schon wieder schlecht. Wieder kaum Scharfstellen möglich. Sehr viel Börsenstress. Es läuft zwar gut für mich, aber eine ganze Woche lang täglich rund 12 Stunden hochkonzentrierte Arbeit am Bildschirm sind zu viel. Aus Angst vor Fehlern wage ich manchmal stundenlang nicht ohne Brille zu arbeiten. Ich kann mich kaum mit etwas anderem beschäftigen. Trotz wegen der Börsenerfolge an sich guter Laune ist an entspannte Sehübungen nicht zu denken. Nachmittags oft Kopfschmerzen. 1/2 ASS-Tablette hilft etwas. Auch meine Halsprobleme quälen mich wieder. Ich bin ziemlich sicher, dass es sich "nur" um chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit chronischer Kehlkopfentzündung handelt. Hatte gehofft, dass sich das im Sommer von alleine erledigt ohne zu Antibiotika oder einem ähnlichen Hammer greifen zu müssen. Aber offensichtlich schafft mein Körper es so ganz ohne Medizin doch nicht.

In der letzten Woche ein verstörendes Erlebnis: Ich hatte mir 10 Magnete gekauft (später in Plastikfolie geschweißt um damit Duschvorhänge an Badewannen zu fixieren). Hab nicht sofort nachgezählt, bin aber sicher, dass ich eine gerade Anzahl bekommen habe, denn die Magnete waren immer als Doppelpack damit sich die Magnetkräfte neutralisierten. Nach einigen Tagen zähle ich plötzlich 12 Stück. Am Folgetag sind es dann aber doch nur 10. Tags darauf zähle ich dann 13. Dabei ist es nun geblieben. Auch ein Nachbar hat vor meinen Augen 13 gezählt. Ich könnte jetzt natürlich einfach zufrieden sein dass es mehr geworden sind und nicht weniger. Aber solange ich keine Erklärung finde beunruhigt mich die Angelegenheit: Sind das eventuell erste Anzeichen von Demenz?

Monatsende (Wochenende) ruhig. Ab und zu etwas entspanntes Sehtraining (dabei viel mit +2-Gegenbrille). PC erst ab spätnachmittags. Sehen bessert sich bis auf mittelmäßig, zeitweise besser. So eine Woche weiter und alles wäre wieder gut. Kann ich mir aber vorerst nicht erlauben.

Nebenwirkungen:
Nur wenig Fremdkörpergefühl. Für die warme Jahreszeit relativ viel Tränerei, aber weniger als im Vormonat.


248. Monat (August 2016)
Monat beginnt mit Montag und gleich jeder Menge Börsenstress. Schnell wieder sehr schwaches Sehen. Schärfe kaum einstellbar und nun auch flaue Kontraste. Auch mit Brille sehr schwaches Sehen. Gerade noch ausreichend um aus maximal 50-70 cm am Bildschirm arbeiten zu können (ohne Brille maximal 40 cm). Weitere Verschlechterung mit Fortgang der Woche. Nicht nur das Sehen ist schwach, sondern praktisch alles tut mir weh (aber kein Fieber). Am folgenden Wochenende geht es mir so bescheiden, dass ich nur eine ganz kleine Runde mit dem Rad mache und ansonsten fast nur ausruhe. Und tatsächlich, ab Montag alles wieder besser. Sehen um mittelmäßig mit leichter Verbesserung Tag für Tag.
8 Tage später wieder ein Rückfall. Vermutlich eine "Sommergrippe": Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost mit gleichzeitigem Naßschwitzen, Schwindel. usw.; Sehen natürlich ganz schwach, auch mit Brille. Gerade in diesen Tagen bekomme ich einen neuen Monitor. Auch mit Brille ist es mir unmöglich den optimal einzustellen.
Ich kann auch sonst nicht viel machen da ich im Moment wegen meines Halsproblems auf fast alle Arten von Staub allergisch reagiere. Überspitzt ausgedrückt: Ich brauche mir nur eine Arbeit vorzustellen bei der es stauben könnte, und ich bekomme ein Würgen im Hals.

Rest des Monats langsame Besserung. Mehrere Arztbesuche und viele Extrastunden im Internet. Lästig zwar, aber durch Recherchen im Internet kann ich Angebote und Rechnungen von Handwerkern endlich besser beurteilen. Welche Teile und Arbeiten braucht man und was kosten diese ungefähr. Früher konnte man als Branchenfremder solche Dinge ja kaum kontrollieren; heute findet man Angaben zu jedem Detail. Nicht jeder Handwerker findet das wirklich gut.
Am Monatsende erstaunlicherweise häufig gutes bis sehr gutes Sehen. Immer wieder automatische Scharfsehphasen (mit ganz leichtem Grauschleier) und ich schaffe es trotz der hohen Arbeitsbelastung und Stress sie nicht alle gleich abzuwürgen.

Nebenbei: Bei PCs und Teilen wie Monitoren kaufe ich inzwischen häufig gebrauchte gewerbliche Geräte. Also Geräte, die schon einige Jahre in Firmen oder Behörden im Betrieb waren und dort regelmäßig gegen neue ausgetauscht werden. Das ist nicht nur preiswert, sondern solche Geräte sind wesentlich praxisnäher, robuster und langlebiger aufgebaut als die üblichen Billiggeräte für den Heimgebrauch. Und da sie schon einige Jahre in großen Stückzahlen auf dem Markt sind gibt es in der Regel auch keine Probleme mit Treibern. Windows oder Linux erkennen meist alles auf Anhieb. Und wenn man 2 oder 3 Stück kauft hat man Ersatzteile für die halbe Ewigkeit.
Bei z.B. Ebay findet man Firmen die auf solche Geräte spezialisiert sind. Die Preise schwanken allerdings extrem. Mal kostet ein bestimmtes Teil 200 Euro, und dann plötzlich verramscht eine Firma den gleichen Typ 2 Wochen lang für 50 oder gar im 3-er Pack für 100 (vermutlich weil sie gerade einen großen Posten davon ins Lager bekommen haben).

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Tränerei lässt nach.


249. Monat (September 2016)
Monatsanfang mit etwas weniger Arbeitsbelastung. Erste 2-3 Tage geht es mir körperlich ausgesprochen gut. Intensiver Sport möglich. Dann körperliche Verschlechterung. Sehen aber noch mindestens gut mittelmäßig, zeitweise sogar sehr gut (aber flaue Kontraste). Etwa ab dem 5., 6. dann auch Sehen schwach. Bildschirmarbeit zur Hälfte mit Brille.
Schon nach 3-4 Tagen ist alles wieder bestens. Samstag kleine Radtour, Sonntags mittlere. Dabei zeitweise sehr gutes Sehen. Aber mit einer Merkwürdigkeit: Manchmal sehe ich in einem Bild scheinbar wahllos einige in gleicher Entfernung befindliche Objekte perfekt, gleichzeitig andere dagegen mit Doppelkonturen. Als Ursache dieser eng begrenzten astigmatischen Verzerrung könnte man eine feste Fehlstelle in der Hornhaut vermuten. Aber so einfach scheint es nicht zu sein denn beim Schwenken des Kopfes wandert der Fehler mal mit und mal scheint er an einem Sehobjekt hängen zu bleiben. Das stützt meine alte Vermutung, dass es einen Mechanismus gibt der die optische Qualität der Hornhaut vermutlich durch Straffung/Lockerung punktgenau regeln kann.
Montag und Dienstag gut gemischt längere gute und schwächere Sehphasen. Auftreten zufällig und kaum bewusst zu steuern. Vermutlich Erschöpfung nach den der vielen Stunden guten Sehens bei den Wochenendtouren. Folgetage extrem viel Arbeit und Stress. Habe keine Zeit für Sehübungen oder Entspannung. Es bleibt bei gelegentlichen guten Sehphasen (durchaus manchmal 10-20 Minuten lang) zwischen weit mehr schwachen Phasen.

Für den Rest des Monats stehen an sich nur kleinere Arbeiten an. Leider ergeben sich bei mehreren dieser "Kleinigkeiten" diverse Probleme mit der Folge, dass Stress und Arbeitsumfang kaum nachlassen.
Sehleistung bleibt grob unverändert. Ab und zu ohne erkennbares System plötzlich bis maximal 30 Minuten lange gute bis sehr gute (aber nicht extrem gute) Phasen. Dazwischen, und das macht den eindeutig größeren Teil meiner Zeit aus, schwache bis knapp mittlere Phasen. Diese verschlechtern sich bis Monatsende eher noch. Zeitweise kann ich einfach keine Schärfe einstellen. Auch eine Radtour am letzten Wochenende bringt nur sehr langsame und bescheidene Besserung.

Allgemeine körperliche Verfassung in diesem Monat eher gut mit Aufwärtstendenz. Ich habe jetzt klare Ergebnisse diverser Untersuchungen zu meinem Halsproblem. Die Ursache soll in der Keilbeinhöhle stecken. Ein abgelegener Winkel im Schädel in dem sich offenbar von der Nase kommend ein Schnupfen dauerhaft eingenistet hat und die Umgebung immer wieder mit Störungen malträtiert (Oberbegriff chronische Nasennebenhöhlenentzündung). Das erklärt meine häufigen Schmerzen im Bereich Kopf/Gesicht/Hals/Nacken. Mindestens indirekt wirkt sich das auch auf mein Sehen aus. Denn sobald irgendwas am Kopf schmerzt (in den letzten Monaten war das fast täglich) lassen alle Augeneinstellungsbemühungen und Motivation zu Sehübungen natürlich schlagartig nach. Angeblich besteht eine gute Chance, die Angelegenheit mit Salzwasser-Nasensprays und eventuell Medikamenten zu bessern oder gar dauerhaft auszuheilen. Und tatsächlich, nur aufgrund des Salzwassersprays langsame aber eindeutige Besserung. Ich reagiere auch nicht mehr allergisch auf Staub. Beim Renovieren benutze ich jetzt aber regelmäßig so eine Staubschutzmaske für Handwerker. Ab und zu etwas Wasser nach oben zu vernebeln hilft ebenfalls.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Aber für die warme Jahreszeit erstaunlich viel Tränerei.


250. Monat (Oktober 2016)
Fühle mich zum Monatsanfang körperlich sehr wohl. Bin regelrecht arbeitswütig und hole viele in den letzten Monaten verschobene handwerklichen Arbeiten nach. Muss mich gegen Mitternacht fast zum Aufhören zwingen. Bildschirmarbeit lässt sich oft auf 1-2 Minuten alle 10-20 Minuten reduzieren.
Allerdings muss ich bald feststellen, dass meine handwerklichen Arbeiten ganz ähnlich wie Bildschirmarbeit fast nur Sehen im Nahbereich bis maximal etwa 60-80 cm bedeuten. Sehen auf weitere Entfernungen wird schlechter und schlechter. Nachdem mir das Problem bewusst wird lege ich ab und zu eine Pause mit Sehübungen ein. Das hilft, die Besserung hält aber nicht lange an. Probleme sind sowohl überwiegend allgemein schwaches Sehen als auch starke Schwankungen.
Bei Arbeiten am Friedhof kann ich beobachten, dass ich ab und zu für einige Sekunden die Schrift auf einem mehr als 10 Meter entfernten Grabstein perfekt lesen kann, und gleich darauf kann ich die relativ große Schrift auf einem knapp 2 Meter entfernten Grabstein nicht lesen. Die schwachen Phasen sind dabei weit länger als die guten. Leider habe ich keine Korrekturbegriff dabei und kann deshalb keinen Vergleichstest mit Brille machen. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass es auch mit Brille erhebliche Schwankungen gibt. Sie fallen nur nicht so auf weil die minimale Grundsehschärfe höher liegt.

Meine Arbeitswut hält bis etwa Mitte des Monats an. Ich nutze das aus und vernachlässige das Sehen vorübergehend. Am 3. Wochenende mittlere Radtour. Obwohl es eigentlich noch nicht wirklich kalt ist unterkühle ich mich offensichtlich und friere anschließend mehrere Tage erbärmlich. Arbeitswut ist weg, mehr Zeit für Sehtraining oder zumindest längeres Tragen der +2-Gegenbrille bei kleineren Arbeiten. Sehen deutlich besser aber noch nicht gut.
Nach etwa 4 Tagen schon wieder Verschlechterung. Diverser Stress, Ärger und Zusatzarbeit. Überwiegend selbst verschuldet und so etwas ärgert mich immer besonders. So habe ich z.B. einige Rohre neu gestrichen und muss am Folgetag feststellen, dass sich der neue Lack offenbar nicht mit den überstrichenen alten Lackresten verträgt. Also alles ab und neu. 3 zusätzliche Tage Arbeit und Staub die ich mir hätte ersparen können wenn ich erst mal an einer kleinen Stelle probiert und beobachtet hätte. Und noch zwei ähnliche selbstgebaute Ärgerlichkeiten. Laune und Sehen für rund 3 Tage schwach.

Es folgen 2 bessere Tage und dann schon wieder schlecht. Tagelang leichte Übelkeit und leichtes bis mittleres Schwindelgefühl. Blutdruck etwas niedrig aber warum und ist das allein die Ursache? Wegen des Schwindels keine Arbeit auf Leitern, kein Autofahren, aber Radfahren auf ruhigen, bekannten Wegen. Hinweisschilder mit mehr als 2-3 Worten kann ich nur mit viel Mühe lesen. Je länger ich ein solches Beobachtungsobjekt fixiere und zu erkennen versuche, desto schwindliger wird mir bis hin zu aufkommenden Kopfschmerzen. Mit Korrekturbrille ist der Schwindel eher noch stärker.
Letzte Monatstage allgemeine Form und Sehen ziemlich bescheiden.

Nebenwirkungen:
So weit ich mich erinnere im ganzen Monat gar kein Fremdkörpergefühl. Wenig Tränerei. Zeitweise der beschriebene Schwindel der sich bei bewussten Sehanstrengungen verstärkt.


251. Monat (November 2016)
Monatsanfang überwiegend bescheidenes Sehen. Bei Radtouren oder nach einigen Minuten Entspannungsfilm auf dem Fernmonitor zwar recht gutes Sehen, aber mit leicht flauem Kontrast. Bei ernsthaftem Arbeiten am Nahmonitor sehr schwache Kontraste. Schriften meist derart hellgrau (auch mit Brille), dass ich oft bis auf ungefähr 30 cm heran muss und trotzdem große Mühe habe. Folgetage leichte Besserung.
In der zweiten Woche schon wieder Rückschlag da um die US-Wahlen herum ziemlicher Börsenstress und einige andere kleine Probleme. Am zweiten Wochenende lasse ich es sehr ruhig angehen. Sehen wieder deutlich besser. Bei einer kleinen Radtour setze ich wegen der Kälte erstmals in diesem Jahr eine dicke Mütze auf. Und wie auch in anderen Jahren erlebt ist eindeutig, dass der straffe Sitz der Mütze auf der Stirn die Einstellung der Augen erschwert. Bessert sich nach 1-2 Stunden zwar, bleibt im verminderten Maß aber bis ans Ende der Tour.

Rest des Monats sehr uneinheitlich. Es gibt einige längere gute bis sehr gute Phasen. Üblicherweise an relativ stressfreien Tagen an denen ich den PC erst spät einschalte und davor zeitweise die +2-Gegenbrille nutze.
Aber leider auch viele schwache Phasen wobei auffallend oft das rechte Auge stört. Dessen Bild ist dabei in mehrere ungleich unscharfe Teilbilder zerteilt. Etwa wie eine unterschiedlich mit Fett verschmierte Glasscheibe. Dummerweise ist das rechte Auge gerade dann sehr aktiv und stört so das Gesamtbild. Dazu oft auch schwache Kontraste. Ursache unbekannt. Ich habe in der zweiten Monatshälfte allerdings einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Kann nachts nicht schlafen und wälze mich stattdessen mit überflüssigen Grübeleien (unklar ob ich nicht schlafen kann weil ich grüble oder grüble weil ich nicht schlafen kann). Durch die Tage schleppe ich mich dann jedenfalls überwiegend müde, schlapp und mit fast ständigen leichten Kopf- und Gliederschmerzen. Kommt dann noch Börsenstress dazu wie an einigen Tagen, dann naturgemäß nur schwaches Sehen.

Meine Hals-/Nasenbeschwerden sind weitgehend verschwunden. Salzwasserspray und salzhaltige Nasensalbe sowie jetzt während der Heizperiode zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit immer ständig ein Behälter mit Wasser auf der Heizung. Mehr scheint nicht nötig zu sein. Allerdings verspüre ich jetzt fast ständig leichte Schmerzen im Bereich Genick/Nachen/Schultern. Vermutlich Folge der vielen Bildschirmarbeit. Ich versuche es mal mit Änderung der Monitorpositionierung. Etwas höher damit ich den Kopf heben muss um im oberen Bildschirmbereich zu lesen anstatt ihn zu senken um im unteren Bildschirmbereich zu lesen..Dazu beim Krafttraining auch wieder Hals- und Nackentraining. Das hatte ich vor Monaten wegen meiner Halsbeschwerden eingestellt und dann vergessen, wieder damit zu beginnen. Nach wenigen Tagen bereits deutliche Besserung.

Nebenwirkungen:
An einigen Tagen stundenlang gleichzeitig beiderseits ganz leichtes Fremdkörpergefühl. Kaum wirklich störend, aber doch auffallend.


252. Monat (Dezember 2016)
Monatsanfang überwiegend ruhig und relativ ereignislos (außer dass ich oft friere). Sehen meist um mittelmäßig bis gut.
Ab dem 6. Kopfschmerzen, Sehen anfangs aber nicht schlechter. Folgetage fühle ich mich schlecht, oft wieder Kopfschmerzen. Reduziere Arbeit auf Minimum. Sehleistung sinkt auf bescheiden. Ab und zu treibe ich mehr aus Langweile wieder Sehtraining wie am Anfang. Nicht so hart und lang wie damals, aber eben reines einigermaßen entspanntes Sehtraining und nicht nur Sehtraining irgendwie in Alltagsarbeit eingebaut. Und tatsächlich, schon 15 Minuten reichen um mein Sehen deutlich zu besser.
Nach etwa 6 Tagen geht es mir körperlich immer noch schlecht mit häufigen Kopfschmerzen und dazu ziemlicher Börsenstress. Aber es treten immer wieder mal automatische Scharfsehphasen auf, allerdings oft von verstärkten Kopfschmerzen begleitet. Dies bleibt etwa 8 Tage lang so, dass trotz eher schlechtem Allgemeinzustands sich auch in unerwarteten Augenblicken immer wieder automatisches Scharfsehen ins Bild drängt und manchmal bis etwa 10 Minuten lang bleibt. An den letzten Tagen auch ohne Kopfschmerzen.
Folgetage geht es mir wieder besser. Sehen einige Tage mittelmäßig bis gut, aber nicht sehr gut.

Letzte Tage des Jahres extremer Börsenstress (Feiertage fallen leider überwiegend auf Wochenende). 2 meiner Werte machen ohne erkennbare Gründe extreme Sprünge. Ich komme kaum weg vom Bildschirm und nach einigen Tagen kann ich mit und ohne Brille nicht mehr vernünftig sehen (hauptsächlich Probleme mit unterschiedlich scharfen Flecken im Bild) und meine Augen brennen leicht. 5-10 Minuten analytische Leseübungen etwa aus gestreckter Armeslänge bringen zwar scharfes Sehen zurück, hält aber keine 2 Minuten. Am Jahresende bin ich erst einmal ziemlich erledigt.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Zeitweise Kopfschmerzen, unklar ob Zusammenhang mit Sehen besteht.


Bilanz nach 21 Jahren Sehtraining:
Einerseits war das abgelaufene Jahr zuerst einmal eine Enttäuschung. In den letzten Jahren hatte ich im Hinterkopf immer die Vorstellung, wenn unser Pflegefall mal nicht mehr ist, dann ruhe ich mich ungefähr 4 Wochen aus und bin dann wieder topfit um in Ruhe all die Dinge zu machen die ich in den letzten Jahren auslassen musste.
Das hat sich als große Illusion herausgestellt. Meine diversen angesammelten Wehwehchen habe ich nur sehr langsam und auch noch nicht alle vollständig auskuriert. Sportlich ging es nur sehr langsam aufwärts. Keine einzige wirklich große Radtour. Dabei spielt auch eine Rolle, dass das erste Halbjahr meist so schlechtes Wetter herrschte, dass kaum längeres Training im Freien möglich war. Und als es endlich besser wurde war es zu spät um sich z.B. an die Sonne zu gewöhnen. Entsprechend Sonnenbrand schon nach einigen Stunden Tour im August.
Dazu immer wieder Ärger und Verzögerungen bei der Renovierung. Und die schmerzhafte Erkenntnis, dass es nun auch bei mir ernst wird mit zunehmenden Altersbeschwerden. Mein Kälteempfinden war in diesem Jahr ungewöhnlich hoch. Ich schlafe jetzt nicht mehr immer bei offenen Fenster, bade manchmal statt zu duschen, usw.
Kurz: Die erhoffte schnelle körperliche und moralische Erholung war nicht und das deprimiert etwas.

Etwas geholfen hat mir die Börse. Da mir die aktuelle wirtschaftlich-politische Situation ziemlich unsicher erscheint, habe ich nur mit relativ kleinem Einsatz spekuliert und trotzdem endlich mal wieder ein sehr gutes Jahr gehabt. Keine Ahnung ob Zufall oder oder wieder altes Können nachdem unser Pflegefall als ablenkender Stressfaktor entfallen ist. Jedenfalls hat wenigstens das meine schwache Moral aufrecht gehalten. Aber auch die schönsten Börsenerfolge können natürlich nur teilweise überdecken, dass diese vielen Extrastunden am Bildschirm irgendwann einfach zu viel werden. Noch schlimmer ist, dass ich an manchen Tagen gleich früh morgens an den Bildschirm musste. Dann ist für den Rest des Tages kaum noch gutes Sehen zu erreichen.

Als ideal haben sich dagegen die Tage erwiesen, an denen ich erst spät den ersten Bildschirm anschalte und vorher am Morgen für etwa 30 Minuten bis 3 Stunden die +2-Gegenbrille getragen habe. Damit kann ich an stressfreien Tagen problemlos die meisten einfachen Arbeiten incl. Lesen normaler Druckschriften erledigen. Sehleistung dabei wohl meist grob um 30% und besonders angenehm da relativ schwankungsarm.
Ganz ohne Brille komme ich später an solchen ruhigen Tagen stundenlang auf ca. 40% bis 50%, aber mit etwas größeren Schwankungen. Das ist minimal niedriger als vor dem Training mit Brille, aber gefühlt wesentlich angenehmer. Zur Erinnerung: Vor dem Sehtraining erreichte ich ohne Brille maximal 10% in der Nähe und 5% in der Ferne.

Extrem gute Sehphasen bis weit über 100% gibt es auch. Aber sie sind selten, kurz, und kommen ohne erkennbares System unerwartet und nicht erzwingbar. Ich schätze, dass sie in den relativ stressfreien Jahren mit großen Radtouren öfter vorkamen (meistens während solcher Touren).
Mit meiner stärksten Korrekturbrille (so um die -8 bis -9 Dioptrien und Astigmatismuskorrektur) erreiche ich 60-90% (etwas mehr als vor dem Sehtraining). Das ist aber mit einem sehr unangenehmen Gefühl verbunden, was teilweise auf Einbildung beruhen könnte wegen schlechtem Gewissen, Gefühl von Niederlage usw. Diese Brille benutze ich eigentlich nur noch zu Tests.

Zum Autofahren benutze ich in der Regel eine etwas schwächere Brille mit leichter Astigmatismuskorrektur. In sehr seltenen Fällen (nicht in den letzten Jahren aber einige Male in den Jahren vor unserem Pflegefall) gab es auch wenige Phasen wo ich ganz ohne Brille besser sah als mit jeder Brille und deshalb ohne Brille fuhr.

Dann habe ich mehrere schwächere Korrekturbrillen mit ca. -4 bis -5 Dioptrien und ganz ohne Astigmatismuskorrektur. Diese benutze ich üblicherweise wenn ich mal ohne Brille nicht sicher weiterarbeiten kann. Mein Eindruck ist, dass meine Sehleistung mit diesen Brillen sich in den letzten Jahren verschlechtert hat. Jedenfalls ist der Unterschied zum Sehen ohne Brille geringer geworden, was sicherlich teilweise auch darauf beruht, dass ich ohne Brille immer besser sehen kann. Allerdings habe ich den Eindruck, dass in den letzten (stressigen) Jahren meine Sehleistung mit diesen Brillen schneller zurückgegangen ist als sich mein Sehen ganz ohne Brille verbessert hat.

Die ganz starken Gegenbrillen habe ich in den letzten Jahren kaum noch benutzt.

Mein rechtes Auge ist unverändert deutlich schwächer und liefert manchmal merkwürdig verunstaltete Bilder. Ich bin froh wenn es weniger aktiv ist und dann wenigstens das Gesamtbild nicht stört. Es gibt aber immer wieder ohne erkennbares System Phasen wo auch das rechte Auge ein recht gutes Bild liefert. Aber auch dann erreicht es nicht die Spitzenleistung des linken Auges.

Wirklich ernsthaftes Sehtraining im Sinne von nur entspannten Sehübungen wie in den Anfangsjahren habe ich im abgelaufenen Jahr nur selten betrieben. Fast immer habe ich nur so nebenbei bei anderen Tätigkeiten mit den Augen geübt.

Die Probleme mit schwachen Kontrasten und vernebelten Bildern (Grauschleier) haben deutlich nachgelassen. Kein Vergleich mehr zum Trainingsbeginn wo relativ scharfes Sehen fast immer nur gleichzeitig mit Grauschleier auftrat.

Mir wird bewusst, dass ich, der früher täglich einige Stunden mit Zeitungslesen verbrachte, heute keine einzige herkömmliche Zeitung mehr lese. Alles nur noch am Bildschirm. Wenigstens habe ich kein Smartphone oder ähnliches. Selbst am Fahrrad nur ein normaler Tachometer mit Uhr. Kein Navi oder sonstiger Bildschirm. Wenn ich aus dem Haus bin, bin ich mithin bildschirmfrei.
Dagegen habe ich oft den Eindruck, dass mittlerweile über 50%, in manchen Gegenden wohl an die 80%, der Mitmenschen, auch wenn sie unterwegs sind, ständig auf einen kleinen Bildschirm starren. Ob das nur eine vorübergehende Mode ist oder in Zukunft dauerhaft so bleiben wird (eventuell mit weiteren technischen Entwicklungen wie z.B. in eine Brille eingebaut)? Die Anforderungen an den Sehapparat und damit Sehprobleme werden vermutlich weiter zunehmen und das Thema Sehtraining steht erst am Anfang.

Ich denke, dass ich in absehbarer Zeit meine Börsengeschäfte beenden oder zumindest enorm reduzieren werde. Damit sollte sich meine tägliche Bildschirmarbeit zeitlich um mindestens 50% und stressmäßig um noch mehr reduzieren. Das müsste nochmals einen Schub für mein Sehen bringen.


253. Monat (Januar 2017)
Einige Tage Ausruhen. Viel schlafen und nur nicht aufschiebbare Dinge machen. Auch keinerlei Sehtraining und keine Versuche, unbedingt korrekte Sehregeln einzuhalten. Letzteres stellt sich als Fehler heraus. Während ich mich körperlich nach 2-3 Tagen bestens fühle und kaum mit sportlicher Betätigung aufhören will wird mein Sehen schwächer und schwächer. Erst hartnäckige Doppelkonturen auf beiden Augen, dann immer kürzere Scharfsehphasen, und schlussendlich kaum noch einstellbare Augen. Offensichtlich darf man den Augen keine zu lange Ruhepause gönnen.
Also ab sofort wieder um korrektes Sehen bemühen und mindestens einige Sehübungen in den Tagesablauf einbauen. Sehen bessert sich nur langsam. Selbst nach 2-3 Tagen immer noch Phasen in denen ich meine Augen kaum einstellen kann. Ich habe gerade allerdings auch viel Bildschirmarbeit und eine langwierige Bastelarbeit mit praktisch nur Nahsehen am Hals. Nicht gerade förderlich für die schnelle Rückkehr zu gutem Sehen.

Am 11 abends, nachdem ich mir an dem Tag durch viele Stunden Naharbeit das Sehen wieder ziemlich verdorben habe, nehme ich mir Zeit für ca. 2 Stunden Sehübungen am Stück. Es dauert recht lange, aber dann erreiche ich wieder bis zu 10 Minuten lange Phasen mit gutem bis sehr gutem Sehen. Leider einige Schwankungen und auch jeweils mehrere Minuten lange unscharfe Phase dazwischen.
Folgetage trotz guter körperlicher Form leider wieder eher schwaches Sehen. Viel Börsenstress und Arbeit. Im Rahmen der Renovierung arbeite ich fast täglich einige Stunden an Wänden: Tapeten abkratzen, Wände abwaschen, spachteln bzw. neu verputzen, tapezieren, streichen, usw. Alles nicht besonders anstrengend oder aufregend, aber alles aus ca. 30-50 cm Entfernung mit Blick auf nichts als eine ziemlich eintönige Wand. Absolut öde und noch schlimmer als Bildschirmarbeit. Entsprechend verschlechtert sich mein Sehen. Zeitweise leichtes Augenbrennen. Auch 10 Minuten Pause mit Sehübungen auf entfernte Objekte bringen kaum Besserung.

Etwa um den 18. bis 20. überraschend nochmals einige automatische Scharfsehphasen. Folgetage überwiegend schwaches bis sehr schwaches Sehen. Zwar ist auch das linke Bild meist schwach, Hauptproblem ist aber das rechte Teilbild. Da sind oft 50-90% des Bildes wie durch einen Fettfleck verzerrt und gleichzeitig ist das rechte Auge ungewöhnlich aktiv und stört so das Gesamtbild. Mit Korrekturbrille ist es zwar besser, aber immer noch schlecht. Irgend etwas stimmt mit mir nicht. Ich friere immer wieder (auch im geheiztem Zimmer) und habe einige Tage für meine Verhältnisse ungewöhnlich hohen Blutdruck. Morgens noch 120-80 bis spätabends dann ansteigend auf ca. 160-100, Puls aber normal 60-70. Vermutlich zu wenig Ausdauersport. Ich brauche spätestens alle 3 Tage mal mal ein Austoben bis zur Erschöpfung. Da ich gerade so friere gehe ich bei den Minustemperaturen aber kaum raus und Ausdauersport im Raum (Seilspringen, Kniebeugen, Zimmerfahrrad - irgendwann will ich mir auch ein Laufband kaufen) ist nur eine halbe Sache Vermutlich weil im Zimmer der kühlende Fahrwind fehlt ist man schnell patschnass geschwitzt und hat den Eindruck, hart trainiert zu haben obwohl die Belastung in Wirklichkeit weit geringer war als sie im Freien gewesen wäre.
Jedenfalls habe ich an diesen Tagen den Eindruck, dass mein Sehen sich im Tagesverlauf mit steigendem Blutdruck verschlechtert..Theoretisch könnte es aber auch andersherum sein und meine zunehmenden Sehanstrengungen treiben den Blutdruck nach oben.

Einige Tage später finde ich den Grund für mein Frieren heraus. Es mag idiotisch klingen, aber die Heizkörperventile waren nicht weit genug aufgedreht. Dadurch war es in meinem Hauptaufenthaltsraum etwa 2 Grad kälter als früher. Und da ich zusätzlich ab und zu auch mal im Freien oder ungeheizten Räumen zu tun hatte, war ich nach und nach mehr ausgekühlt als ich mich beim Aufenthalt im Hauptraum dann wieder aufwärmen konnte.
Hintergrund: Im Sommer war die komplette Heizungsanlage auf dem modernsten Stand gebracht worden. Da die neue Anlage angeblich leistungsfähiger bzw. sparsamer als die alte war, hatte ich die scheinbar logische Regel beachtet, dass nun mit der verbesserten Heizung die Regelknöpfe an den Heizkörpern keinesfalls weiter sondern eher weniger als früher aufgedreht werden sollen.
Als ich dann fror habe ich das zuerst meinem Körper zugeschrieben denn die neue Heizung konnte ja wohl nicht schwächer als die alte sein. Nach einigen Tagen habe ich dann doch Temperaturen gemessen und die ganze Angelegenheit gründlich analysiert. Ergebnis: Die Zahlenskalen außen an den verstellbaren Thermostatköpfen sind ziemlich willkürlich und nicht unbedingt vergleichbar. Da ist zwar ein temperaturgesteuertes Ausdehnungsgefäß drinnen, aber wie das den Zufluss zum Heizkörper regelt, die Einteilung und Position der Zahlenskala, und wie die Luftströmungsverhältnisse im Zimmer sind, all das kann sich bei größeren Umbauten und neuen Teilen ändern. Das kann bedeuten, dass man die neuen Regler auf 4 stellen muss um etwa die Wirkung wie früher bei Einstellung 2 zu haben. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass man dadurch mehr heizt und mehr Energie verbraucht, sondern die Skala ist gewissermaßen anders geeicht. Also anfangs mehr nach Gefühl als stur nach Zahlenskala regeln.

Wie üblich habe ich fast ständig auf meinem Fernmonitor einen Entspannungsfilm in Endlosschleife laufen. In letzter Zeit meist ein Aquarium oder Radrennen. Ich habe das aber immer mehr vernachlässigt, d.h. nur mal kurz alibihalber hingeschaut aber nicht lange genug um die Augen wirklich auf die größere Entfernung scharf zu stellen. Jetzt habe ich mich mal wieder ausführlicher damit beschäftigt und festgestellt, dass, wenn man nur wenig Zeit hat, Eisenbahnfahrfilme am günstigsten sind. Egal wo der Zug fährt, man hat in der Bildmitte immer die beiden Schienen die ganz weit vorne scheinbar in einem Punkt zusammenlaufen. Die Schienen sind ideal für die Ersteinstellung der Augen bevor man den Blick dann auf die Landschaft lenkt (jedenfalls bei Leuten wie mir die ein Astigmatismusproblem an senkrechten Linien haben).

Letzte Tage des Monats einiger Ärger und knapp mittelmäßiges Sehen.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Die geschilderten diversen anderen Unannehmlichkeiten hängen vermutlich nicht mit dem Sehtraining zusammen.


254. Monat (Februar 2017)
Kein Frieren mehr und nach 2 mal Joggen im Freien auch Blutdruck wieder bestens. Sehen leider aber bescheiden. Umgekehrt als sonst sehe ich auf kurze Entfernung ausgesprochen schlecht, auf mittlere und weite Entfernung ist es dagegen besser (meist um mittelmäßig). Grund vermutlich mehrere Tage mit extrem viel Bildschirmarbeit. Kurze Übungen bringen keine Besserung. Ich brauche 20-30 Minuten analytisches Lesen (nicht Bildschirm sondern klassische saftigschwarze Drucktexte) auf Armlänge um die Augen wieder auf beliebige Entfernungen scharf stellen zu können. Ähnliches Gefühl und Beobachtungen wie zu Anfang des Sehtrainings. Ziemlich eindeutig ein Verkrampfungsproblem.
Besserung hält nicht lange an da ich danach wieder stundenlang am Bildschirm hänge. Erst am zweiten Wochenende des Monats mit drastisch reduzierter Bildschirmarbeit dann lange mittleres bis gutes Sehen auf alle Entfernungen. Auf weite Entfernungen zeitweise sogar sehr gut. Hält auch am Montag noch weitgehend an. Ab Dienstag wieder schwach.
Folgendes Wochenende gleiches Spiel: Drastisch reduzierte Bildschirmarbeit und bald wieder deutlich besseres Sehen. Sogar mit der +2-Gegenbrille sehe ich zeitweise für meine Verhältnisse ungewöhnlich gut, kaum schlechter als ganz ohne Brille. Im Verlauf der Woche dann kontinuierlich schwächer. Ausnahme: An einem Vormittag ohne Bildschirmarbeit gutes bis sehr gutes Sehen obwohl ich mich nicht wohl fühle.
Letztes Wochenende des Monats trotz Bildschirmpause nur geringe Besserung. Montag, Dienstag auch eher schwaches Sehen. Schärfe kaum einstellbar bzw. kaum länger als wenige Sekunden haltbar.

Vermutlich habe ich gerade wieder einmal eine Infektion. Ab etwa dem 10. Sitzbeschwerden. Wäre verständlich bei der vielen Bildschirmarbeit. Bald stellt sich heraus, dass die Schmerzen in den Hüftgelenken lokalisiert sind. Da hatte ich bisher nie Probleme. Und es begann nicht schleichend sondern sehr plötzlich. Dann bemerke ich, dass auch andere Gelenke und Sehnen schmerzen oder zumindest sehr empfindlich sind, z.B. Teile der Hände beim Tippen auf der Tastatur oder Mausbedienung. Offensichtlich hat das alles eine gemeinsame Ursache. Fühle mich auch ausgesprochen schlapp, unwohl und leicht schwindelig. Wäre alles vermutlich mit Antibiotika schnell kurierbar. Aber ich will erst einmal abwarten. Jedenfalls erstaunlich, dass ich unter diesen Umständen in diesen Wochen doch oft erstaunlich gut sehe.

Nebenwirkungen:
Nahezu kein Fremdkörpergefühl. Die geschilderten anderen Probleme hängen vermutlich nicht mit dem Sehtraining zusammen.


255. Monat (März 2017)
Erste 10 Tage des Monats Sehen meist zwischen schwach und sehr schwach. An manchen Tag kann ich kaum ohne Brille am Bildschirm arbeiten. Näher rangehen bringt kaum Besserung. Mit Brille ist es besser, aber immer noch äußerst bescheiden. Neben allgemeiner Unschärfe sehe ich senkrechte Kanten mit Doppelkonturen und LED-Lichtpunkte erscheinen seitlich versetzt doppelt. Erstaunlicherweise wird das Bild ab und zu plötzlich extrem scharf - aber nur für etwa 2 bis maximal 5 Sekunden. Viel zu wenig für ernsthaftes Arbeiten.
Ich habe auch Probleme mich zu konzentrieren, mein Kurzzeitgedächtnis ist ungewöhnlich schwach und bei Denkübungen - ich trainiere manchmal Kopfrechnen und Gedächtnis - scheint mein Kopf zu schmerzen. Ich habe meist extrem viel stressige Bildschirmarbeit zu erledigen und komme kaum zu ernsthaften Sehübungen oder Entspannung.
Am 2. Wochenende des Monats kleine Radtour. Dabei keinerlei Besserung beim Sehen. Zeitweise kann ich auf 5 Meter Autonummern nicht lesen. An den Folgetagen allmählich besseres Sehen, aber nur knapp über mittelmäßig. Dann schon wieder mehrere schwächere Tage. Letzte 10 Tage des Monats ganz langsame Besserung, aber wieder kaum über mittelmäßig.

In einer Nacht kaum geschlafen und morgens für meine Verhältnisse früh raus. Wie bei ähnlichen Gelegenheiten in der Anfangsphase meines Sehtrainings am Morgen erstaunlich gutes, fast perfektes Sehen. Hält aber nicht lange, zu viel Stress und Arbeit und keine Zeit für entspannte Übungen.

Insgesamt war das der wohl schwächste Monat seit langem. 50-75% der täglichen Bildschirmarbeit mit Brille und maximal 2 Stunden ohne Brille am Stück möglich. Ursache vermutlich zu viel Bildschirmarbeit und den ganzen Monat lang trotz viel Arbeit praktisch kein besonderes Erfolgserlebnis. Körperlich geht es mir zur Zeit gar nicht schlecht. Kaum Probleme beim Sport und meine Gelenkprobleme sind inzwischen nahezu verschwunden. Die Hüftgelenkschmerzen waren wohl eher allgemeine Beckenschmerzen verursacht durch das viele Sitzen vor dem Bildschirm. Ab und zu Stuhlwechsel bzw. anderes Sitzkissen oder Stehen und es besserte sich schnell.
Es waren auch nicht besonders starke Schmerzen. Schlimmer wirkt in solchen Fällen bei mir die Vorstellung, dass ich aufgrund der sich mehrenden körperlichen (Alters-)Beschwerden immer öfter und immer länger mit sportlichen Aktivitäten aussetzen muss. Das macht mir Angst, verdirbt meine Laune, verstärkt vermutlich die Schmerzempfindung und dürfte sich auch nachteilig auf mein Sehen auswirken.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl aber ungewöhnlich viel Tränerei, Naselaufen und Niesen. Besonders natürlich im Freien bei Luftzug. Ähnlich stark wie zu Beginn des Sehtrainings.


256. Monat (April 2017)
Monatsanfang am Wochenende. Keine unaufschiebbaren Arbeiten. Nach dem schwachen Vormonat vermeide ich Samstag und Sonntag soweit möglich Tätigkeiten mit Nahsicht. Klappt tagsüber zu gut 90%. PC nur ab etwa 20 bis 24 Uhr. Entspannen und Sehübungen (Schweifen, Akkommodieren, viel mit +2-Gegenbrille)). Es dauert einige Stunden in denen ich gewissermaßen die Anfangsphase meines Sehtrainings nochmals im Schnelltempo durchlaufe. Dann gutes bis sehr gutes Sehen. Schwankungen zwar, aber auf recht hohem Niveau. Einziger deutlich auffallender Fehler: Beim Schwenken des Kopfes kommt mein Blick durch einige senkrechte Bereiche deutlich geringerer Schärfe. Zusammen stehen in ca. 10-25% meines Blickfeldes solche unscharfen "Säulen".. Autonummern erkenne ich mit +2-Gegenbrille bei günstigem Licht aus bis zu 20 Metern Entfernung.
Das gute Sehen hält trotz viel Bildschirmarbeit auch fast den ganzen Montag hindurch an. Ab Dienstag dann wieder deutlich schwächer. Ab Mittwoch zeitweise schwach bis sehr schwach. Es ist also wieder mal eindeutig, dass die viele Nah- und insbesondere Bildschirmarbeit die Hauptursache meiner Sehprobleme ist.

Zweites Wochenende weniger Zeit als am ersten, aber doch einige entspannte Stunden ohne Naharbeit machbar. Sehen bessert sich bis gut aber nicht bis sehr gut. Montag, Dienstag schon wieder schlechter, aber vorwiegend abends einige Stunden lang immer wieder gute bis sehr gute automatische Schärfephasen.
Mittwoch wieder mal so ein Tag wo bei mir alles schief läuft. Sehen natürlich schwach bis sehr schwach, aber dazwischen trotzdem immer noch einige automatische Scharfsehphasen.
So geht es bis über das folgende Osterwochenende hinaus: Sehen in der Grundtendenz schwach, aber dazwischen immer wieder ohne erkennbares System automatische Scharfsehphasen.

Ab etwa dem 20. fast nur und extrem viel Naharbeit. Nahsehen sehr schwach, manchmal muss ich beim Arbeiten ohne Brille bis fast 20 cm an den Bildschirm ran. Mit Brille sind auch nur bescheidene knapp 40 cm möglich. Auf mittlere und große Entfernung komme ich dagegen nach 1-2 Minuten Umstellung immerhin auf etwa mittelmäßiges Sehen.

Merkwürdige Beobachtung: Wenn ich dieser Tage in einer Schwachsehphase aus ca. 50-100 cm Entfernung auf eine weiße Wand schaue sehe ich etwa in der Mitte des Bildes einen nicht wirklich vorhandenen violett-roten Fleck der wohl so 1-5% des Bildes ausmacht und mehr rechteckig als rundlich erscheint. So etwas ist mir bisher nie aufgefallen, jetzt aber an mehreren Tagen hintereinander die gleichartige Beobachtung. Ich bin so verblüfft, dass ich leider nicht daran denke zu testen, ob es nur von einem Auge oder von beiden kommt.

Letzte Monatstage etwas weniger Naharbeit und ich kann mir mir ab und zu Zeit für entspannte Sehübungen und kleinere Radtouren nehmen. Sehen bessert sich deutlich, allerdings nicht auf extrem gut. Zusätzlich weiterhin einige unerwartete automatische Scharfsehphasen.

Nebenwirkungen:
An mehreren Tagen mittleres Fremdkörpergefühl. Weiterhin überdurchschnittlich viel Tränerei, Naselaufen und Niesen.


257. Monat (Mai 2017)
Monatsanfang meist mit viel stressiger Bildschirmarbeit (Börse). Aber ab und an kleine Pausen. Sehen um mittelmäßig, zeitweise besser. Kaum noch automatische Scharfsehphasen. Ich kann aber leidlich bewusst scharfstellen. Keine auffälligen Verkrampfungen mehr.

Ab 5 schwaches Sehen. Zeitweise links schwächer als rechts. Links einen Tag lang fast ständig großer milchig-unscharfer Fleck. Verschwindet vorübergehend bzw. ändert Größe und Position wenn ich blinzele oder Auge kurz zupresse und wieder öffne.
Wochenende leichte Besserung auf mittlere und große Entfernung, Nähe kaum verändert schwach.

Folgewoche sehr viel Bildschirmarbeit. Nicht extrem stressig aber schlicht zu viel mit zu wenigen Pausen und das gleich morgens vom Aufstehen an. Sehen schwach. Wochenende nur geringe Arbeitsentlastung und kaum Besserung beim Sehen.
Folgewoche eher noch mehr Naharbeit. Obwohl ich als (ursprünglich) Kurzsichtiger ja eigentlich in der Nähe besser als in der Ferne sehen müsste (und früher war es auch so) habe ich jetzt immer öfter den Eindruck auf mittlere und große Entfernung besser zu sehen. Mit etwas Experimentieren und Nachdenken komme ich dann darauf, dass ich unter dem Arbeitsdruck der letzten Zeit immer mal wieder näher an den Bildschirm gerückt und dann immer öfter und immer länger auch nahe geblieben bin. Bis das dann auch kaum noch hilft. Ich zwinge mich dazu, auf etwa 50 cm Abstand zum Bildschirm zu gehen. Mit etwas Mühe kann ich ab und zu so bis zu etwa 1 Stunde arbeiten. Etwas langsamer aber doch noch produktiv.

Ab 24. überwiegend sehr schwaches Sehen. Schärfe kaum einstellbar, vermutlich Erschöpfung. Auch körperlich fühle ich mich schlapp. Dazu wieder vermehrt Probleme im rechten Hand- und Unterarmbereich. Die üblichen Probleme bei ständiger Arbeit mit Maus und Tastatur. Und die Handhaltung beim Fahrradfahren ist auch keine wirkliche Erholung von der Arbeit am PC. Ich kenne zwar Abhilfen wie ab und zu Maus nach links, Armstreckung/Sitzposition/Sitzhöhe öfter ändern, Dehnungs- und Lockerungsübungen, wenn Nacken/Schultern betroffen dann nachts Heizkissen unterlegen, usw., aber dieses Mal ist es besonders schlimm. Einige Male ist morgens beim Aufwachen meine rechte Hand so zugekrampft (insbesondere der Ringfinger), dass ich sie mit der linken Hand fast gewaltsam öffnen muss. Nach einigen Minuten Lockerungsübungen ist es dann zwar wieder für den Rest des Tages erträglich, aber so darf das natürlich nicht dauerhaft weiter gehen. Ich reduziere die Bildschirmarbeit so weit möglich. Maus vorerst dauerhaft nach links. Rechten Arm so oft möglich locker herunterhängen lassen. Beschwerden rechts lassen nach, - aber dafür fängt es nun links an. Sehen bleibt bis Monatsende bescheiden.
Kopfschmerzen im Bereich der linken Schläfe. Kopf- und Gesichtshaut zeitweise sehr empfindlich.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Für die warme Jahreszeit relativ viel Tränerei, Naselaufen und Niesen. Diverse Beschwerden wie beschrieben die aber wohl auf übermäßige Arbeit am PC und kaum auf das Sehtraining zurückzuführen sind.


258. Monat (Juni 2017)
Priorität hat vorerst die Schonung von rechter Hand/Arm. Es wird auch besser, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Danach vorerst keine weitere Besserung während ich sehr aufpassen muss, damit es links nicht schlimmer wird. Ich habe im Moment allerdings auch ganz generell Gliederschmerzen. Sowohl innerlich (Knochen, Gelenke, Muskeln) als auch empfindliche Haut. Vermutlich irgend weshalb überempfindliche Nerven. Soweit ich mich erinnere hatte ich so etwas schon mehrfach in meinem Leben. Kommt ohne ersichtlichen Grund plötzlich und verschwindet ebenso irgendwann wieder.
Im Prinzip kann ich zur Zeit ohne Brille mit 50-60 cm Abstand zum Bildschirm arbeiten. Ich muss aber oft kurz pausieren und Schärfe und besonders Schwärze (Schriften bleichen zu hellgrau) nachstellen. Strengt an und kostet Zeit, so dass ich im Ergebnis nur 50% der Zeit ernsthaft arbeiten kann. Ich halte diese Entfernung deshalb nur 1-2 Stunden an guten Tagen durch.

Obwohl ich mich schlecht fühle am 2. Wochenende mittlere Radtour. Von Stunde zu Stunde lassen meine Beschwerden nach und gegen Ende der Fahrt sehe ich für gut 80% der Zeit mindestens so gut wie früher mit Brille. Schlecht sehe ich eigentlich nur wenn ich mich ganz bewusst bemühe etwas genau zu erkennen. Wenn ich also 2 oder 3 mal hinschaue um ganz sicher zu sein, dann wird das Bild immer schlechter und ich unsicherer.
Montag nach einigen Stunden gegen Mittag schon wieder schwaches Sehen. Folgendes Wochenende gleiches Spiel. Ähnlich läuft es bei meiner abendlichen Radrunde bzw. Joggen. Wenn ich länger als etwa 1 Stunde unterwegs bin bessert sich mein Sehen. Oft sogar trotz Dämmerung. Und oft aber nicht immer steigt mein Tränenfluss im Gleichschritt mit der Besserung des Sehens.
Das gute Sehen hält leider meistens nicht lange. Es hängt von meiner Tagesstimmung ab ob ich das als ermutigend (weil sich mein Sehen so eindeutig bessert) oder entmutigend (weil es nicht dauerhaft ist) interpretieren.

Seit Wochen beschäftigt mich auch ein Problem bei der Renovierung. Das geht so weit, dass ich manchmal nachts mehrfach aufstehe und etwas nachmesse oder ausprobiere. Bis es mir reicht und ich einfach sofort beginne, irgendeine zweitbeste Lösung zu realisieren nur um diese im Kopf quälende.Suche nach der allerbesten Lösung zu beenden. Das scheint zu helfen und den Stress zu mindern. Einige Tage leicht besseres Sehen.
Ab 22. plötzlich wieder schwaches bis sehr schwaches Sehen. Es tut mir einiges weh, viel augenbeanspruchende Arbeit und diverser Stress. Als ich dann auch noch ein dringend benötigtes Werkzeug verlegt habe und stundenlang suchen muss geht es nochmals abwärts. So eine Art Panikstress der sofort auf das Sehen durchschlägt. 2 Tage später ähnliches Erlebnis als eine Kontoabrechnung nicht zu stimmen scheint und ich hunderte Wertpapierabrechnungen kontrollieren und addieren muss bis ich die Erklärung finde. Immer wieder Beweise wie Sehen auch mit Stress bzw. Entspannung zusammenhängen muss und eben nicht nur starr an falsche Augenlänge gekoppelt sein kann.

Letzte Monatstage knapp mittleres Sehen mit guten Phasen dazwischen. Meine diversen körperliche Beschwerden haben sich in diesem Monat nur teilweise gelegt und belasten mich weiterhin.

Nebenwirkungen:
Kaum Fremdkörpergefühl. Für die warme Jahreszeit relativ viel Tränerei, Naselaufen und Niesen. Weiterhin diverse Beschwerden wie beschrieben die aber kaum auf das Sehtraining zurückzuführen sind.


259. Monat (Juli 2017)
Monat beginnt mit Wochenende. Samstag noch schwaches Sehen. Sonntag sehr ruhig. Bein schmerzt, Wetter bescheiden. Nur kleine Radrunde stattdessen einige entspannte kleinere Arbeiten mit +3-Gegenbrille. Sehen gut, allerdings zeitweise leichter Hammerschlageffekt, leicht "fettfleckig", ich muss relativ häufig das Bild bewusst seitlich richtig übereinanderschieben um aufkommende Doppelkonturen zu beseitigen. Kaum grauschleirig.

Am 3. bei der abendlichen Radrunde ein Insekt ins rechte Auge bekommen. Mit etwa 6 Tagen dauert es dieses Mal ungewöhnlich lang bis alle Beschwerden (verquollenes Auge, Schmerzen, Jucken) restlos verschwunden sind (Jucken hält am längsten an). Bis auf weiteres, soweit ich es nicht doch wieder vergesse, werde ich jetzt mit Schutzbrille (je nach Situation hell oder getönt) fahren. Ist zwar optisch nicht besonders perfekt (scheint seitliche Doppelbilder zu begünstigen) und schmiert bzw. verkrustet bei Tränen/Schweiß schnell (jedoch meist weniger Tränen da weniger Fahrtwind), aber diese Nachteile sind offenbar geringer als die Probleme mit Insekten und Fahrtwind.

3-4 Folgetage sehr viel Bildschirmarbeit. Sehen bessert sich aber recht schnell sobald ich mal wieder entspannen kann. Also offenbar eine gute Phase.
Dann 5-6 Tage kaum einstellbare Augen, egal ob gestresst oder entspannt. Nach 4 Tagen beginnt die Besserung damit, dass ich wenigstens in entspannten Augenblicken wieder einstellen kann. Rest des Monats langsam weitere Besserung. Aber dazwischen immer wieder bis etwa einen halben Tag lang schwache Phasen. Und besser als etwa mittelmäßig wird es nicht.

Meine aktuellen Hauptprobleme sind:
Ich lese kaum noch gedruckten Stoff. Selten mehr als einige wenige Minuten pro Tag. Fast alles läuft inzwischen am Bildschirm ab. Gedruckter Stoff ist aber schwärzer und beim Sehtraining offensichtlich wesentlich wirksamer als Bildschirmschrift.
Und mir fehlt die Ruhe für analytisches Lesen wie am Anfang des Sehtrainings. Ich lese zu schnell. Und sogar wenn ich es schaffe, für einige Minuten an einem Wort oder einem Buchstaben hängen zu bleiben, auch dann bin ich meist zu schnell. Ich rase alibihalber an den Konturen hin und her ohne den Erfolg zu haben den ich bei ganz, ganz langsamen Umspielen der Konturen hätte. Ein Zeit- und Disziplinproblem.

Und dann hat sich leider bestätigt, dass beim Fahrradfahren die Handgelenke ähnlich belastet werden wie beim Schreiben mit der Tastatur. Das bedeutet für mich, dass meine Radtouren als Unterbrechung der täglichen Bildschirmarbeit zwar im Kopf und beim Sehen Entspannung bringen. Aber bezüglich Handgelenke bringt es keine Linderung. Und das zu wissen mindert dann auch sofort die Entspannungswirkung beim Sehen. Ich experimentiere gerade mit verschiedenen Handhaltungen, einarmigen Fahren, gepolsterten Handschuhen. Erwarte davon aber keine Wunder.

Nebenwirkungen:
Nur an einem Tag Fremdkörpergefühl. Weniger Tränerei aber noch relativ viel Naselaufen und Niesen. Weiterhin die beschriebenen Beschwerden die aber wohl auf übermäßige Arbeit am PC und kaum auf das Sehtraining zurückzuführen sind.


260. Monat (August 2017)
Langsam und unter Schwankungen weitere Besserung beim Sehen. Nach einigen Tagen dann ohne Brille längere Phasen etwa wie früher mit Brille. Deutlich über 1 Stunde am Stück mit nur geringen Schwankungen. Sogar mit +2-Gegenbrille so gegen knapp 50%. Mein eigentliches Problem sind aktuell die Handgelenke, insbesondere rechts.
Ab etwa 10. bis 11. schwächeres Sehen (allgemein schlechter plus größere Schwankungen). Ab ca. 17. leichte Besserung. Aber bis Monatsende nicht über mittelmäßig und immer wieder bis mehrere Stunden lange schwache Phasen dazwischen.

Habe billig einige neue Gegenbrillen gekauft. Vergleichsweise gute optische Qualität. Kaum Verzerrungen durch schlechtes Glas. Die mit +1,5 verschlechtert mein Sehen nur minimal gegenüber ohne Brille, scheint aber trotzdem Wirkung beim Üben zu haben.

Nebenwirkungen:
In diesem Monat keinerlei Fremdkörpergefühl. Vergleichsweise wenig Tränerei, vermutlich weil ich beim Radfahren meist Schutzbrille nutze (Windschutz). Relativ viel Niesen und Naselaufen, was aber mit staubiger Luft (viel Staub bei Holzarbeiten) zusammenhängen dürfte.


261. Monat (September 2017)
Monatsanfang überwiegend schwächeres Sehen, maximal mittelmäßig. Nach etwa 30 Minuten Bildschirmarbeit ohne Brille muss ich vorübergehend mit Brille arbeiten. Aber auch mit Brille relativ schwaches Sehen. Nur bei der abendlichen Radtour leichte Besserung (auch bei Dämmerung), ohne aber wirklich gut zu werden.
Erst ab Mitte des Monats vereinzelte automatische Scharfsehphasen. Aber relativ selten und immer nur wenige Sekunden lang. Ursache der ungewöhnlich langen schwachen Phase vermutlich fehlende Motivation. Ich arbeite an einer längeren öden Angelegenheit und schon morgens beim Aufwachen verdirbt es mir die Laune, genau zu wissen, dass ich noch viele Tage daran arbeiten muss. Und ich wohne vorübergehend in einem frisch renovierten kaum eingerichteten Zimmer. Außer 2 Bildschirmen gibt es dort und auch beim Blick aus dem Fenster praktisch nichts zu sehen. Man kann zwar zur Not zwischendurch Sehübungen auch an einer weißen Steckdose auf einer weißen Wand machen, aber so wirksam wie Training mit z.B. Gartensicht ist das nicht. Erst später kommt mir die Idee, einige bunte Keksdosen lose verteilt im Raum aufzustellen um Fixpunkte zur Augeneinstellung zu haben.
Und dann auch noch diverse Wehwehchen, insbesondere Schmerzen im linken Knie die den Spaß am Joggen verderben. Merkwürdigerweise treten diese Schmerzen nicht beim Joggen selbst oder direkt danach auf, sondern immer erst am nächsten Morgen und dann einige Tage lang. Dadurch fehlt die direkte Rückkoppelung, d.h. ich weiß nie ob es nun endlich ausgeheilt ist, ob ich wieder Joggen kann und welche Bewegungen genau ich vermeiden sollte. Aktuell vermute ich, dass die Ursache in einer Kombination von Joggen (Radfahren hat keinen Einfluss) und dem vielen (falschen?) Sitzen bei der Bildschirmarbeit liegt. Eins allein scheint nicht zu schaden.

Frustriert vom bisherigen Verlauf des Monats will ich am 3. Wochenende (16.) entspannen und mich wieder mal intensiver dem Sehtraining widmen. Wird nichts: Ich fühle mich schlecht und es folgt eine knappe Woche mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost, laufender Nase, Niesen, Schlappheit, usw. Sehen sehr schwach. Fast ständiges Auf- und Abschwellen der Schärfe im unterem Bereich. Gut 75% der ernsthaften Arbeit am PC mit Brille.
Aber auch das Sehen mit Brille ist merkwürdig: Einerseits erscheinen die Konturen zuerst einmal viel schärfer als ohne Brille. Andererseits stellt man dann schnell verblüfft fest, dass die Schriften doch irgendwie schwer erkennbar sind. Als einzige Erklärung dafür finde ich bisher, dass das ständige leichte An- und Abschwellen der Schärfe für diese schwere Erkennbarkeit verantwortlich ist.
Zeitweise habe ich den Eindruck mit der +1.5-Gegenbrille am besten zu sehen. Nicht ganz so scharf und mit ganz leichtem Grauschleier, aber am wenigsten schwankend. Einige Male kann ich so rund 15 Minuten am Stück ernsthaft mit bis zu 50 cm Abstand am Bildschirm arbeiten. Strengt aber sehr an.

Folgendes Wochenende klappt es mit entspannten Sehübungen besser. Sehen zeitweise über mittelmäßig aber nicht wirklich gut. Am Montag schon wieder schwächeres Sehen.
Letzte Monatstage wieder gelegentlich unerwartete automatische Scharfsehphasen. Aber relativ selten nie länger als maximal 30 Sekunden.

Insgesamt ein recht unbefriedigender Monat. Obwohl eher weniger Bildschirmarbeit als in den Vormonaten habe ich dabei relativ oft zur Brille greifen müssen. Und obwohl keine wirklich stressige oder drängende Arbeit anstand konnte ich mich einfach nie wirklich entspannen und nur dem Sehtraining widmen. Nach 2, 3 Minuten war ich geistig schon wieder woanders (belanglose Dinge bzw. Dösen, also reines Konzentrationsproblem) und selbst bei bewährten Entspannungsfilmen bei denen sich normalerweise meine Sehen mit der Länge des Zuschauens erst einmal verbessert ging es etwa 2 Minuten schon wieder abwärts. Sonst praktisch auch keinerlei Erfolgserlebnis in diesem Monat.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl (natürlich außer den 2-3 Fällen wo ich tatsächlich etwas ins Auge bekommen habe). Etwas Tränerei, viel Niesen und Naselaufen.


262. Monat (Oktober 2017)
Monatsanfang überwiegen viel augenmordende Arbeit. Tage mit 16 h Bildschirmarbeit und Tage mit vielen Stunden Renovierungsarbeit (dicht vor weißer Wand bei schlechter Beleuchtung). Trotzdem Sehen etwas besser. Immer wieder automatische Scharfsehphasen. Leider alles nur im Nahbereich, manchmal bis knapp mittlere Entfernung. Weitsicht dagegen schwach. Scharfstellen auf Entfernung auch mit viel Zeit und Bemühungen nicht besonders erfolgreich.

In der 2. Woche trainiere seit langem wieder bewusst schweifen, Knotenschnur und auch an Bildern aus dem Buch. Verstellfähigkeit der Augen bessert sich ohne aber wirklich gut zu werden (zu wenig Zeit).

3. Wochenende längere Radtour. Fernsicht bessert sich, aber noch nicht die Spitzenwerte wie in den ersten Trainingsjahren. Folgetag "Augenkater" d.h, schwer verstellbare Augen, offenbar als Folge der ungewohnt vielen Fernsicht am Vortag. Hatte ich schon lange nicht mehr. Das kommt wenn man die Fernsicht so vernachlässigt wie ich in der letzten Zeit.
Ab etwa Monatsmitte halte ich dann auch wieder etwa 30 Minuten ernsthaftes Ferntraining pro Tag durch (hauptsächlich Aquarium- und Eisenbahnfilme am Fernmonitor). Fernsicht nochmals besser (aber nicht extrem gut) ohne dass gleichzeitig die Nahsicht nachlässt. Habe wohl aber gerade auch eine allgemein stärkere Phase.

Letztes Wochenende bei einer Radtour unterkühlt. Dazu Kopfschmerzen und auch noch Zahnschmerzen die bis ins Ohr ausstrahlen. Sehen sehr schwach. Bildschirmarbeit ohne Brille praktisch unmöglich. Nach rund 36 h geht es dann wieder aufwärts.

Nebenwirkungen:
Nur einige kurze Phasen mit Fremdkörpergefühl.Viel Tränerei, viel Niesen, viel Naselaufen.


263. Monat (November 2017)
Weiterhin täglich etwas Ferntraining mit Filmen am Fernmonitor. Bessert meine Sicht, aber nicht auf extrem gut und nur vorübergehend. Vermutlich zu wenig bei zu viel Naharbeit.

Mein aktuelles Hauptproblem sind aber die diversen hartnäckigen Wehwehchen die vermutlich fast alle direkt oder indirekt von der Bildschirmarbeit verursacht werden. Kann so nicht weitergehen. Deshalb mal für einige Wochen ernsthafte Reduzierung. Rechner wird erst um 14 Uhr eingeschaltet, läuft dann bis maximal 1 Uhr, und ich arbeite für höchstens der Hälfte dieser Zeit am Rechner. Also maximal 6 Stunden pro Tag mit vielen Pausen. Dazu wenig Radfahren (es ist sowieso kalt und dunkel) und vermindertes Krafttraining.
Zwar verschwinden keine meiner Beschwerden (Hände, Handgelenke, Schultern, Nacken, Knie) völlig, aber doch praktisch überall eindeutige Besserung. Und es ist für mich eine große Erleichterung, da einige Zusammenhänge klarer werden und ich bestätigt bekomme, dass vermutlich alles bei dauerhafter Verminderung der entsprechenden Belastungen gänzlich verschwinden würde.
Sehen: Einerseits deutlich weniger Bildschirmarbeit, andererseits stattdessen viel andere häusliche Naharbeit wie Nähen, diverse Basteleien und Renovierungsarbeiten. Wenig Fernsicht. Kaum Touren im Freien und gegen Monatsende immer seltener Entspannungsfilme am Fernmonitor. Habe mich wieder mal in einige Probleme beim Basteln verbissen und kann mich kaum auf anderes konzentrieren. Trotz all dieser Störungen meist um mittelmäßiges Sehen mit sogar einigen guten Phasen.

Letzte Monatstage allgemeine körperliche Schwächephase, Kopfschmerzen und Frieren. Sehen schwach. Allgemeine Unscharfe, dazu oft Doppelkonturen. Rechts fast ständig Doppelkonturen.
Am allerletzten Tag geht es offenbar schon wieder aufwärts.

Nebenwirkungen:
Im ganzen Monat keinerlei Fremdkörpergefühl. Viel Niesen, Tränerei nur im Freien und da entsprechend der kalten Witterung meist stark.


264. Monat (Dezember 2017)
Erste 4-5 Tage mittelmäßiges bis besseres Sehen. Folgen 3-4 Tage Unwohlsein, oft verkrampfungsartige Kopfschmerzen, schlechtes Sehen (Augen kaum einstellbar) aber trotzdem ab und zu bis zu 30 Sekunden lange automatische gute Sehphasen. Kaum Sehtraining.

Todesfall in der Familie. Wie üblich Dezember.

Mittelteil des Monats Sehen überwiegend knapp mittelmäßig. Jedoch meist deutliche Besserung sobald ich mich mal ernsthaft mehr als ein paar Minuten meinem Sehen widmen und alle anderen Arbeiten und Probleme beiseite schieben kann. Dabei aber keine langsame Besserung sondern die ersten 10-20 Minuten keinerlei Besserung und dann bricht schnell gutes Sehen durch. Dann auch manchmal mit für mich ungewohnt saftigen Kontrasten (also ohne diesen nebeligen Grauschleier).

Ich versuche weiterhin meine offensichtlich durch zu viel Bildschirmarbeit verursachten Beschwerden zu kurieren. Aber nur geringe weitere Besserung. Unter etwa 5-6 Stunden tägliche Bildschirmarbeit (12 Stunden läuft der Rechner und ich arbeite knapp die Hälfte dieser Zeit tatsächlich daran) kann ich zur Zeit kaum reduzieren und das begrenzt natürlich die Möglichkeiten der Besserung.

Die letzten ca. 10 Tage Jahres überwiegend relativ stressfrei. Meist gutes Sehen mit vielen automatischen Scharfsehphasen. Alle vorübergehenden Einbrüche beim Sehen kann ich eindeutig auf konkrete Stressereignisse zurückzuführen.

Nebenwirkungen:
Keinerlei Fremdkörpergefühl. Viel Niesen (überwiegend nur in Innenräumen), Tränerei nur im Freien und entsprechend der kalten Witterung dann oft stark.


Bilanz nach 22 Jahren Sehtraining:
Mehr oder weniger ein verlorenes Jahr. An sich hätte ich jetzt ohne unseren Pflegefall mehr Zeit, weniger Stress und Druck. Aber ich kann vorerst nichts daraus machen. Bin selten zu etwas motiviert und meist im Kopf und Körper irgendwie ausgebrannt. Verplempere Zeit mit sinnlosen Dingen. Stundenlang im Internet z.B. geschichtliche Ereignisse im letzten Detail nachlesen, völlig überflüssige Computerbasteleien oder beim Renovieren Details mehrfach neu machen nur weil die ersten Ausführungen minimal schief waren, usw.
Stattdessen hätte ich viel Zeit in Sehtraining oder wenigsten Beschäftigungen mit überwiegend Fernsicht stecken können..Ich habe ja ursprünglich hauptsächlich wegen Sehproblemen auf mittlere und große Entfernung (z.B. Autofahren) mit dem Sehtraining begonnen. Und in den ersten Jahren hatte ich da auch große Erfolge, vermutlich weil ich viel auf große Entfernungen trainierte. Meine Nahsicht besserte sich wenig. Z.B. konnte ich ohne Brille oft den Mauszeiger auf dem Bildschirm nicht finden. Nun habe habe ich immer mehr und intensiver am Bildschirm gearbeitet und trainiert bei gleichzeitig immer weniger Ferntraining (auch viel weniger lange Radtouren). Folge ist nun zwar verbesserte Nahsicht (an manchen Tagen ohne Brille 6-12 Stunden Bildschirmarbeit und manchmal perfektes Sehen aus 50 cm Abstand). Aber gleichzeitig muss ich feststellen, dass meine Fernsicht gegenüber den Erfolgen in den ersten Trainingsjahren wieder nachgelassen hat. Es läuft aktuell also etwas in die falsche Richtung.

Das Börsenjahr war für mich auch eher enttäuschend. Ich habe zwar etwas Gewinn gemacht, aber relativ wenig im Verhältnis zum Arbeitsaufwand. War viel zu vorsichtig (und werde es hoffentlich bleiben). Die Kurse steigen und steigen, teilweise schon lange jenseits jeglicher Vernunft. Leute, die nach meiner Meinung keine Ahnung vom Metier haben, protzen mit dicken Gewinnen und Mitspieler mit Erfahrung stehen daneben wie dumme Jungen.

Körperlich haben sich insbesondere im 2. Halbjahr diverse Beschwerden angesammelt die ich einfach nicht dauerhaft loswerde. Vieles davon dürfte direkt oder indirekt durch die ständige Bildschirmarbeit verursacht sein. Aber es bleiben noch einige Fragen offen. So habe ich in der letzten Zeit mein allgemeines körperliches Training (Kraft, Ausdauer, Gymnastik) deutlich vermindert. Teils aus Zeitgründen, teils wegen derzeit mangelnder Motivation, oder eben weil ich Beschwerden habe.
Die Frage ist nun: Habe ich Beschwerden weil ich reduziert habe, d.h. meinen Körper geht es schlecht weil ihm das Jahrzehnte lang gewohnte harte Training fehlt? Oder ist es genau anders herum und ich trainiere für mein Alter immer noch zu hart? Oder liegt das wahre Problem eher im Kopf?
Ähnliche Fragen bezüglich meiner Kniebeschwerden: Verzichte ich wochenlang auf Joggen verschwinden sie trotzdem nicht sondern bessern sich nur minimal. Jogge ich trotz Schmerzen, so verschlechtert das die Situation auch nur minimal. Was also machen? Bei all diesen Problemen incl., mancher Sehprobleme bleibt immer nur die Hoffnung, dass sie sich von alleine erledigen werden wenn ich irgendwann mal nicht mehr so viel am Rechner sitzen werde. Das ist natürlich nicht besonders hilfreich als Motivation auf kurze bis mittlere Sicht.

Besonders frustriert mich, dass einmal erreichte Erfolge beim Sehen ganz schnell wieder nachlassen sobald man Sehtraining bzw. richtige Sehgewohnheiten und Entspannungspausen wieder vernachlässigt.
So habe ich z.B. immer mal wieder Phasen wo ich mehrere Tage und Nächte fast ständig am PC arbeiten muss. Anfangs geht das weitgehend ohne Brille, dann greife ich immer öfter und immer länger zur Brille, irgendwann arbeite ich fast nur noch mit Brille, und schlussendlich wird selbst das Sehen mit Brille so mühsam, dass kaum noch sinnvolles Arbeitstempo möglich ist. Nach solchen Gewalttouren liegt meine Sehleistung dann ungefähr auf dem Niveau zu Beginn des Sehtrainings und ich muss gewissermaßen im Schnelldurchgang alle Trainingsstufen wieder von vorne durchziehen bis ich dann, meist erst nach einigen Tagen, wieder mein bisher erreichtes Sehniveau erreiche. Das ist etwas enttäuschend weil ich anfangs die Illusion hatte, dass man irgendwann mit dem Sehtraining "fertig" ist und dann konstant gut sieht.
Andererseits: Wenn ich sonntags eine Gewalttour mit dem Rad mache bin ich anschließend auch so erledigt, dass ich es Dienstags noch beim Treppensteigen fühle. Warum sollte es beim Sehen anders sein?

Und dann habe ich noch folgendes Verständnisproblem: Einerseits ist gutes Sehen für mich offensichtlich anstrengend, Man fühlt es zwar nicht direkt, aber früher oder später kommt immer ein Zeitpunkt, wo es nachlässt. Das erkläre ich mir mit "Seherschöpfung".
Andererseits hängt gutes Sehen auch eindeutig mit Entspannung und Lockerheit zusammen. Aber gleichzeitig Anstrengung und Entspannung passen auf den ersten Blick nicht so ganz zusammen.
Vielleicht ist es aber auch hier wie beim Sport: Verkrampft und gestresst erreicht man keine absolute Höchstleistung. Man braucht eine gewisse Entspannung und Lockerheit. Das bedeutet aber nicht, dass man die Höchstleistung im entspannten Zustand dauerhaft durchhalten kann. Irgendwann ist man immer am Ende seiner Kraft.

Mein rechtes Auge ist weiterhin meistens deutlich schwächer. In seltenen Fällen kann es aber auch ein nahezu perfektes Bild liefern. Kein System erkennbar wann und warum.
Schwache Kontraste (Grauschleier, vernebelte Bilder) sind seltener geworden.

Meine jeweils erreichte Sehleistung scheint ganz überwiegend von 3 Faktoren abzuhängen:

1) Es gibt offensichtlich auch bei Männern einen etwa 1 Monat langen allgemeinen Grundzyklus der je eine Wohlfühlphase und eine körperlich schwache Phase umfasst. Ob dieser Zyklus immer gleich lang ist und wie lang genau konnte ich bisher nicht feststellen, da dieser Zyklus sich meist mit anderen, kurzfristigeren Phasen überschneidet (siehe 2).
Dass es so einen Grundzyklus gibt schließe ich aus der Beobachtung, dass ich auch unter optimalsten Bedingungen nie 30 perfekte Wohlfühltage am Stück erlebe. Es gibt in dieser Zeitspanne immer mindestens eine relative Schwächephase.

2) Kurzfristige, d.h. einige Stunden bis einige Tage andauernde seelische oder körperliche (z.B. Infektionen) Stresssituationen wie sie eben im Leben immer wieder unerwartet und unerwünscht auftreten.

3) Morgenstart: Tagesbeginn mit Sehstress (aus dem Bett direkt an ernsthafte Bildschirmarbeit) ist Gift. Danach noch zu gutem Sehen zu finden ist sehr schwer. Günstig ist sanftes Anlaufen mit lockeren Sehübungen auf verschiedene Entfernungen und in etwa den ersten 2 Stunden keinesfall nur Naharbeiten. Einfache Arbeiten, eventuell sogar mit schwacher Gegenbrille.


265. Monat (Januar 2018)
Erster Tag noch ruhig und gut. Dann jede Menge Börsenstress. Ich muss zu gut 50% mit Brille arbeiten und komme kaum dazu, mich um mein Sehen zu kümmern. Ab etwa dem 8. zwar weiterhin hohe Belastung, aber es kommen immer wieder unerwartet automatische Scharfsehphasen. Bleibt so bis etwa um den 16. Dann Sehen im Schnitt wieder deutlich schwächer.
Ich komme einfach nicht zur Ruhe. Auch wenn es an manchen Tagen um meine eigenen Börsenpositionen ruhig ist beobachte ich ziemlich ungläubig diese eskalierende Bitcoin-Spekulation. Ein an sich gar nicht existierende Fantasieprodukt wird mit absurden Begründungen zur Zukunftswährung erklärt und immer höher im Preis getrieben. Alles mit enormen Rechen- und damit Energiebedarf. Wer Bitcoin hat wird angeblich automatisch immer reicher, braucht nicht mehr arbeiten und kann sich alles kaufen (was gibt es wohl noch zu kaufen wenn keiner mehr arbeitet?). Bitcoin gibt Sicherheit wenn alles andere zusammenbricht (und wenn Computerspeicher, Strom, Internet usw. ausfallen?). Und dass es inzwischen rund 1500 ähnliche "Zukunftswährungen" gibt und täglich weitere erfunden werden schmälert die Erfolgsaussichten angeblich auch nicht. Und selbst wenn Bitcoin wertlos wäre, dann wäre das auch egal denn auch alles normale Geld ist ja eigentlich nur wertloses bedrucktes Papier das von den Notenbanken manipuliert wird (allerdings mit dem kleinen Unterschied dass es gesetzliches Zahlungsmittel ist). Usw. usw.
Diese Leute leben zurzeit in einem Rausch. Warnt man sie wird man sofort als Idiot oder böswilliger Neider beschimpft. So etwas erlebt man auch als hartgesottener Spekulant höchstens alle 10 Jahre. Faszinierend und erschreckend zugleich..

Beitrag im TV über angeblich neue Erkenntnisse zur Kurzsichtigkeit. Im Prinzip bleiben sie zwar dabei, dass Hauptursache falsche (zu lange) Augenlänge sei. Allerdings gibt man die bisher vorherrschende Meinung auf, dass die falsche Augenlänge genetisch bedingt sei. Die Zunahme der Kurzsichtigkeit in einigen Gegenden erfolge so stark und schnell, dass sich die Gene nicht so schnell geändert haben können. Man hat aber eine offenbar eindeutige Abhängigkeit vom Tageslicht beobachtet. Bei Kindern die viel Zeit im Freien verbringen wachsen die Augen richtiger als bei Kindern, die sich überwiegend in Räumen aufhalten (zu dunkel bzw. Kunstlicht). Letztere haben nach wenigen Jahren zu lange Augen und daraus resultiere dann lebenslängliche Kurzsichtigkeit.
Schön und gut und durchaus interessant und wichtig. Aber die alleinige Fixierung auf falsche Augenlänge übergeht, dass es mindestens noch ein weiteres Mittel zur Steuerung der Sehschärfe geben muss. Ich habe stark schwankende Sehschärfe und kann durch mein Sehtraining die Schärfe oft mit Brillen im Bereich von etwa +6 bis -10 Dioptrien leidlich scharf stellen. Die Linse kann das wohl nicht vollbringen denn sie wird mit dem Lebensalter angeblich immer härter und damit weniger verstellbar (ich bin mittlerweile deutlich über 60). Und eine Verstellung der Augenlänge erscheint auch unwahrscheinlich denn ich erlebe manchmal gleichzeitig scharfe und unscharfe Flecken nebeneinander auf einem Auge. Da bleibt eigentlich nur die Hornhaut als irgendwie verstellbares Teil..

An einem Tag mit schlechtem Wetter komme ich nicht raus und fahre stattdessen ca. 30 Minuten auf dem Heimtrainer. Steht jetzt in einem anderen Zimmer. Nicht mehr dicht vor einer kahlen, weißen Wand, sondern mit Blick auf ein 2-3 Meter entferntes Regal mit Büchern und diversen Gegenständen. Und ich lasse mehr zufällig die starke Deckenbeleuchtung brennen. Nach etwa 15 Minuten, also als mein Kreislauf bereits gut hochgedreht war und ich zu schwitzen begann, wurde mein Sehen trotz der körperlichen Anstrengung immer besser und ich konnte recht stabil Details der Gegenstände in dem Regal erkennen.
An sich hatte ich schon seit Jahren vor, den Heimtrainer mit einigem Abstand zu einem großem Bildschirm zu platzieren und beim Heimradfahren gleichzeitig Sehübungen mit meinen diversen Radrenn-, Eisenbahnfahrt- oder sonstigen Entspannungsfilmen zu betreiben. Habe das aber aus Zeit- und Platzgründen und weil ich den Heimtrainer eher selten nutze seit Jahren immer wieder verschoben..

Letzte 2 Wochen des Monats Sehen gut gemischt, überwiegend besser als mittelmäßig. Einige eher schwache Tage dazwischen lassen sich eindeutig auf Stress/Sehüberanstrengung zurückführen (wegen diverser Probleme muss ich einige Nachtschichten mit Bildschirmarbeit einlegen um im Internet nach Lösungen zu suchen)..

Nebenwirkungen:
Genau wie Vormonat. Keinerlei Fremdkörpergefühl. Viel Niesen (innen und im Freien), Tränerei nur im Freien und entsprechend der kalten Witterung meist stark.


266. Monat (Februar 2018)
Noch einige Tage extrem viel Sucherei im Internet. Zwar mache ich nachts natürlich irgendwann Schluss, aber früh am Vormittag schon wieder intensive Bildschirmarbeit. Sehen entsprechend schwach, aber nicht extrem schwach.

Ab etwa 5. etwas weniger Bildschirmarbeit, Sehen leicht besser. Aber schon nach 3 Tagen geht es mit meinem Sehen schnell stark abwärts. 2 Tage später kommen Kopfschmerzen, Schüttelfrost und diverse Gliederschmerzen dazu. Leichte Erkältung offensichtlich. Sehen ganz schwach. Auch mit Brille zeitweise kaum Bildschirmarbeit möglich.

Nach einigen Tagen wieder besser. Zweite Monatshälfte dann aber immer wieder Erkältungsprobleme. Jetzt aber nicht Infektion sondern Unterkühlungen. Ich habe diverse körperlich wenig anstrengende Tätigkeiten in kalten Räumlichkeiten zu erledigen. Werde dabei nie warm sondern kühle aus. Kalte Füße, kalte Hände, zum Schluss Schüttelfrost. Wäre im Prinzip vermeidbar wenn ich mich z.B. alle 30 Minuten 5 Minuten auf einem Heimtrainer, mittels Kniebeugen oder ähnlich aufwärmen würde. Mache ich aber meist nicht. Diese Tage enden dann mit einer heißen Suppe und früh ins-Bett-gehen. Sehen ist zwar schwach, Augen tränen, Nase läuft (dünnflüssig, kein Schleim) aber wenn ich in einer wärmeren Pause doch mal mindestens 30 Minuten mit einem meiner Entspannungsfilme trainiere bessert sich mein Sehen erkennbar. Bei einer Infektion dagegen ist nach meiner Erfahrung tagelang keinerlei Besserung erreichbar.

An sich habe ich kaum noch Probleme mit flauen Kontrasten (Grauschleiern). Aber leider scheinen im Internet gerade graue Schriften auf weißem Untergrund immer mehr in Mode zu kommen. Mit viel Glück sind wenigstens die Überschriften noch satt schwarz, aber der Rest folgt dann mittel- bis hellgrau. Und für mich wird das bald zu einem ziemlich einheitlichen Grauschleier. Nur dass Ursache jetzt nicht allein mein bescheidenes Sehvermögen ist, sondern unbedarfte Seitengestaltung.

Nebenwirkungen:
Seit mehreren Monaten jetzt praktisch kein Fremdkörpergefühl mehr. Aber viel Tränerei und Naselaufen. Verständlich bei der großen Kälte


267. Monat (März 2018)
Monatsanfang Sehen leicht unter mittelmäßig. Dann allmählich leichte Besserung. Etwa vom 7. bis 11. diverser Ärger und Stress. Sehen sofort schwächer. Anschließend erst mal keine Besserung da körperliche Schwächephase. Sehschärfe schwellt oft innerhalb 2-5 Sekunden auf und ab (auch mit Brille, da Schwankungen aber deutlich geringer).

Am vorletzten Wochenende erste richtige Radtour des Jahres gemacht. Das war ein Fehler. Schon bei der Rückfahrt friere ich immer mehr und bald ist klar, dass mich die aktuelle Grippewelle doch noch erwischt hat. Drei Tage später dann auch noch Husten. Alles zwar nicht extrem schwer, aber ich entscheide mich sicherheitshalber, alles aufschiebbare vorerst aufzuschieben und mindestens 12 Stunden pro Tag im warmen Bett zu bleiben. Bis Monatsende kein Radfahren, kein Sport, nur ganz wenig ganz leichte Gymnastik.
Sehen natürlich überwiegend schwach, aber nicht ganz schwach. Erstaunlicherweise recht häufig sogar mehrere Minuten lange scharfe Phasen. Vermutlich weil der Stress fehlt und ich endlich mal Zeit zum Entspannen habe (mir gezwungenermaßen Zeit genommen habe).

Nebenwirkungen:
Viel Naselaufen, etwas weniger Tränerei, keinerlei Fremdkörpergefühl.


268. Monat (April 2018)
Meine Grippe, oder was immer es ist, zieht sich und zieht sich. Sehen schwach aber doch deutlich besser als vor Beginn des Sehtrainings. Wenn ich mal 15-30 Minuten entspanne, es sind gerade die ersten echten Frühlingstage und da fällt das irgendwie leichter, dann komme ich sogar vorübergehend auf gutes bis fast sehr gutes Sehen. Aber in Alltagssituationen sind meine Augen zurzeit nur minimal verstellbar, d.h. ich kann nicht bewusst wirkliches Scharfsehen erzwingen. Nach 3 Wochen geht es mir immer noch bescheiden. Hausarzt findet aber nichts. Das beruhigt und gleich geht es mir deutlich besser. Sicherheitshalber werde ich in den nächsten Monaten aber auch all die für ältere Herren empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen durchziehen.
Offensichtlich bin ich wieder mal auf mein altes Problem reingefallen: Einerseits brauche ich regelmäßig sportliche Betätigung. Wenn ich mich nicht etwa jeden zweiten Tag austoben kann fühle ich mich immer schlechter, Blutdruck steigt, usw.. Andererseits muss ich bei richtigen Verletzungen oder Erkrankungen (wie z.B. dieser "Grippe") natürlich vorübergehend mit Sport aussetzen. Dadurch fühle ich mich dann immer schlechter, so dass ich das Ende der ursprünglichen Beschwerden oft nicht mitbekomme und länger aussetze als nötig.
Geht mir jedenfalls sofort besser. Wieder ernsthaft Sport, längere Radtouren. Letzteres zurzeit wegen der vielen Insekten nur mit Schutzbrille (ohne jegliche Korrektur). Dabei Sehen oft während 75% der Zeit so gut wie vor dem Sehtraining mit Korrekturbrille. Sehen im Nahbereich (Bildschirmarbeit) dagegen leider oft eher schwach. Dabei allerdings auch viel Börsenstress, an einigen Tagen sehr von Mücken zerstochen, und auch Sitzprobleme bei längerer Bildschirmarbeit (s.u.).

Immer wieder diverse vermutlich durch zu viel Bildschirmarbeit verursachte Beschwerden. Meine Sehprobleme sind da oft nur noch Nebensache:

Mehrfach war eine Hand, meistens die rechte, so zugekrampft, dass ich sie mit der anderen Hand fast gewaltsam aufbrechen musste. Offensichtlich Sehnenverkürzung, vermutlich infolge Arbeit mit Maus bzw. Tastatur und wohl auch Greifen am Fahrradlenker. Als Gegenmaßnahme mit der anderen Hand mehrfach täglich für 20-30 Sekunden die flache Hand an den Fingerspitzen nach hinten (außen) biegen. Herausgefunden, dass es noch wirksamer ist wenn man nicht die ganze Hand sondern die Finger einzeln umbiegt (offenbar ist die Sehnenverkürzung bei den Fingern unterschiedlich stark ausgeprägt). Und noch wirksamer wenn man den an der Fingerspitze nach außen gebogenen Finger gleichzeitig etwa in der Mitte mit einem Finger der anderen Hand nach innen biegt. Anfangs verspürt man bei der Übung Schmerzen an den Fingerwurzeln. Mit längerem Training und zunehmendem Trainingserfolg verlagern sich diese Schmerzen erst in die Handfläche und dann in Richtung Handgelenk/Unterarm. Ich schätze, dass es insgesamt knapp ein Jahr daueren wird bis meine Sehnen da keinerlei Probleme mehr machen werden.

Festgestellt, dass unter meinem neuen Arbeitstisch die Tischfüße so ungünstig sitzen, dass man beim Sitzen die Beine nicht beliebig ausstrecken und bewegen kann. Das führt auf Dauer entweder zu Beschwerden in den Beinen/Knien, oder, um die Beine voll ausstrecken zu können, setzt man sich weit hinter den Tisch. Dann aber muss man sich für bestimmte Arbeiten am Tisch bzw. zum Lesen des Bildschirms oft weit vorbeugen und das führt auf Dauer zu Beschwerden im Unterleibsbereich. Deshalb probiere ich gerade mit verschiedenen Tischkonstruktionen. Nicht ganz einfach weil ich wegen mehreren Bildschirmen und Geräten ein Konstrukt aus mehreren ums Eck gestellten Tischen benutze.

Zusätzlich einen Steh-Bildschirmarbeitsplatz gebaut. Ein Wandschrank der teilweise ein offenes Regal ist. Eine große Platte etwa in Brusthöhe mit Platz für 1-2 Laptops und einen extra Monitor. Deutlich tiefer etwa in Bauchnabelhöhe eine höhenverstellbare Platte mit reichlich Platz für die Maus. Bildschirmarbeiten ohne viel Tipperei auf der Tastatur oder nur mal kurz was nachschauen kann ich jetzt im Stehen erledigen und dabei die Maus wahlweise rechts oder links mit fast hängenden Armen bedienen. Davon erhoffe ich mir eine gesunde Abwechslung zum bisher fast ausschließlich sitzenden Arbeiten und langfristig eine Besserung meiner Beschwerden.

Nebenwirkungen:
Keinerlei Fremdkörpergefühl. Für die schon recht warme Jahreszeit relativ viel Naselaufen und Tränerei.


269. Monat (Mai 2018)
Monatsanfang gute körperliche Form mit steigender Tendenz. Fast jeden Abend eine kleine Radtour. Sehen dabei auf mittlere und insbesondere weite Entfernung praktisch immer mindestens mittelmäßig, oft sogar gut bis sehr gut. An einem Tag versehentlich die ganze Tour statt mit einer neutralen Schutzbrille mit einer +1,5-Gegenbrille gefahren und es erst nach der Rückkehr bemerkt. Sehen trotzdem als recht gut empfunden. Im Gegensatz dazu an all diesen Tagen nur bescheidene Nahsicht (Bildschirmarbeit).
Ab etwa 12. auch Fernsicht wieder deutlich schwächer. Fern- und Nahsicht bleiben für den Rest des Monats bescheiden. Visus wohl minimal 25%, maximal 50%. Dabei praktisch keine Extremwerte, d.h. für meine Verhältnisse geringer Schwankungsbereich. Allgemeine Unschärfe, schwer bis gar nicht verstellbare Augen, keine automatischen Scharfsehphasen. Seitliche Doppelkonturen kann ich mit viel Mühe und Zeitaufwand aber meist übereinander schieben.
Selbst bei wirklich entspanntem, zeitdrucklosen Üben im Garten kaum Besserung. Das alles ist zwar deutlich über dem Stand vor dem Sehtraining, aber für den aktuellen Trainingsstand sehr unbefriedigend.

Habe aktuell allerdings andere Gesundheitsprobleme. Sitzbeschwerden, diffuse, häufig wechselnde Beschwerden im Unterleib, Rückenschmerzen bis incl. Schultern und Genick, allgemeine Schlappheit. Deutet alles in Richtung Prostataentzündung oder Beckenbodenproblem. Vermutlich die Quittung für das viele Sitzen vor Bildschirm und auf dem Fahrrad. Wird in den nächsten Tagen genauer untersucht werden.

Nebenwirkungen:
Trotz Wärme und wenig Luftzug ab und zu Tränerei. Kein Fremdkörpergefühl.


270. Monat (Juni 2018)
Monatsanfang mit viel Stress. Zwar auch positiver Stress dabei (viel Action bei meinen Börsenwerten genau in die für mich richtige Richtung) aber eben auch einige weniger schöne Angelegenheiten (unangenehme Arztbesuche).
Sehen durchgängig bescheiden (aber weit besser als vor dem Sehtraining). Nur ganz wenige und sehr kurze bessere Sehphasen dazwischen. Am 14. ohne erkennbaren Grund den ganzen Tag sehr schwaches Sehen.

Zweite Monatshälfte leichte Besserung. Grundsehschärfe nur minimal besser aber öfter und länger Scharfsehphasen. Nicht extrem gut und mehr zufällig als erzwingbar. Extrem viel Börsenstress erlaubt kaum Pausen oder Entspannung bei der Bildschirmarbeit. Maximal 20-30% meiner Bildschirmarbeit ohne Brille möglich.
Letzte 2 Tage des Monats etwas häufigere, längere und bessere Scharfsehphasen. Erstaunlicherweise besonders in der Abenddämmerung. Insgesamt aber ein unbefriedigender Monat. Ursachen offensichtlich.

Arztbesuche haben deutlich vergrößerte und entzündete Prostata ergeben. Aber gutartig und noch im altersmäßig vertretbaren Bereich. Dauerndes Sitzen, insbesondere im vorgebeugter Sitzhaltung, und Radfahren vorerst so weit möglich einschränken. Zur schönsten Sommerzeit kaum Radfahren frustriert natürlich.
Außerdem aufkommende Laktoseintoleranz. Milchprodukte also möglichst laktosefrei bzw. Laktasetabletten dazu einnehmen. Alles nicht wirklich schlimm, aber wieder eine unschöne Erinnerung an mein Alter. Und die Erfahrung mit unseren Pflegefällen sagt mir, dass man sich keine Hoffnungen machen sollte, dass das alles wieder dauerhaft verschwinden wird.

Und in einem Punkt muss ich umdenken: Bisher ging ich davon aus, dass mit zunehmendem Alter die körperliche/sportliche Leistungsfähigkeit einfach langsam nachlassen wird. Also beim Jogging/Radfahren von Jahr zu Jahr geringeres Tempo und/oder kürzere Strecken und beim Krafttraining geringere Gewichte.
Die Realität ist aber, dass man zusätzlich auch immer öfter und immer länger wegen diverser Krankheiten und Wehwehchen ganz aussetzen muss. Was früher nach 3 Tagen weitgehend ausgeheilt war und deshalb keine ernsthafte Trainingsunterbrechung bedeutet hat, das dauert heute 3 Wochen und wirft einen jedes Mal neu weit zurück. Auf Dauer ist das deprimierender als nur ganz allmählicher Leistungsverlust.

Nebenwirkungen:
Oft Schwindelgefühl, Gelenkschmerzen, Schlappheit. Tränerei und Naselaufen nicht beurteilbar da fast ständig leichter Schnupfen. Alles vermutlich ohne Zusammenhang mit dem Sehtraining. Kein Fremdkörpergefühl.


271. Monat (Juli 2018)
Erste Monatstage leichte Besserung beim Sehen. Am 4. dann aber wieder ein Tag mit unerklärbar schlechtem (kaum einstellbaren) Sehen gleich von morgens an. Abends bei kleiner Radtour musste ich wegen Unwetter etwa ein Stunde in einer Schutzhütte am Waldrand ausharren. Blick auf Weiden mit Vieh und in der Ferne ein Dorf. Zwangsentspannung sozusagen. Deutliche Besserung beim Sehen. Zwar nicht durchgängig gut aber immer häufigere und längere Scharfsehphasen etwa im Bereich 60-90%. Mein aktuelles Hauptproblem ist also wirklich nur fehlende bzw. zu kurze Entspannungszeiten.
Das bestätigt sich mehrfach im Rest des Monats: Wenn ich mindestens 1-2 Stunden entspanntes Sehen praktizieren kann, egal ob bei einer Radtour oder beim Betrachten eines Entspannungsfilm am Bildschirm (aktuell läuft wieder die Tour de France), dann erreiche ich fast mühelos lange gute bis sehr gute Sehphasen. Aber nur ein paar Minuten Alibientspannung zwischendurch bringen zurzeit kaum wirkliche Besserung. Ähnlich wie am Anfang des Trainings brauche ich jetzt wieder über eine Stunde ohne wesentlich Unterbrechungen. Und die Zeit habe ich aktuell meistens nicht.
Monatsende wieder extrem viel stressige Bildschirmarbeit (Börse). Oft 12 h am Tag fast ohne Pausen. Sehen schwach. Ich muss etwa zu zu 80% mit Brille arbeiten.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl, kaum Tränerei. Trotz Hitze fast ständig leichter Schnupfen. Allgemein schlapp und leichtes Krankheitsgefühl. Alles vermutlich ohne Zusammenhang mit dem Sehtraining.


272. Monat (August 2018)
In diesem Monat achte ich soweit möglich darauf, an den meisten Tagen mindestens einmal über eine Stunde am Stück entspannt auf mittlere bis weite Entfernung zu schauen. Dazu einige leichte Sehübungen. Die Entspannung scheint dabei wichtiger als die Sehübungen zu sein. In der Regel werden dadurch die Scharfsehphasen länger und häufiger und am Schluss sind sie im günstigsten Fall fast durchgehend. Aus Zeitgründen komme ich aber oft erst gegen Abend dazu mit dem etwas kuriosem Ergebnis, in der Dämmerung besser als bei vollem Tageslicht zu sehen.
Nach mehreren solchen Tagen komme ich ab und zu ausnahmsweise auch mit kürzeren Entspannungsphasen aus. Aber eben nicht täglich. Kaum Zweifel, dass in diesen Entspannungsphasen ganz überwiegend eine Entkrampfung der Augen stattfindet.
An einigen sehr heißen Tagen durchgehend schwächeres Sehen. Keine Überraschung da an diesen Tagen praktisch auch alle anderen körperlichen Leistungen vermindert sind.
Bei extremer Helligkeit hilft (entgegen meinen früheren Vermutungen) durchaus eine Sonnenbrille. Vermutlich verhindert sie Verkrampfungen aufgrund zu großer Helligkeit.

Im Verlauf des Monats dann leider zeitweise wieder viel Stress. Einerseits schon wieder ein Todesfall in der Familie und dann an einigen Tagen extremer Börsenstress. An sich läuft es da gerade sehr gut für mich und ich muss auch nicht wirklich viel tun. Aber es gibt immer wieder Situationen wo man wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange am Bildschirm sitzt und auf die Kurse starrt. Außerstande daneben noch ernsthaft etwas anderes zu machen. Dieses Kursbeobachten kann man vorübergehend auch zum Sehtraining umfunktionieren. Aber je nachdem wie die Kurse laufen wird das nach einiger Zeit langweilig oder stressig (positiv bzw. negativ stressig kann man dabei klar unterscheiden) und ich beginne zur Ablenkung nebenbei noch etwas anderes am Bildschirm zu studieren. Also z.B. links Kurse und rechts Geschichte der englischen Könige oder Suche nach neuen Hausschuhen. Und im Laufe der Stünden rücke ich dann nach und nach dichter an den Bildschirm ran. Grund offenbar eine Mischung aus zunehmender Seherschöpfung und Augenverkrampfung.(noch unklar ob das wirklich unterschiedliche Dinge sind).
Günstiger wäre sicherlich ab und zu für eine längere Phase von vielleicht 15-60 Minuten ganz vom Bildschirm fern zu bleiben. Geht aber eben nicht solange ich Kurse beobachten muss.

Letzte 2 Monatstage schwaches Sehen. Augen überwiegend kaum einstellbar. Grund unbekannt. Offenbar spielt da auch immer etwas mit wie es gerade an der Börse für mich läuft.

Nebenwirkungen:
An zwei Tagen für kurze Zeit leichtes Fremdkörpergefühl rechts. Mehrfach leichte bis mittlere Kopfschmerzen, vermutlich stressbedingt. Den ganzen Monat durch immer noch leichter Schnupfen incl. zeitweise Naselaufen. Mittlere Tränerei.


273. Monat (September 2018)
Monat beginnt mit langem Wochenende (Montag ist für mich praktisch Feiertag da US-Börsen geschlossen). Ich schaffe es, den Rechner erst gegen Abend und nur für 3 Stunden einzuschalten. Also viel Entspannung, Sport und kleine handwerkliche Arbeiten. Sehen bessert sich schnell. Schärfe zwar nicht extrem gut, sondern nur so 50% oder leicht darüber (also knapp wie mit Brille vor dem Training), aber dafür mehrere Stunden am Stück mit nur geringen Schwankungen. Allerdings zeitweise mittlere bis fast starke Kopfschmerzen. Zusammenhang mit Sehen unwahrscheinlich da die Kopfschmerzen meist morgens beim Aufwachen schon da und besonders stark sind. 1 bis 2 Mal 250 mg ASS am Tag und sie sind deutlich schwächer bzw. zeitweise ganz verschwunden.

Ab vierten Tag dann wieder extremer Börsenstress. Sehen noch rund weitere 3 Tage für diese Umstände relativ gut. Dann wieder deutlich schwächer. Nächstes Wochenende bei leichter Radtour wieder Besserung (aber erst nach 2 h). Kopfschmerzsituation kaum gebessert.
Es folgen viele Tage mit schwächerem bis maximal mittelmäßigem Sehen. Fühle mich insgesamt bescheiden.

Letzte Woche 3 zusammenhängende Tage mit körperlich sehr guter Form. Fast alle diversen Beschwerden sind zumindest vorübergehend verschwunden oder jedenfalls nicht störend. Sehen trotz viel Stress recht gut und praktisch nie unter mittelmäßig.
Allerletzte Monatstage dann leider körperlicher Allgemeinzustand schon wieder schlechter. Beim Sehen zunehmend wieder schwache Phasen dabei.

Nebenwirkungen:
Obwohl es noch recht warm war, zeitweise sogar heiß, bei Radtouren schon viel Tränerei wie in der kalten Jahreszeit. Links gut feucht, rechts laufen regelrecht Tränen. Dabei rechts unverändert fast immer wesentlich schwächeres Sehen. Die Tränerei ist an schwachen Tagen deutlich stärker als an guten.
Keinerlei Fremdkörpergefühl. Relativ häufig Kopfschmerzen,.Den ganzen Monat durch immer noch leichter Schnupfen.


274. Monat (Oktober 2018)
Monatsanfang recht wechselhaft. Manchmal einen halben Tag schwaches Sehen und dann z.B. bei Küchenarbeit schärft sich das Bild und bleibt mehrere Stunden relativ stabil überdurchschnittlich. Kein System erkennbar außer dass solche längerfristigen Besserungen nicht direkt bei längerer ausschließlicher Bildschirmarbeit auftauchen.
Zweite Woche zwar viel Börsenstress, aber ich schaffe es mich überwiegend handwerklichen Arbeiten im Haus zu widmen und nur etwa alle 10 Minuten mal kurz auf den Bildschirm zu schauen. Die Beschwerden die ich als von der Bildschirmarbeit verursacht ansehe (Schultern, Nacken, Rücken) lassen schnell nach. Sehen aber eher schwächer. Kaum mehr automatische Scharfsehphasen. Die erwähnten handwerklichen Arbeiten sind allerdings praktisch alles Naharbeiten an kontrastschwachen Gegenständen in geschlossenen Räumen. Das ist für die Augen üblicherweise noch ungünstiger als Bildschirmarbeit.

Ab 13. ohne erkennbaren Grund sehr schwaches Sehen. Leider muss ich gerade da eine längere Autofahrt machen. Viel Sonne von vorne. Stärkste Brille mit Tönung. Sehe damit zwar besser als vor dem Training, ist aber trotzdem frustrierend. Danach noch einige Tage mit sehr bescheidenem Sehen.
Ab etwa 23. rund 3 Tage gutes Sehen. Hält leider nicht lange. Vermutlich wieder einmal zu viel Börsenstress.

Letzte Monatstage einige Untersuchungen beim Arzt. Mein Dauerschnupfen beunruhigt mich allmählich. Zudem habe ich seit einigen Monaten für meine Verhältnisse hohen Blutdruck. Normalisiert sich nach Ausdauersport (Joggen draußen oder Laufband, Radfahren draußen oder Heimtrainer) zwar schnell, steigt aber nach einigen Stunden wieder. Ich habe gehört, dass auch der Blutdruck Einfluss auf die Sehleistung haben kann. Das stimmt mit meinen Beobachtungen überein. Der Zusammenhang könnte aber auch einfach nur darin bestehen, dass beides bei Stress auftritt.
Weder für Schnupfen noch für Blutdruck findet sich beim Arzt eine Erklärung. Bleibt eigentlich nur der häufige extreme Börsenstress.

Und meine "Bildschirmarbeitsbeschwerden" werde ich trotz Bemühungen bisher auch nicht wirklich dauerhaft los. Die stören nicht nur bei der Arbeit am PC sondern inzwischen auch bei fast allen sportlichen Betätigungen. Und natürlich halten sie mich auch davon ab, mich dauerhaft intensiv um mein Sehen zu kümmern. Zeitweise habe ich ein Gefühl, als ob die "Innenauskleidung" meines Rumpfes, insbesondere Brustkorbs, irgendwie entzündet ist. Das merkt man dann bei jeder Bewegung. Aber auch dazu findet der Arzt nichts.
Einzige mögliche Ursache, wenn auch vielleicht weit hergeholt, sind meine Schuhe. Wie viele Männer habe ich die Angewohnheit, als angenehm empfundene Schuhe so lange zu tragen bis sie fast auseinanderfallen. Dummerweise sind schon vorher die Absätze weit und schräg abgenutzt und das könnte indirekt über die Wirbelsäule zu Haltungsschmerzen im Oberkörper führen. Ich habe deshalb auf neue Haus- und Straßenschuhe umgestellt. Damit habe ich sofort ein anderes Haltungsgefühl. Ob das aber wirklich besser oder nur ungewohnt anders ist wird sich erst in einigen Tagen zeigen. Zum Testen und Einlaufen der neuen Schuhe nutze ich zuerst mein Laufband. Damit umgehe ich das Risiko, bei den ersten längeren Ausgängen mit ungewohnten Schuhen auf freier Strecke plötzlich schmerzhafte Probleme zu bekommen.
Und ich nehme mir fest vor, in den nächsten Wochen Versuche mit Trackball statt Maus sowie verschiedenen anderen Bürostühlen zu machen.

Körperliches Befinden und Sehen an den letzten Monatstagen allgemein sehr bescheiden und nur selten und kurze automatische Scharfsehphasen.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Weiterhin Schnupfen und viel Tränerei, aber beides trotz kälterem Wetter eher leicht vermindert gegenüber Vormonat.


275. Monat (November 2018)
Zum Monatsanfang fühle ich mich nicht besonders wohl. Grund könnte sein, dass ich in diesen Wochen einige versäumte Impfungen nachhole. Sehen oft trüb. Oft auch im warmen Haus Tränenfluss.
Vom 7. bis 15. relativ gutes Sehen mit längeren Scharfsehphasen. Danach wieder überwiegend nur knapp mittelmäßiges Sehen aber ab und zu unerwartete Scharfsehphasen.

In diesem Monat kaum Zeit mich um mein Sehen zu kümmern. Neben viel Börsenstress allerlei gesundheitliche Probleme und Experimente. Versuche mit anderen Schuhen und anderen Bürostühlen bringen anfangs scheinbar Erleichterung. Nach einigen Tagen bin ich mir dann aber doch nicht mehr sicher dass das wirklich die Lösung ist. Das einzige was sicher etwas Erleichterung bringt ist Arbeiten an meinem Steh-Bildschirmarbeitsplatz. Allerdings nicht ständig sondern nur für 1/3 bis 2/3 des Tages.

Trackball statt Maus? Ich habe zwei sehr verschiedene Trackballvorrichtungen getestet und bin bei beiden auf das gleiche Problem gestoßen: Man kann zwar den Mauspfeil mittels Trackball recht exakt steuern, aber wenn man dann in ein bestimmtes Feld klicken will macht der Mauspfeil einen kleinen Sprung und man klickt oft daneben. Und zwar überträgt sich entweder beim Drücken der Taste minimal Bewegung vom Finger über die Hand zum Trackball steuernden Daumen. Und das reicht für einen ungewollten Sprung des Mauspfeils. Um das zu vermeiden kann man natürlich den Trackball auch für den Moment des Klickens loslassen. Aber jedes Loslassen oder wieder Andrücken des Trackballs bewirkt dummerweise auch einen kleinen Sprung des Mauspfeils. Möglicherweise kann man das mit der Zeit besser beherrschen, aber so exakt wie mit einer herkömmlichen Maus wird es wohl nie funktionieren.
Als aktuell beste Lösung benutze ich nun eine besonders kleine Maus die ich so oft möglich nicht auf dem Tisch sondern unter dem Tisch auf einem Oberschenkel bewege (abwechselnd mal links mal rechts). Dabei kann ich die Arme fast frei hängen lassen was für Schulter/Nacken günstiger ist als die angespannte Haltung beim Mausschieben auf dem Tisch. Wie gut die Maus auf dem Oberschenkel funktioniert hängt natürlich auch von der Stoffart der Hose ab.

Gegen Monatsende immer noch Rumpf-/Brustschmerzen, dazu auch einmal so etwas wie ein heftiger "Hexenschuss" (Beginn aber schleichend und nicht plötzlich nach einer falschen Bewegung). Weiterhin einmal heftiges Kribbeln an einem Oberschenkel und immer höherer Blutdruck. Nachdem kein Arzt etwas gefunden hat vermute ich inzwischen irgendein Problem am Solarplexus das zu Irritationen an diversen Nerven führt. Ursache könnte eine Art Dauerquetschung durch das viele (oft vorgebeugte) Sitzen am Bildschirm sein. Und das Vorbeugen könnte mit meinem schwankenden Sehvermögen, also auch mit dem Sehtraining zusammenhängen.
Da offenbar keine Übung dauerhafte Linderung bringt entschließe ich mich, einmal 1-2 Wochen überwiegend im warmen Bett zu bleiben und auf jede Anstrengung zu verzichten. Schmerzen lassen nach. Nach 2 Tagen wieder normaler Blutdruck (nach 1 h Aufstehen aber wieder ansteigend). Dann komme ich noch auf die Idee, ab und zu ein Heizkissen unter die Schulterblätter zu legen. Schmerzen lassen noch weiter nach. Macht fast Spaß wenn ich nicht ein schlechtes Gewissen wegen der versäumten Arbeiten hätte.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Weiterhin Schnupfen und Tränerei. Beides scheint aber im Verlauf des Monats nachzulassen.


276. Monat (Dezember 2018)
Erste Monatstage noch ca. 20 h täglich Bettruhe. Nachdem meine Beschwerden zu rund 3/4 abgeklungen sind wieder fast normaler Tagesablauf. Vielleicht zu früh denn es wird bald wieder leicht schlimmer. Jetzt meist so eine Art Seitenstechen und Schmerzen in den Oberschenkeln. Mal rechts, mal links, mal beidseitig. Ich nehme jetzt vorübergehend einen Vitamin B-Komplex ein. Ich halte zwar nichts von solchen Zusätzen, aber es schmeckt gut und ist billig als Brausetabletten in jedem Supermarkt erhältlich. Mal ein paar Wochen probieren. Soll gut für das Nervengeflecht sein.
Zusätzlich achte ich ab sofort darauf, dass ich bei sitzender Bildschirmarbeit ganz überwiegend mit Brille arbeite. Dadurch will ich verhindern, dass ich mich in Schlechtsehphasen zu weit vorbeuge und dabei den Rumpf krümme und möglicherweise Innereien quetsche. Zum Ausgleich arbeite ich am Steharbeitsplatz grundsätzlich ohne Brille. Denn da kann ich aufrecht stehend den Abstand zum Bildschirm ganz nach Bedarf variieren. Merkwürdigerweise ist das Stehen aber irgendwie auch anstrengend. Anstrengender als flottes Wandern oder Radfahren.
Und dann benutze ich mehrfach täglich für etwa 20 Minuten das Laufband. Nicht Rennen sondern schnelles Gehen. Dabei auf den Griffstangen abstützen und voll ein- und ausatmen. So wird der Körper maximal aufgerichtet und der Brustkorb gedehnt. Sehr angenehm als Erholung vom Sitzen. Dabei kann ich auch etwas Sehtraining am Display treiben. Allerdings leider kein Fernsichttraining. Sobald ich Zeit habe will ich in meinen Trainingsraum einen Bildschirm aufstellen wo ich vom Laufband oder Heimtrainer aus aus während des Trainings Entspannungsfilme betrachten kann. Mir fehlt nur noch der optimale Einrichtungsplan wie ich das so aufstelle dass ich von jedem Gerät aus gute Sichtverbindung zum Bildschirm habe ohne zwischen den Übungen umräumen zu müssen.

Trotz allem werde ich meine Beschwerden bis Monatsende nicht wirklich völlig los. Zwar ist der Blutdruck wieder weitgehend er normal, aber immer wieder mal Rumpfschmerzen. Ich bin nicht sicher ob die wirklich vom vielen Sitzen am PC verursacht werden, oder ob etwas anderes dahinter steckt das sich beim Sitzen eben zuerst bemerkbar macht.

Sehen in diesem Monat im Schnitt so um knapp mittelmäßig. Durchaus einige gute Phasen dabei, aber auch viele schwache. Hatte meist aber andere Probleme und keinerlei Zeit für ernsthaftes Sehtraining.

Ab 1. Januar 2019 kann das Buch nunmehr auch als PDF-Datei kostenlos von der Homepage herab geladen werden. Nutzung und Weitergabe für nicht kommerzielle Zwecke ist frei. Das waren unerwartete zusätzliche 20-30 Stunden Bildschirmarbeit bis ich die alte Druckdatei (uraltes Textverarbeitungsprogramm mit alten Schriftfonts und Details der Bedienung längst vergessen) auf diversen Umwegen in ein einigermaßen sauber formatiertes PDF verwandelt hatte.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Weiterhin Schnupfen und wieder viel viel Tränerei. Daneben die diversen beschriebenen Beschwerden, unsystematisch wechselnd im Bereich von Oberschenkeln bis Nacken/Schultern, die aber vermutlich nicht direkt mit dem Sehtraining im Zusammenhand stehen. Eventuell aber indirekt über das viele Sitzen bei der Bildschirmarbeit.


Bilanz nach 23 Jahren Sehtraining:
Der Ausdruck "Sehtraining" ist für das abgelaufene Jahr sicherlich übertrieben denn ich habe nahezu kein echtes Sehtraining getrieben sondern bin mit meinem Sehen sehr oft „auf Reserve“ gefahren. Immer wieder viel Börsenstress und bis zu 100 h wöchentliche Bildschirmarbeit (dabei praktisch kaum noch Entspannungsfilme nebenbei). Also gut das Dreifache eines normalen Büroarbeiters. Immerhin rund die Hälfte davon ohne Brille. Bei der Bildschirmarbeit hat sich meine Sehleistung nicht verschlechtert, eher sogar nochmals minimal verbessert.
Glücklicherweise war das Börsenjahr für mich trotz Vorsicht ziemlich erfolgreich was meine Sehen am Bildschirm und auch die sonstige Moral sicherlich positiv beeinflusst hat.

Bei Mittel- und Fernsicht in diesem Jahr dagegen eindeutig eine Verschlechterung (aber noch weit, weit besser als vor dem Sehtraining). Grund dürfte die Verminderung von Fernsicht in meinem Alltag sein. Kaum Entspannen oder Fernsicht im Freien. Die längste "Radtour" knapp 80 km. Soviel habe ich früher oft an einem Feierabend geschafft. Und Joggen immer öfter zuhause am Laufband mit Sicht auf eine weiße Wand bzw. ein Display im Nahbereich. Dazu diverse gesundheitliche Probleme.

Auch mit Brille ist meine Sehleistung zurück gegangen. Zwar immer noch deutlich besser als vor dem Sehtraining, aber ebenso klar schwächer als in den ersten Jahren des Sehtrainings. Allerdings habe ich auch schon lange eine entsprechende Erwartungshaltung im Hinterkopf dass das Sehen mit Brille irgendwann schwächer werden wird. Und Abneigung gegen Nutzung einer Brille.

Das einzige in Richtung Sehtraining was ich im abgelaufenen Jahr ziemlich regelmäßig gemacht habe ist morgens ca. 15-45 Minuten lang eine +2-Gegenbrille zu benutzen. Beim Frühstück, bei leichten Hausarbeiten, ein paar Minuten auf dem Heimtrainer, usw. Aber keine Sehübungen dabei. Ich habe den Eindruck, das hat mein Sehen "gerettet". Wäre aber sicherlich mit einigen ernsthaften Sehübungen dabei noch wirksamer gewesen.

Wenn ich ausnahmsweise einmal doch ernsthaftes Sehtraining (analytisches Lesen, Schweifen, Akkommodieren etc.) betrieben habe, im Schnitt vielleicht ein Mal pro Monat wegen schlechtem Gewissen, dann brauche icht meist so 30-60 Minuten und dann erfolgt eine schnelle deutliche Verbesserung meines Sehens. Hält leider nicht dauerhaft.

Rechtes Auge unverändert deutlich schwächer aber in seltenen Phasen liefert es plötzlich unerklärlicherweise ein fast perfektes Bild. Schwache Kontraste (Grauschleier, vernebelte Bilder) sind seltener geworden


277. Monat (Januar 2019)
Erste 10 Tage des Monats Sehen ohne und mit Brille sehr bescheiden. Allerdings auch keine Sehübungen außer etwas +2-Gegenbrille bei morgendlicher Hausarbeit.

Aus schlechtem Gewissen am 10. und 18. jeweils ernsthaftes Sehtraining (1-2 h über den Tag verteilt). Schnell deutliche Besserung beim Sehen ohne Brille. Mit Brille nur geringe Verbesserung (aber absolut besser als ohne, jedoch unangenehm).
Letzte Monatstage mehr Zeit für Sehtraining und besseres Sehen. Eindeutig am wirkungsvollsten ist Sehtraining gleich morgens vor der eigentlichen Tagesarbeit. Bringt mehr mit weniger Einsatz als wenn man sich mit schwachem Sehen bzw. Brille schon durch einige Arbeiten gequält hat. Wäre in der warmen Jahreszeit natürlich einfacher. Da kann man erst einmal ein paar Schritte in den Garten gehen und dort üben. Jetzt dagegen ist es kalt, dunkel und man braucht geraume Zeit bis man alles am Laufen hat und dann steckt man schon voll im Tagesstress.

Diverse Versuche um die Ursache für meine körperlichen Beschwerden zu finden. Verschiedenen Schuhe, verschiedene Einlagen, Matratze umgedreht (bisher wenige belastetes Fußteil nach oben), andere Matratze bestellt, usw.. Alles schwer zu beurteilen. Anfangs meine ich nach jeder Änderung Besserung zu verspüren. Aber erst nach einigen Tagen lässt sich sicherer beurteilen ob tatsächlich oder nur Einbildung. Und da es so viele Kombinationen gibt bleibt auch unklar, was denn nun Ursache einer Besserung sein könnte.
Ab etwa dem 20. deutliche Besserung bei mir. Ursache unbekannt. Es ist auch ein Stressfaktor weggefallen (Problem bei Renovierung gelöst) und entsprechend durch Erfolgserlebnis ersetzt worden. Allerdings vermutet Allgemeinarzt auch ein leichtes Herzproblem. Genauere Untersuchung erst in einigen Wochen.

Letzte 3 Monatstage extremer Börsenstress. Ich komme kaum vom Bildschirm weg. Trotzdem erstaunlich gutes Sehen. Bessert sich sogar weiter. Vermutlich weil mein Kurse unerwartet gut für mich laufen.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Viel Naselaufen und viel Tränerei..


278. Monat (Februar 2019)
Nachdem ich nun mehrere Wochen lang die rechte Hand bezüglich Mausbedienung geschont hatte waren meine Schulterbeschwerden rechts nahezu verschwunden. Jetzt wieder ein paar Tage normale Maus rechts und die Beschwerden sind wieder voll da. Ursache dürfte damit unzweifelhaft klar sein.
Ansonsten geht es mir körperlich vergleichsweise gut. Sehen auf mittlere und große Entfernung durch das Fenster hinaus (also ohne kalten Luftzug) recht stabil im Bereich 40-50%. Mithin zwar nicht ganz so gut wie vor dem Sehtraining mit Brille aber nahezu zehnfach besser als damals ohne Brille. Sehen auf kurze Entfernung (Bildschirm) nicht ganz so gut.

Folgetage relativ stressarm. Täglich etwas Sehtraining. Sehen mittlere/weite Entfernung bessert sich noch etwas. Nahsicht nicht.
Ab etwa 11. viel Stress und körperliche Schwäche. Sehen deutlich schwächer.
Mitte des Monats einige Tage renovieren eines ganz weißen Zimmers Wände, Decke, Vorhänge, Möbel alles weiß, Ausnahme grauer Teppich. Wie vor Jahren schon einmal bei Ausflug an einem Schneetag festgestellt ist das fürs Sehen die denkbar schlechteste Situation. Es gibt fast nichts an dem man sich mit den Augen irgendwie festbeißen und einstellen kann. Sehen verschlechtert sich rapide und bessert sich erst am nächsten Morgen.

Letzte Monatstage trotz etwas Stress und kaum Sehtraining immer wieder automatische Scharfsehphasen von bis zu rund 20 Minuten mit relativ stabilen ca. 60-90% auf alle Entfernungsbereiche. Also besser als früher mit Brille.

Untersuchung beim Kardiologen hat nichts ergeben. Mein Blutdruck lag in den letzten Wochen plötzlich wieder eher zu niedrig als zu hoch. Es bleibt ein Rätsel worauf meine diversen Rumpfbeschwerden beruhen.
Im übrigen nehme ich gerade für 3 Monate ein Mittel das die gutartige Prostatavergrößerung angeblich teilweise rückgängig machen kann. Bereits nach 6 Wochen habe ich den Eindruck dass es wirkt. Jedenfalls keine Sitzbeschwerden mehr schon bei kurzen Touren auf dem Rad.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Weiterhin viel Naselaufen und viel Tränerei..


279. Monat (März 2019)
Erste Monatstage schmerzende Kiefer, Zähne, Ohren. Vermutlich wieder Nasennebenhöhlenentzündung oder ähnl. Sehen trotzdem noch knapp mittelmäßig. Bei kleinen Radtouren nach einiger Zeit sogar bis zu 2 Minuten lange Phasen mit für meine Verhältnisse stabilen nahezu perfektem Sehen.

Nach etwa 10 Tagen schmerzfrei. Relativ wenig Stress und ab und zu Zeit für etwas Sehtraining. Allerdings weit weniger als zu Anfang des Trainings.
Ich frage mich, warum ich in den letzten Jahren eigentlich fast nie so richtig Zeit habe? Früher habe ich mehrere Zeitungen gelesen (ca.3 Stunden täglich), meine Arbeiten gemacht und hatte abends fast immer noch genug Zeit für mehrere Stunden Radtour oder Jogging. Eigentlich kann es nur das Internet sein das mir heute die Zeit raubt. Früher hat jede Minute gekostet und deshalb hat man es nur entsprechend gezielt benutzt. Irgendwann entfielen die Minutengebühren und seitdem läuft es praktisch ständig. Aber statt geballter Information in schlichter Textform wie früher wird man immer mehr von überflüssigen Präsentationen, Videos, nichtssagenden MultiMedia, Werbung usw. ausgebremst. Mit vielen Leuten kann man gar nicht mehr wirklich diskutieren. Sie werfen nur noch mit Links zu Youtube oder ähnl. um sich. Dort wiederum gibt es erst mal Werbung. Selbst wenn man das meiste davon ignoriert kostet es im Ergebnis mehr Zeit als früher.

Sehen bessert sich im Verlauf des Monats tendenziell immer mehr. Mindestens mittelmäßig. Oft sogar gut bis sehr gut. Keine Entfernung besonders gut oder schwach. Zwar Schwankungen, diese aber weniger extrem. An guten Tagen bei Radtouren mit neutraler Schutzbrille (gegen Insekten und Luftzug) stundenlang Sehen im Bereich 40-80%. Für meine Verhältnisse ist das sehr gut.

Mein Dauerschnupfen bzw. Dauernaselaufen nervt allmählich. Ist oft mit leichtem Kopfschmerz und vermutlich auch Minderung der Sehleistung sowie der allgemeinen körperlichen Leistung verbunden. Ich nehme an, dass das eine Fortsetzung dieser Keilbeinhöhlenentzündung ist (Nasennebenhöhlenentzündung vgl 249. Monat) und möglicherweise Keime in den Körper streut und somit indirekt meine zahlreichen anderen Beschwerden (mit)verursacht.
Ich habe mir deshalb ein Ultraschall-Inhalationsgerät gekauft. Es gibt da diverse ähnliche Chinaprodukte für knapp 25 Euro im Netz zu bestellen. Damit atme ich 4-6 mal täglich für einige Minuten vernebelte Salzlösung ein. Abgesehen vom Zeitaufwand ist das sehr angenehm und macht schnell Atemwege und Kopf frei. Die Frage ist nur, ob ich das Problem damit endlich wirklich dauerhaft weg bekomme.
Leider kann man solch ein Gerät nicht ständig mit Salzlösung einsatzbereit stehen lassen. Die Vernebelungsleistung lässt nach wenn der kleine Salzlösungstank mit dem Vernebelungsmechanismus nicht etwa täglich ausgebaut und mit destilliertem Wasser und ab und zu auch mit Reinigungsalkohol ausgespült und danach getrocknet wird. Filigrane Teile die sicher nicht ewig halten. Man müsste abwechselnd 2 Geräte nutzen.
Batterie/Akku halten auch nicht lange. Die meisten dieser Geräte kann man aber alternativ auch über ein USB-Kabel und Netzgerät betreiben.
Ich habe nur 1-1,5% Salzlösung benutzt. Die diversen angebotenen öligen Essenzen lieber nicht. Befürchte, dass die das Gerät noch leichter verstopfen/verkleben würden.
Bedenken sollte man auch, dass ein Teil des Salznebels früher oder später am Boden landet. Also lieber nur über wischbarem Boden benutzen.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Naselaufen und Tränerei lässt im Verlauf des Monats nach. Vermutlich infolge Nutzung des Inhalationsgerätes.


280. Monat (April 2019)
Monatsanfang schwächeres Sehen. Vermutlich wieder einmal eine Art Seherschöpfung nach den guten Tagen davor. Nach einigen Tagen kommt Stress durch Börse und einige selbst verschuldete Dämlichkeiten dazu. Sehen nochmals etwas schwächer.
Danach bis etwa den 15. stetige Besserung obwohl ich in der ersten Monatshälfte keinerlei ernsthaftes Sehtraining betreibe.
Es folgen 2-3 sehr schwache Tage. Fühle mich schlecht, schwindelig. Taumle beim Gehen leicht wie betrunken.

Rest des Monats trotz viel Arbeit und Stress ab und zu etwas Sehtraining und fast jeden Abend 1-2 Stunden Radtour. Dabei meist rund 75% der Zeit Sehen etwa so gut wie vor dem Sehtraining mit Brille. Allerdings, wenn ich etwas nicht auf dem ersten beiläufigen Blick erkenne und dann nochmals schaue und bewusst Erkennen erzwingen will, dann klappt es oft nicht mehr und die alte Würgerei mit Entspannungs- und Einstellbemühungen fängt wieder an.
Bei der Bildschirmarbeit dagegen nur mittelmäßiges Sehen. Bin dabei wohl wieder zu gehetzt weil so viel zu suchen, lesen und verarbeiten ist.

Das beschriebene Inhaliergerät hat sich doch nicht wirklich bewährt. Kostet zu viel Zeit da es zu oft und mit viel Vorsicht gereinigt werden muss sonst lässt die Vernebelungsleistung schnell nach. Die in jedem Supermarkt für um die 2 Euro käuflichen Meerwasser-Nasen-Sprays sind unterm Strich praktischer. Obwohl es natürlich ärgerlich ist dass sie nur 20 ml enthalten, davon nur 80-90% nutzbar sind, und dann weg damit und die nächste Dose. Als ob es nicht möglich wäre Dosen mit 50 oder 100 ml herzustellen.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Wenig Tränerei aber viel Naselaufen (auch im Haus ohne jeglichen Luftzug).


281. Monat (Mai 2019)
Erste Monatstage viel Bildschirmarbeit und diverse eher unangenehme Arbeiten. Kaum Zeit für Entspannung. Sehen nur knapp mittelmäßig. Nahsehen (Bildschirm) deutlich schwächer als Fernsicht. Sehen verschlechtert sich. Nach etwa einer Woche kaum noch einstellbare Augen. Verkrampfung oder kleine Infektion?
Ein paar Tage später kommt auch noch Börsenstress hinzu. 12 bis 16 Stunden nahezu pausenlos am Rechner. Sehen fast nur mit Brille und vom vielen Sitzen, Tastatur- und Mausbetätigung schmerzt mir fast alles. Interessant ist, dass in extremen Phrasen dann plötzlich vorübergehend nichts mehr schmerzt. Vermutlich zu viel Adrenalin im Körper unterwegs und/oder stressbedingt zu viel Ablenkung.
Ab und zu kann ich mal für wenige Minuten weg vom Bildschirm an eins meiner Sportgeräte und kann mich dort mit so viel Kraft und Ausdauer abreagieren wie ich schon lange nicht mehr geschafft habe. Beflügelnd ist dabei sicherlich dass es an der Börse gerade gut für mich läuft. Seit langem wieder mal eine ausnutzbare Schwachstelle in der Handelssoftware einer großen Bank gefunden. Es ist einerseits immer sehr befriedigend zu sehen, dass auch die großen Mitspieler Fehler machen. Andererseits ist es extrem stressig das auszunutzen da die Fehler völlig unregelmäßig und immer nur für Sekunden auftreten. Man muss den Bildschirm wirklich ständig beobachten. Früher oder später fängt man dann an, nebenbei doch noch etwas anderes zu machen und die nächsten Chance bemerkt man dann zu spät. Das sind dann wieder diese frustrierenden -hättest-du-doch-aufgepasst- Erlebnisse. Ich will mir aber lieber nicht vorstellen wie mies es mir ginge wenn es jetzt auch noch an der Börse schlecht für mich liefe.

Sehen bleibt bis Monatsende überwiegend schwach (Hauptproblem ausgeblichene Kontraste und schwer einstellbare Schärfe). Auch bei den wenigen kurzen Radtouren die ich mir erlauben kann bessert sich mein Sehen erst nach 30-60 Minuten (sonst reichen oft schon 15-30 Minuten). Und besser als maximal knapp gut immer wieder unterbrochen von schwächeren Phasen wird es nicht.

Fast den ganzen Monat über Probleme im Bereich Nase/Ohren/Kiefer. Vermutlich wieder Nasennebenhöhlenentzündung. Sicher nicht durch das Sehtraining verursacht aber vermutlich mindestens Mitursache meines bescheidenen Sehvermögens.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Trotz wärmerer Witterung viel Tränerei und sehr viel Naselaufen. Vermutlich mitverursacht durch die vermutete Nebenhöhlenentzündung.


282. Monat (Juni 2019)
Monat beginnt mit Wochenende. Schiebe alle ernsthaften Arbeiten und Stress beiseite. Ruhe, Entspannung, Radtouren, mittlere Ration Sehtraining. Fast durchgängig gutes Sehen (etwa wie vor dem Sehtraining mit Brille) mit vergleichsweise geringen Schwankungen. Aber abends wenn ich für 2 Stunden den Rechner anschalte wird es schnell wieder schwächer.
Folgewoche viel Börsenstress und diversen Ärger. Sehen maximal knapp mittelmäßig.
Dann Pfingstwochenende. Mache wieder nicht viel außer Entspannung, leichten Sehübungen und etwas Sport. Sehen gut aber nicht so gut wie am ersten Wochenende. In der Woche dann wieder schwächeres Sehen.
3. Woche: Wochenende zwar besser als in der Woche, aber Sehen insgesamt schwächer als in den beiden Vorwochen. Fühle mich nicht wohl. Schnupfen trotz Hitze. Oft begleitet von Kopf-/Ohr-/Kiefer-/Zahnschmerzen. Und zeitweilig fast am ganzen Körper von Insekten zerstochen.
Es folgen einige noch schwächere Tage. Gegen Monatsende geht es dann langsam wieder aufwärts. Allerletzter Tag aber sehr schwach. Augen kaum einstellbar. Vermutlich Erschöpfung nach 2 längeren Radtouren hintereinander bei Hitze.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Trotz zeitweise extremer Hitze immer noch viel Naselaufen. Tränerei hat nachgelassen, möglicherweise wegen erhöhter Verdunstung.


283. Monat (Juli 2019)
Sehen am Monatsanfang meist nur knapp mittelmäßig. Ferne besser als Nähe. Ungewöhnlich häufig wieder Probleme mit Doppelkonturen bis ganzen Doppelbildern. Sehen mit Brille relativ schwach, d.h. nur geringfügig besser als ohne Brille.
Weiterhin oft Kopf-/Ohren-/Kiefer-/Zahnschmerzen, vermutlich Begleiterscheinung meines Dauerschnupfens. Mein körperliches Befinden und Sehen verschlechtert sich nochmals.
Lasse einige Tage alle nicht unbedingt notwendigen Arbeiten aus und treibe gut 1 bis 1,5 Stunden täglich ernsthaftes Sehtraining wie früher. Nach 2-3 Tagen deutliche Besserung beim Sehen. Nicht sensationell aber doch knapp überdurchschnittlich. In der zweiten Monatshälfte dann sogar ab und wieder automatische Scharfsehphasen. Zwar nicht besonders oft oder besonders lang, aber immerhin.

An sich müsste ich langsam mal ernsthaft etwas gegen diesen Dauerschnupfen unternehmen. Aber ich bin mir nicht mehr sicher ob es wirklich meine alte Nasennebenhöhlengeschichte ist. Ich nehme gerade für einige Monate ein Medikament zur Prostataschrumpfung ein (scheint wirksam, keinerlei Sitzbeschwerden beim Radfahren mehr) und habe erfahren, dass dieses Medikament bekannt ist für verstopfte bzw. laufende Nase als Nebenwirkung. Also besser erst mal durchhalten und abwarten bevor ich gleich zum nächsten Mittel greife.

Nebenwirkungen:
Kein Fremdkörpergefühl. Weiterhin viel Naselaufen und etwas Tränerei.


284. Monat (August 2019)
Schwache erste Monatshälfte. Extremer Börsenstress. Herr T. aus W. mit seinen ständig wechselnden Zolltarifideen jagt die Börse abwechselnd rauf und runter. Hat zwar ein gewisses System und man kann deshalb dabei sogar verdienen, aber man kann sich kaum noch vom Bildschirm weg trauen. Wird so nichts mit Entspannung. Dazu allgemeine körperliche Schwäche. Radtouren verbessern nichts sondern führen nur dazu dass ich mich noch mieser fühle. Also lieber doch zum Doktor wegen dieses Dauerschnupfens.
Abstrich in Nase gemacht. Untersucht. Bakterium gefunden und identifiziert und passendes Antibiotikum verschrieben. Nach 7 Tagen nur geringe Besserung. Kur auf 12 Tage verlängert. Besser aber immer noch nicht ganz weg. Eventuell sind auch noch Viren beteiligt? Halsprobleme bleiben. Schilddrüse? Soll in manchen Fällen auch zu Sehproblemen führen.

Letzte Tage des Monats Sehen etwas besser. Gute automatische Scharfsehphasen aber nur bei Radtouren von mindestens einer knappen Stunde. Das ist aktuell die einzige Situation wo ich etwas Entspannung am Stück erlebe. Folgetag dafür besonders schwaches Sehen. Augen kaum einstellbar.
Allgemein immer noch Probleme mit Augenverkrampfungen die ich nur mit überdurchschnittlich viel Zeitaufwand lösen kann. Wegen Arbeit, Stress und vermutlich auch infolge körperlicher Probleme klapp das Entspannen oft einfach nicht wie inzwischen gewohnt.
In diesem Monat ca. 2/3 meiner Bildschirmarbeit mit Brille. Das bedeutet zwar immerhin 3-4 Stunden täglich ohne Brille, aber in guten Monaten habe ich schon das Doppelte geschafft.

Studie gelesen: Der Anteil der britischen Jugendlichen die eine Brille benötigen ist von 20 Prozent im Jahr 2012 auf 35 Prozent in 2018 gestiegen. Das ist dann wohl die Kehrseite des Smartphone-Booms.

Nebenwirkungen:
Erstmals seit längerem an mehreren unterschiedlichen Tage zeitweise wieder Fremdkörpergefühl. Könnten aber auch echte Fremdkörper gewesen sein da einige Radtouren ohne Schutzbrille.
Naselaufen und Tränerei nach der Antibiotikakur vermindert aber nicht ganz weg.


285. Monat (September 2019)
Erste Tage des Monats leicht besseres Sehen. Dann wieder etwas schwächer (auch mit Brille schwaches Sehen). Immer noch Probleme mit meinem Dauerschnupfen. Ich versuche ohne erkennbaren Erfolg verschiedene Tabletten.

Obwohl ich mich nicht besonders fit fühle am dritten Sonntag mittelgroße Radtour. Berge fallen mir auffallend schwer. Hinzu kommt das frustrierende Erlebnis immer häufiger von entspannt plaudernden Omas auf E-Bikes überholt zu werden. Muss man sich wohl daran gewöhnen. Bald werde ich vermutlich der letzte ohne Motor sein. Trotzdem nach etwa 3 Stunden Tour zunehmend gutes Sehen wie schon lange nicht mehr. Ich kann Autonummern aus rund 20 Metern problemlos lesen (ganze Tour mit Sonnenbrille). An den Folgetagen nicht der gewohnte Rückfall sondern jeweils bis zum frühen Nachmittag gutes bis für meine Verhältnisse fast perfektes Sehen (Ferne, Nähe nur mittelmäßig). Danach wird es stressbedingt (US-Börsen öffnen).deutlich schlechter. Bis Monatsende fast täglich eine mehrere Stunden andauernde Phase mit gutem Sehen auf mittlere und weitere Entfernung.

Ich habe in den Sommermonaten eine umfangreiche (geschätzt 50-100 Arbeitsstunden) für mich unangenehme handwerkliche Arbeit im Haus vor mir hergeschoben und war wohl deshalb immer in der Stimmung belastet. Nun musste ich damit anfangen weil die Arbeit vor der Heizungsperiode fertig sein muss. Es läuft problemloser als befürchtet und je näher ich das Arbeitsende vor mir sehe desto besser und entlasteter fühle ich mich. Möglicherweise ist auch das ein Grund für den plötzlichen Fortschritt beim Sehen?

Nebenwirkungen:
Keinerlei Fremdkörpergefühl. Recht viel aber nicht ganz extrem viel Naselaufen und Tränerei.


286. Monat (Oktober 2019)
Ein Monat mit vielen körperlich schwachen Tagen bzw. Wehwehchen. An der Börse läuft es zeitweise schlecht für mich und bei der erwähnten größeren handwerklichen Arbeit stoße ich doch noch auf ein Problem das mich zu einigen Tagen Pause zwecks Recherche und Grübeln zwingt. Die meisten Tage Sehen nur um knapp mittelmäßig.

Am 2. Wochenende größere Radtour gemacht. Ich wollte wieder einmal das Grab eines alten Kumpels besuchen. Aber das Grab gab es nicht mehr. Aufgelöst. Und mehrfach verfahren: neue Stadtteile, neue Straßen, Baustellen für noch mehr neue Stadtteile und neue Straßen, Umleitungen, meine Karten total veraltet, usw. Immer öfter habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie nicht mehr in die Zeit passe. Sehen während der Tour knapp gut aber keinesfalls extrem gut wie sonst oft bei längeren Touren.

In diesem Monat ungefähr 20 mittelmäßige oder schwächere Tage und 10 gute Tage. Eindeutig dass die guten Tage die entspannteren mit mindestens etwas Sehtraining und oft auch einem größerem Erfolgserlebnis waren. Morgens etwa 1 Stunde Hausarbeit mit Gegenbrille, dazu einige Übungen, Rest des Tages körperlich und geistig stressfrei. Am 8., 21., 28. und 30. abends etwa von 21:00 bis Arbeitsende gegen1:00 am PC fast durchgehend für meine Verhältnisse perfektes Sehen am Bildschirm ohne Brille. Das waren ruhige Tage an denen ich wusste dass auch am nächsten Morgen nichts ansteht.

Nebenwirkungen:
Keinerlei Fremdkörpergefühl. Zeiteitweise extrem viel Naselaufen und Tränerei (auch im Haus). Dazu Kopfschmerzen von meiner wohl chronischen Nebenhöhlenentzündung. Zeitweise sind auch die merkwürdigen Rumpfschmerzen vom letzten Winter wieder da. Waren im Sommerhalbjahr völlig verschwunden und vergessen, tauchen jetzt bei abnehmender Temperatur aber wieder auf. Hängt vermutlich nicht mit Sehtraining zusammen.


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